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Wie Ihr Baby schläft

29.04.2015

Foto © MidoSemsem/Shutterstock.com

Kaum ein Thema beschäftigt Eltern so sehr wie der Schlaf der Allerkleinsten. Über 400 Buchtitel nennt ein großer Online-Versandbuchhandel, wenn bei der Suche das Stichwort „Babyschlaf“ eingegeben wird. Warum Schlafen für Mamas und Papas wichtig ist? Dafür gibt es verschiedene Gründe. Die zwei wichtigsten: der eigene Schlafmangel und die Sorge um das Kind.

Ein Neugeborenes kennt noch keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht. Sein verhältnismäßig kleiner Magen kann nicht genügend Nahrung aufnehmen, um es für längere Zeit satt zu halten. In der allerersten Zeit ist der Hunger stärker als das Bedürfnis nach Schlaf.
Außerdem kennt ein Neugeborenes keinen Tag-Nacht-Rhythmus, denn erst ab dem 4. Monat entwickelt sich das Schlafzentrum langsam so weit, dass sich so etwas wie ein Rhythmus zeigt.

In den ersten Jahren wandelt sich das Schlafverhalten beim Baby enorm. Auch unter den Kindern sind die Unterschiede groß, daher sind alle Angaben zum Schlaf und zum Durchschlafen nur ungefähre Richtwerte.

 

Alter Nachtschlaf Schlaf am Tag Schlaf insgesamt
1 Monat 9 7 16
3 Monate 10 5 15
6 Monate 11 3 14
9 Monate 11 3 14
12 Monate 11 3 14

 

In den ersten drei Monaten sollte sich die Mutter möglichst ganz an den Rhythmus ihres Babys und nicht den Schlafrhythmus des Babys an sich anpassen, denn ein  Neugeborenes schläft aber nicht ununterbrochen - immer nur maximal drei bis vier Stunden am Stück - und das sowohl tagsüber als auch nachts, denn der Schlafzyklus des Babys ist kürzer als bei Erwachsenen. Es verbringt mehr Zeit in der REM-Phase und das braucht das Baby, weil sich in seinem Gehirn gerade so viele Dinge abspielen.
Erst ab dem 6. Monat können Kinder langsam feste Schlafenszeiten mitmachen.
„Schlaf ist gerade im ersten Lebensjahr eines Kindes von großer Wichtigkeit für die Entwicklung des Gehirns,“ so der bekannte Schlafforscher Jürgen Zulley. Denn schon mit dem ersten Geburtstag habe das Gehirn eines Babys 75 Prozent der Größe erreicht, die es als Erwachsener haben werde. Die Reifung des Gehirns findet vor allem in den Traum-Phasen statt.


Babyschlaf wird in drei Schlaftypen unterteilt: 

  • Wachphasen, aktiven und ruhigen Schlaf
  • REM-Schlaf (Rapid Eyes Movement, engl. für schnelles Bewegen der Augen),
  • Tiefschlaf. Babys seufzen in dieser Schlafphase auch, schmatzen und machen kleine Geräusche, denn auch sie träumen. Der Anteil dieser Schlafphase liegt bei Neugeborenen bei 50 Prozent, bei ihnen wechselt er sich rasch ab mit ruhigem Schlaf.

 

Schlaflagen

Es ist wichtig bei der Lage des Babys zwischen „Wachlage“ und „Schlaflage“ zu unterscheiden.

Ein Baby sollte immer auf dem Rücken „schlafen“, den in dieser Position kann es am besten atmen.

In der letzten Zeit wurde viel über die richtige Schlafstellung von Babys geschrieben. Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Schlafstellung und dem plötzlichen Kindstod (Wiegentod) gibt. 

Es gibt Theorien, dass das Baby in dieser „Schlaflage“ zu wenig Sauerstoff bekommt oder ersticken kann, wenn die Unterlage zu weich ist

Deshalb sollte ein Baby niemals unbeaufsichtigt in der Bauchlage „schlafen“.

1990 wurden in Deutschland 42 % der Säuglinge auf dem Bauch zum Schlafen gelegt, 2004 waren es circa acht Prozent was immer noch häufiger ist als in Ländern mit landesweiten Präventionskampagnen aus denen von 2 % bis 4 % berichtet wird. 
Ist das Baby älter als drei bis vier Monate und kann sich von selbst drehen und man hat ohnehin kaum mehr Einfluss auf seine Schlafposition.
Ist das Baby „wach“, aktiv und vor allen Dingen beaufsichtigt, sollte es aber immer wieder mal auf dem Bauch liegen. Dies stärkt die Bauch-, Nacken- und Rückenmuskeln, ist eine gute Vorbereitung für das Sitzen und dient der die Vermeidung von Fehlbildungen des Schädels (z.B. Flachschädel)

Muttermilch - Inhaltsstoffe helfen Babys nachts beim Einschlafen

08.03.2010

Muttermilch enthält bestimmte Substanzen, die den Säugling in der Nacht beruhigen und beim Einschlafen helfen. Das lassen die Ergebnisse einer spanischen Studie vermuten.

Für die Untersuchung gaben dreißig Mütter zwischen 26 und 39 Jahren im Laufe von 24 Stunden je sechs bis acht Milchproben ab. Die Milch wurde im Labor auf verschiedene Nukleotide geprüft, die dem Körper unter anderem als Botenstoffe und Energielieferanten dienen. Die Auswertung der Proben zeigte, dass die Konzentration einiger Nukleotide im 24-Stunden-Rhythmus schwankt. So waren Adenosin-, Guanosin- und Uridinmonophosphat nachts vermehrt in der Milch zu finden. Offenbar fördern diese Substanzen das Einschlafen in der Nacht und helfen dem Säugling, sich möglichst rasch in den Tag-Nacht-Rhythmus einzufinden.

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Muttermilch ist die optimale Nahrung für das Baby. Die Zusammensetzung passt sich dem Energiebedarf und dem Wachstum des Säuglings an und liefert nicht nur alle notwendigen Nährstoffe, sondern schützt auch vor Infektionskrankheiten und Allergien. Die Nationale Stillkommission empfiehlt, Säuglinge vier bis sechs Monate lang ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren und mit der Einführung der Beikost nicht sofort abzustillen.



Nukleotide sind die Grundbausteine der Nukleinsäuren DNA und RNA, die die genetischen Informationen im Organismus übertragen. Sie übernehmen zudem lebensnotwendige regulatorische Funktionen in den Zellen. Da diese Substanzen bereits eine wichtige Rolle in der vorgeburtlichen Entwicklung des Kindes spielen und schließlich über die Muttermilch ihren Beitrag dazu leisten, besteht großes Interesse an der Erforschung von Nukleotiden in der Ernährung. So werden Nukleotide z. B. auch Säuglingsanfangsnahrungen zugesetzt (in der Zutatenliste aufgeführt), mit dem Ziel, diese Nahrung der Muttermilch weitestgehend anzugleichen. In der Diätverordnung, die die gesetzlichen Vorgaben für Säuglingsnahrung regelt, wird für jedes einzelne Nukleotid und für die Gesamtmenge an Nukleotiden eine Höchstkonzentration definiert. So darf die Gesamtkonzentration 5 mg/100 kcal nicht überschreiten.



Weitere Informationen:

Mehr zum Speiseplan für das erste Lebensjahr erfahren Sie auf www.was-wir-essen.de in der Rubrik "Spezielle Ernährungsinfos". Informationsmaterialien können Sie z. B. auch über den aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V. ( www.aid.de), über die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. ( www.dge.de) oder über das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund ( www.fke-do.de) beziehen.



Quellen:

Sánchez, C.L., et al.: The possible role of human milk nucleotides as sleep inducers. Nutritional Neuroscience (2009), Bd. 12, Nr. 1, S. 2-8

aid-PresseInfo Nr. 47/09 vom 18. November 2009



Autorin:

Dr. Petra Goergens

Büro für Gesundheits- und Ernährungskommunikation

Frau Dr. Petra Goergens absolvierte 1998 das Studium der Oecotrophologie (Ernährungswissenschaften) in Gießen. 2004 promovierte sie an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden. Sie verfügt über mehrjährige Berufserfahrung in der Verbraucherinformation und Öffentlichkeitsarbeit sowie in der Organisation und Durchführung von (Fach-)Veranstaltungen, Fortbildungen und der Erstellung/Redaktion von Informationsmaterialien. Zu ihren Zielgruppen zählen Verbraucher (Kinder, Erwachsene), Experten und Multiplikatoren.


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Baierbrunn (ots) - Wie Babys Umzug aus dem Elternschlafzimmer ins eigene Reich besser gelingt.
Babys sind zum Schlafen am besten im Elternschlafzimmer aufgehoben, aber im eigenen Bettchen. Mit etwa einem Jahr raten Experten zum Umzug in ein eigenes Zimmer. Es kann ein paar Tage dauern, bis sich das Kind an die neue Umgebung gewöhnt, und oft fließen auch Tränen. Eltern sollten sich davon nicht allzu sehr verunsichern lassen. "Kinder merken schnell, dass sie die Eltern in der Hand haben", sagt Dr. med. Alfred Wiater, Chefarzt der Kinderklinik des Kölner Krankenhauses Porz am Rhein, im Apothekenmagazin "BABY und Familie". "Sie entwickeln dann ein ausgeprägtes Dominanzverhalten und zögern das Schlafen hinaus." Sein Rat: Bauen Sie tagsüber Trennungen in den Alltag mit dem Kleinen ein. Verabschieden Sie sich immer wieder für kurze Zeit und verlassen Sie das Zimmer. So lernt der Nachwuchs, dass Trennungen von Mutter und Vater normal sind. Und vor allem: dass die Eltern zuverlässig zurückkommen.


www.gesundheitpro.de