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von der Antike bis zur Neuzeit

Kulturgeschichte der Nachtkleidung

von Joachim Becker

Die längste Zeit der Menschheitsgeschichte hindurch war es gesellschaftlicher Usus, nackt zu schlafen. Schließlich waren Adam und Eva im Paradies vor dem Sündenfall ebenfalls nackt gewesen.
Unsere Vorfahren schliefen nackt auf Fellen, Moosen, Blättern und Gräsern und der Schlaf war über viele Jahrhunderte eine öffentliche Angelegenheit, denn auch im 13. Jahrhundert lagen die Menschen noch nackt im Bett und schliefen mit Bediensteten und Verwandten in einem Raum.
Von 1347 bis 1352 zog die große Pest durch Europa, was sowohl Besitzverhältnisse wie geistige Werte und nicht zuletzt auch die Nachtmode einschneidend veränderte. Gleichzeitig nahm der Einfluss der Kirchen auf die Menschen zu. Das veränderte zusätzlich die Nachtmode.
Bei der Nachtkleidung der Mönche war der Hals so etwas wie die sittliche Wasserscheide. Sie schliefen bis zur Halskrause bedeckt, aber mit nacktem Haupt, während bis dahin der Rest der Bevölkerung splitternackt, aber mit einer Nachtmütze oder Haube auf dem Kopf ins Bett hüpfte, denn man glaubte damit die Haare oder die Frisur zu schützen. Man schlief also „nackt, Leib an Leib.“ 
In Kleidern schliefen Arme, die weder Bett noch Bettzeug hatten, sowie Kranke und man ließ dann einfach das Hemd an, welches sie tagsüber getragen haben. Kranke Menschen trugen nachts ebenfalls meist ein weißes Hemd aus Leinen für die Nacht.

Zur Zeit des Barocks (1575-1770) wandelte sich aber auch die gesamte Einstellung der Natürlichkeit. Plötzlich war es nicht mehr sittsam, sondern sündhaft offene Sexualität zu leben. Eltern sollten sich nicht mehr nackt vor ihren Kindern zeigen und somit wurde auch das gemeinsame Schlafen unterbunden. Diese Einstellung wurde allgemein von der europäischen Oberschicht übernommen, aber erst Ende des 18. Jahrhunderts lösten sich die letzten Schlafkommunen auf, als eine Revolution durch die Betten fegt: die Hygiene.
Nachtwäsche ist heute der Sammelbegriff für vorwiegend oder ausschließlich nachts zum Schlafen getragene Kleidung oder Wäsche.
Als Nachtwäsche gelten im Besonderen:
Nachthemd
Negligé
Babydoll
Schlafanzug/Pyjama
Schlafoverall
Schlafmütze


Sehen wir uns die Kulturgeschichte im Folgenden einmal näher an.