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Wissenschaft und Forschung

- Promotion -

Alm statt Ritalin

15.10.2009 von Pressemitteilungen

Hamburg (OTS) - Kinder mit Aufmerksamkeitsstörung (ADHS) benötigen
keine Medikamente, sagt der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther.

In einem Interview in der November-Ausgabe des Magazins GEO erläutert er seinen alternativen Therapieansatz: zwei Monate harte Arbeit in einer Berghütte auf 2400 Meter Höhe. In einem Testprojekt in Südtirol haben zwölf Jungen das Käsemachen gelernt und sich selbst und eine Kuh versorgt. Schon nach den ersten Tagen auf der Alm brauchten die Kinder kein Ritalin mehr. Die Ursache für ADHS, so Hüther, sei eine verzögerte Reifung des Frontalhirns; betroffen seien vor allem Kinder, die viel fernsehen, wenig ausprobieren dürfen, oder denen Schwierigkeiten stets aus dem Weg geräumt werden. Durch Arbeiten, die ein hohes Maß an Eigenverantwortung erfordern, lasse sich eine massive Nachreifung der Hirnareale und der Nervenverbindungen erzielen. Medikamente führten zwar zur Impulskontrolle, blockierten aber auch die neuronale Nachreifung.

Für den Nachweis der erfolgreichen Therapie hofft Hüther, dass die Kinder aus der Teststudie auch nach einem Jahr auf der Alm noch auf Ritalin verzichten können.





Studien zum Thema Schlafen

12.09.2013 von Frank Chudoba

Foto: copyright adimas - fotolia.com





Alarmierende Studie: weniger als die Hälfte schläft wirklich gut

12.09.2013 von Frank Chudoba

Die WBA Research führte im Namen der National Sleep Foundation in 6 Industrieländern eine telefonische Befragung zum Schlafverhalten durch. Daran nahmen 1501 Personen im Alter von 25 bis 55 aus den USA, Kanada, Mexiko, Großbritannien, Japan und Deutschland teil. Zu folgenden Ergebnis sind sie gekommen:

Japaner und Amerikaner schlafen durchschnittlich bis zu 40 Minuten weniger

Die Befragten aus Japan und den USA gaben an, an Werktagen durchschnittlich 6:22 Stunden bzw. 6:31 Stunden zu schlafen. Das sind bis zu 40 Minuten weniger als in den anderen befragten Ländern. 66% der Japaner schlafen weniger als 7 Stunden an Werktagen. Im Vergleich dazu sind es in den USA 53% der Befragten, in Großbritannien 39%, in Deutschland 36%, 30% der Kanadier und 29% der Mexikaner.
21% der Amerikaner, 19% der Japaner, 18% der Briten, 11% der Mexikaner, 10% der Deutschen und 7% der Kanadier würden sogar weniger als 6 Stunden pro Nacht schlafen.
Den geringeren Schlaf würden diese durch 45 Minuten Extra-Schlaf am Tage ausgleichen.
Dieses ist keine Überraschung, zumal sich das Powernapping in den USA und Japan durchgesetzt haben.

Große Schlafprobleme in den Industriestaaten

Weniger als die Hälfte der Befragten würden nach eigenen Angaben einen guten Schlaf haben. (Mexiko 48%, USA 44%, Kanada 43%, Großbritannien 42%, Deutschland 40%, Japan 54%)
Etwa ein Viertel der Befragten aus Großbritannien (27%), USA (25%) und Kanada (23%) teilten sogar mit, nur selten oder nie eine gute Nachtruhe zu finden.
Interessant: Obwohl 31% der Japaner angaben, dass sie mit Ihren Schlaf zufrieden sind, wünschen diese sich doch mehr Schlaf.

Der Duft im Schlafzimmer

Mexikaner (92% der Befragten), Deutsche (90%) und Briten (86%) ist ein frischer, angenehmer Duft wichtig für die Entspannung. 65 bis 79% aller befragten Nationalitäten würden Maßnahmen ergreifen, damit das Schlafzimmer so riecht, wie sie es wünschen. "Studien haben gezeigt, dass Duft eine wichtige Rolle bei Entspannung und Gedächtnisbildung spielt", sagt David Cloud, Vorstand der National Sleep Foundation. "Mit einem angenehmen Duft und einer entspannenden Schlafzimmer-Atmosphäre kann man zu einer guten Nachtruhe beitragen. Gleich welcher Nationalität werden Sie über ein Drittel Ihres Lebens im Bett verbringen. Frische Luft und ein angenehmer Duft sind große Möglichkeiten, um Ihren Schlaf zu verbessern."

Unterschiedliche Schlafgewohnheiten

Bei den Schlafgewohnheiten kommen deutlich die kulturellen Unterschiede zum tragen: Während 62% der Mexikaner vor dem Schlafengehen meditieren, würde etwa die Hälfte der Amerikaner (47%) vor dem Schlafengehen beten. Eine erfahrungsgemäß weniger schlaffördernde Sitte hat sich in allen an der Befragung teilnehmenden Ländern eingeschlichen. 66 bis 80% würden in der Stunde vor dem Schlafengehen fernsehen.
"Diese bahnbrechende Umfrage legt nahe, dass chronischer Schlafentzug ein bedeutendes globales Gesundheitsproblem ist", so Russell Rosenberg, Direktor für Forschung und Forscher bei NeuroTrials Research. "Die National Sleep Foundation International-Schlafzimmer-Umfrage zwingt uns dazu, mehr zu forschen und einzigartige Lösungen für den Schlaf zu entwickeln, um alle dazu zu bewegen, den Schlaf ernst zu nehmen. Entspannen Sie sich, schalten Sie das Handy und TV aus und schaffen Sie angenehme Einschlafgewohnheiten. Das Schaffen der Voraussetzungen für guten Schlaf kann Ihr Leben verändern."

"Treiben Sie regelmäßig Sport. Kräftige Übungen sind am besten, aber auch leichte Übungen sind besser als keine Aktivität. Übungen zu jeder Zeit des Tages, aber nicht auf Kosten Ihres Schlafes. Gehen Sie an jedem Tag zur gleichen Zeit schlafen und stehen sie zur selben Zeit auf und vermeiden Sie es, mehr Zeit im Bett als nötig zu verbringen. Nutzen Sie Ihr Schlafzimmer nur zum Schlafen. Es kann helfen, Arbeitsmaterialien, Computer und Fernseher aus Ihrem Schlafzimmer zu entfernen. Stellen Sie sicher Ihre Sorgen für den Tag zu entfernen. Wenn Bedenken in den Sinn kommen, schreiben sie in einem "Tagebuch". So können Sie sich mit den Fragen am nächsten Tag beschäftigen.Wenn Sie nicht einschlafen können, sollten Sie in in ein anderes Zimmer gehen und etwas entspanntes machen, bis Sie müde werden. Leiden Sie an übermäßiger Tagesschläfrigkeit, Schnarchen, oder Atemaussetzern im Schlaf, kontaktieren Sie Ihren Arzt für ein Schlafapnoe-Screening."

Jan Born, Professor an der Universität Tübingen, weist jedoch darauf hin, dass vor allem kulturelle Unterschiede und nächtliche Rituale für die unterschiedlichen Ergebnisse verantwortlich sind.

Die Studie wurde von der National Sleep Foundation veröffentlicht.
Details zur Methode finden Sie unter
www.sleepfoundation.org




Deutschland schläft immer schlechter

DAK Studie 2017

16.03.2017 von Markus Kamps
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Das sollten Sie Wissen und beachten

Zeitumstellung 2017 und immer mehr Schlaflose ...

24.03.2017 von Markus Kamps

Foto © Johan Larson - fotolia.com

Schlafstörungen oder schlechter Schlaf beschäftigt viele Menschen insbesondere jetzt bei der Zeitumstellung 

Dies bestätigt in einem Interview mit der Schlafkampagne auch der Präventologe 
und Schlafberater aus Leidenschaft 
Markus Kamps.

Leider wird dem Schlaf und auch dem Bett zuwenig Aufmerksamkeit geschenkt. Wenn also nichts getan wird gibt es einen volkswirtschaftliche Gesamtschaden jedes Jahr durch Personen, die an behandlungsbedürftigen Schlafstörungen leiden von ca. 20,3 Mrd. ohne Zusatzkosten von Unfällen und Verletzungen bedingt durch Übermüdung und fehlender S c h l a f k o m p e t e n z.

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Chronobiologie – Was passiert mit mir am Tag und in der Nacht

01.06.2016

Foto © CandyBox Images - fotolia.com

Unsere innere Uhr bestimmt, wann wir abends müde werden und wann morgens unsere Lebensgeister zurückkehren. Sie steuert den Hormonhaushalt und viele weitere Prozesse in unserem Körper. Damit sie der Tageszeit gemäß richtig „tickt“, muss sie täglich neu gestellt werden. 

Hauptverantwortlich für die Abstimmung der chronobiologischen Uhr auf die entsprechende Tageszeit ist der Einfluss des leicht bläulichen Tageslichts. Die Raumbeleuchtung zeigt hier nur sehr wenig Wirkung, da sie meist ins Gelbliche geht. Allerdings kann ein abendlicher oder nächtlicher Gebrauch von Bildschirmen die innere Uhr aus dem Takt bringen, da diese Geräte ebenfalls bläuliches Licht verbreiten und so dem Körper suggerieren, der Sonnenaufgang stünde bevor. Dadurch wird die Ausschüttung des Müdigkeitshormons gehemmt.

Ob wir morgens gerne früh aufstehen oder lieber abends lange aufbleiben, ist zum Großteil genetisch bedingt und kann nicht umerzogen werden. Besonders gesund lebt, wer den Arbeitsalltag an seinen vorgegebenen Biorhythmus anpassen kann.

 

Hormone – die Zahnrädchen unserer inneren Körperuhr

Zu bestimmten Uhrzeiten (Durchschnittswerte) schüttet unser Gehirn Hormone aus, die wichtige Vorgänge in unserem Körper in Gang bringen.Diese Dinge sollten Sie wissen, wenn Sie viel unterwegs sind.

 

Was steuert meine innere Uhr tagsüber?

13-15 Uhr    Blutdruck und Hormonspiegel sinken ab, das Schmerzempfinden wird geringer

15-17 Uhr    Das Mittagstief ist überwunden, Blutdruck und Kreislauf kommen wieder in Schwung. Jetzt ist das                              
                    Langzeitgedächtnis bereit für Höchstleistungen

17-19 Uhr    Die Säuremenge im Magen steigt wieder an und erinnert an die nahende Essenszeit, die Blase
                    arbeitet auf Hochtouren.

19-21 Uhr    Nach dem Essen sinkt der Blutdruck erneut ab, das nächste Tief hat begonnen. Gegen 21 Uhr
                    wirken Antibiotika und Allergiemittel am besten.

21-23 Uhr    Die Verdauungsorgane machen Feierabend, die Körperabwehr hat jetzt ihre Hochphase. Gegen
                    23 Uhr endet die Kortisol-Ausschüttung und wird vom entspannenden Müdigkeitshormon
                    Melatonin abgelöst.

 

Was steuert meine innere Uhr nachts?

23-1 Uhr    Körpertemperatur, Stoffwechsel, Herzfrequenz und Blutdruck sinken deutlich ab, während die
                  Schreckhaftigkeit zunimmt. Wer jetzt schlafen geht, dessen Körper kann ungehindert
                  Reparaturprozesse starten und Zellen erneuern. Die Erlebnisse des Tages werden verarbeitet und
                  gespeichert.

1-3 Uhr      Das größte Leistungstief nimmt seinen Lauf: Die Reaktion auf optische Reize ist sehr verlangsamt
                  und die Kälteempfindlichkeit am größten. Dafür ist die Haut weniger empfindlich gegen
                  Schmerzen. Im Schlaf nimmt der Darm jetzt verstärkt seine Verdauungstätigkeit auf.

3-5 Uhr      Das Melatonin hat den höchsten Hormonspiegel erreicht und macht labil und träge.
                  Sauerstoffmangel im Gewebe wird eher toleriert. Ab 4 Uhr leitet die Kortisol-Produktion
                  (Stresshormon) den Weckprozess ein: wilde Träume und leichteres Aufwachen sind die Folge. Die
                  Körpertemperatur steigt langsam wieder an, gegen 5 Uhr ist der Blutdruck am höchsten.

5-6 Uhr    "Testosteron wird in hoher Dosis ausgeschüttet und die Wirkung des Sättigungshormons Leptin
                  geht zurück."