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Obermatratze

31.05.2015

Foto © Veldeman Bedding nv

Das wichtigste Element in jedem Bett ist die Matratze, die es ebenfalls beim Boxspringbett in verschiedenen Ausführungen gibt. Da nicht nur die Matratze, sondern auch das Unterbett wie eine Matratze aussieht, wirkt das Boxspringbett, als ob es aus zwei übereinander liegenden Matratzen bestehen würde. Wie man weiß handelt es sich bei der Untermatratze im eigentlichen Sinne nicht um eine Matratze sondern um eine Unterfederung, und trotzdem hat sich der Begriff „Doppelmatratze“ teilweise eingebürgert.

Auf die Untermatratze des Boxspringbettes wird die Obermatratze gelegt. Diese ist im Grunde identisch mit der normalen Matratze im konventionellen Bett. Bei der Matratze handelt es sich in der Regel um eine wesentlich dickere Matratze, die je nachdem ob es sich um ein amerikanisches oder ein skandinavisches Boxspringbett handelt, häufig bis zu 30cm in der Höhe misst. Dies ist in Deutschland normalerweise nicht üblich.

Die eigentliche Matratze des Boxspringbetts unterscheidet sich nur geringfügig von den Matratzen, die auch in anderen Betten verwendet werden. Bei der Auswahl gibt es keine Beschränkungen hinsichtlich der Beschaffenheit oder des Materials. Generell empfiehlt es sich, die Obermatratzen zu wählen, die vom Hersteller des jeweiligen Bettes abgestimmt auf die Federkernbox angeboten werden wie

  • Bonellfederkerne
  • Taschenfederkerne
  • Tonnentaschenfederkerne
  • Kaltschaum
  • Latex

Alle Matratzenarten sind sehr gut geeignet, sorgen für einen hohen Schlafkomfort. Und doch unterscheiden sie sich. Beim klassischen Boxspringbett kommt außerdem nur eine Federkernmatratze in Frage. Andere Varianten wie Schaum oder Latex sind alternative Lösungen, die sich vom ursprünglichen Konzept entfernen.

BONNELL-FEDERKERN

Ein Bonnellfederkern besteht aus Stahlfedern in taillierter Form (der Federdurchmesser ist also in der Mitte etwas kleiner), die durch eine Spirale miteinander verbunden sind. Der obere und untere Abschluss des Bonnell-Federkerns wird jeweils von Rahmen aus Stahldraht oder Bandstahl gebildet. 

Jede Feder ist doppelt vergütet. Dadurch bleibt sie dauerhaft elastisch und bricht nicht so schnell. Das Bonnellfederkernsystem ist sehr stabil und hat eine progressive Federkraft, d.h. es ist zunächst weich. Je mehr Federn belastet werden, umso härter wird es. Der Körper wird in idealer Weise gestützt, und der große Raum zwischen den Federn sorgt für eine gute Durchlüftung und ein trockenes Schlafklima. Verglichen mit anderen Federkernen ist die Anzahl an einzelnen Federn beim Bonnell-Federkern eher gering. So besteht ein 7 Zonen- Bonnellfederkern etwas aus 500 Einzelfedern bei einer Größe von 100/200 cm.

Bonnellfederkene sind flächenelastisch. Deshalb wird dieser Federkern nur im unteren Preissegment eingesetzt. Eigentlich ist ein solcher Aufbau wenig sinnvoll, denn als Unterbett einen Bonnellfederkern und als Obermatratze ebenfalls macht keinen Sinn. Denn wenn beide Federungen flächenelastisch sind, ergänzen sie einander weniger gut, was den Liegekomfort schmälert. 

TASCHENFEDERKERN

Bei Taschenfederkernen werden die einzelnen Federn in "Taschen" aus verschiedenen Materialien eingenäht und an ihren Berührungspunkten miteinander vernäht oder durch Klammern bzw. Stoffstreifen zusammengehalten. Die komplette Stoffummantelung jeder einzelnen Feder sorgt dafür, dass die Federkraft gedämpft und Geräusche vermieden werden. Taschenfederkerne sind in der Punktelastizität den Bonnellfederkernen überlegen, denn sie geben nur an den Punkten nach, an denen sie auch belastetet werden. Taschenfederkernmatratzen reagieren präzise auf Druck und passen sich gut an den jeweiligen Körper an, da die Federn sehr beweglich sind.

Das Zusammenwirken von Bonnellfederkern im Unterbett und Taschenfederkern als aufliegende Matratze ermöglicht das typische, leicht federnde Liegegefühl im Boxspringbett. Den höchsten Komfort bietet jedoch die Tonnentaschenfederkernmatratze, bei der die Metallfedern eine bauchige Form haben und damit bedeutend flexibler sind als Taschenfederkernmatratzen. Sie heißen so, weil sie die Form einer Tonne haben. Im Gegensatz zu Bonnellfedern werden sie zur Mitte hin nicht schlanker, sondern dicker. 

Die Anzahl und die Form der Federn haben aber kaum Einfluss auf die Liegeeigenschaften, sondern den Unterschied zwischen Taschen- und Bonell-Federkernen machen die Stofftaschen des Taschenfederkernes aus. Sie dämpfen die Federkraft, sodass ein Taschenfederkern in der Regel weniger nachschwingt.

KALTSCHAUM

Schaumstoff ist nicht zu verwechseln mit Schaumgummi. Latex-Schaum ist ein künstliches Produkt. Es beruht auf einem der Natur nachempfundenen Luftporensystem und ist in der offenporigen, unregelmäßigen Zellenstruktur mit dem Aufbau des Naturschwammes vergleichbar. 

Schaumstoffmatratzen standen lange Zeit zu Recht in schlechtem Ruf. Sie galten als Billigware mit schlechter Haltbarkeit. Dies hat sich in den letzten Jahren durch Neuentwicklungen wie offenzellige Schaumstoffe grundlegend geändert. Bei der Fertigung moderner Matratzen mit mehreren Komfortzonen werden Schäume verschiedener Dichte, verschiedenartigen Luftkammern, unterschiedlicher Raumgewichte und Härten partienweise nach den jeweils geforderten Eigenschaften der fertigen Matratze zusammengesetzt, um allen liegetechnischen, schlafklimatischen, hygienischen und verwendungsspezifischen Ansprüchen gerecht zu werden. So können innerhalb einer Matratze weichere und festere Liegeflächen vorhanden sein.

Zur perfekten Ausbildung des Schaums sind bestimmte Temperaturen erforderlich. Man spricht bei der Schaumherstellung von Heißschaum (hier wird die Wärme von außen zugeführt) und von Kaltschaum (hier wird der Schäumungsprozess ohne Wärmezufuhr vollzogen). Bei der Matratzenfertigung wird überwiegend Kaltschaum eingesetzt. Dessen Qualitäten und Eigenschaften hängen u.a. vom Raumgewicht, der Stauchhärte, der Art der Herstellung und der eingearbeiteten Profile ab.

Unter dem Raumgewicht versteht man das kg-Gewicht pro m³ aufgeschäumter Rohmasse, oder anders gesagt, so viele Kilogramm wiegt ein Kubikmeter Schaumstoff vor dessen Weiterverarbeitung. Als Faustregel gilt: je leichter ein Schaumstoff ist, desto mehr wurde am Materialeinsatz eingespart, und desto weniger langlebig ist die Matratze.

Kaltschaum bietet eine unregelmäßige, grobe Porenstruktur, ist offenzellig und hat daher eine hohe Luftdurchlässigkeit, was ihn atmungsaktiv macht. Eine ideale Grundvoraussetzung für ein angenehmes Schlafklima. Der Kaltschaum ist unter den Schaumstoffen das beste und wertvollste Material, das ähnlich Werte wie Latex erreicht. 

Kaltschaum wird häufig für die Herstellung von 7-Zonen-Matratzen eingesetzt, da ein Einsinken des Körpers an den stärker belasteten Stellen der Matratze (Schulter und Gesäß) zu einer orthopädisch gesünderen Körperhaltung beim Schlafen führt. Sie zeichnen sich durch eine hohe Punktelastizität aus.

7-Zonen-Kaltschaummatratzen sind symmetrisch aufgebaut, man kann die Matratze deshalb wenden und andersherum ins Bett legen. Die sieben Zonen sind eigentlich vier Zonen, die in der Mitte gespiegelt sind – es gibt je eine Zone für Kopf, Schulter und Becken, die vierte Zone ist die Hüft-Zone in der Mitte der Matratze. Nach unten baut die Matratze wieder von Becken- zu Schulter- zu Kopfzone auf. Ob sieben Zonen wirklich einen Nutzen haben ist umstritten. Im Grunde gelten drei Zonen als ausreichend. 

Aus diesen Gründen kommt bei einigen Anbietern von Boxspringbetten als Alternative zu einer Federkern-Obermatratze eine Obermatratze aus Kaltschaum zum Einsatz. Diese Lösung ist optimal für Personen, die keinen Wert auf das typische federnde Verhalten der Boxspring-Matratzen legen und sich dennoch einen ergonomischen Schlafkomfort wünschen. 

Durch die sehr gute Wärmeisolation sind Kaltschaummatratzen für Personen, die leicht schwitzen, meist ungeeignet.

LATEX

Ganz vereinzelt gibt es auch Hersteller von Boxspringbetten, die Obermatratzen aus Latex alternativ zur Federkernen oder Kaltschaum anbieten. 

Latexmatratzen bestehen aus Kautschuk mit synthetischen bzw. natürlichen oder gemischten Anteilen. Diese sind je nach Qualität sehr unterschiedlich und reichen von 0 % (man spricht dann von Synthetiklatex) bis zu 100 % (Naturlatex). Sie werden durch Vulkanisation hergestellt, indem die Latexmischung in eine Stahlform gegossen und anschließend erhitzt wird.

Als Naturlatexmatratze darf eine Matratze nur dann bezeichnet werden, wenn ausschließlich Naturpolymere verwendet werden und kein synthetischer Latex beigemischt wird.

Latexmatratzen zeichnen sich durch eine ausgeprägte Flexibilität und eine hohe Elastizität aus, wobei der Naturlatex/Naturkautschuk im Vergleich zu synthetischem Latex eine wesentlich höhere Elastizität (Punktelastizität) aufweist. Sie haben ein sehr gutes Federungs- und Rückstellungsverhalten bei Liegeveränderungen.

Latexmatratzen mit hohem Raumgewicht sind teilweise sehr schwer und unhandlich. Sie haben mitunter einen leichten Eigengeruch, der aber meistens nach kurzer Zeit verschwindet.

Alle Matratzenarten werden in verschiedenen Härtegraden angeboten. Die Parameter Körpergewicht, Körperform und Schlafgewohnheiten bestimmen den zu wählenden Härtegrad, den es in H1 Soft, H2 Mittel und H3 Hart gibt.

H1 Soft ist für Seitenschläfer geeignet, H2 Mittel für Bauch- und Seitenschläfer, und für H3 Hart für Schläfer, die eine harte Matratze bevorzugen. Um erholsam schlafen zu können, sollte man also unbedingt auf den Härtegrad der Matratze achten und probeliegen, wenn man unsicher ist.

Ein wichtiger Faktor, der zum Schlafkomfort beiträgt, ist jedoch, wie bei allen Betten, die Wahl der richtigen Kombination aus Unterfederung und Matratze. Deshalb sollte jeweils eine speziell auf eine Boxspring-Federung abgestimmte Matratze gewählt werden, denn erst im Zusammenspiel mit der Untermatratze sorgt die Obermatratze für eine optimale Unterstützung des Körpers beim Liegen bzw. Schlafen.