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Im Gespräch mit Dr. Dietrich Moldan

Was tun gegen Elektrosmog?

von Gerrit Wustmann

Wie gefährlich ist Elektrosmog? Und wie kann man die Strahlungsbelastung, die möglicherweise Schlafstörungen mitverursacht, reduzieren? Im Gespräch mit der Schlafkampagne spricht der Experte Dr. Dietrich Moldan über Symptome, Strahlungswerte und die Optimierung des persönlichen Schlafumfelds.

Warum ist guter Schlaf so wichtig?

Dr. Moldan: Guter Schlaf dient der Erholung, Regeneration, der Entspannung, nachdem der Körper den ganzen Tag unter Anspannung stand. Wichtig ist ein Raum, den man lüften kann, damit man genug Sauerstoff bekommt, und man sollte ihn komplett abdunkeln können, weil sonst Lichtquellen den Schlaf stören. Das Bett sollte so einstellbar sein, dass man optimal liegt – wichtig sind folglich eine gute Unterfederung, Matratze, ein Nackenkissen und eine auf den Wärmebedarf abgestimmte Zudecke. Und Elektrosmog sollte vermieden werden.

Inwiefern können Elektrogeräte den Schlaf stören?

Dr. Moldan: Die Zirbeldrüse produziert Melatonin. Das ist quasi die Krebspolizei des Körpers. Melatonin bekämpft Krebszellen. Licht und Elektrosmog erzeugen sichtbare bzw. unsichtbare elektromagnetische Wellen. Der Zirbeldrüse werden davon Tagreize vermittelt, weshalb sie weniger Melatonin produziert.

Welche Symptome kann Elektrosmog denn auslösen?

Dr. Moldan: Symptome können Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Bluthochdruck, Allergien, Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein sein. Im schimmsten Fall kann es zu Krebs kommen. Kinder werden unruhig, wollen womöglich nicht im eigenen Bett schlafen.

Das sind alles recht unspezifische Symptome, die auf alles Mögliche hindeuten können...

Dr. Moldan: Richtig. Man kann aber mal ausprobieren, ob sie verschwinden, wenn man Elektrogeräte in unmittelbarer Nähe zum Schlafplatz nachts abschaltet. Wenn ja, lag es höchstwahrscheinlich am Elektrosmog. BMW hat festgelegt, dass seine Mitarbeiter durch schnurlose DECT-Telefone nicht mehr als 100 Mikrowatt pro Quadratmeter abkriegen sollen und sehr viel Geld in die Umsetzung investiert. Ein Beispiel: Die Basisstation eines schnurlosen DECT-Telefons erzeugt in nächster Nähe produziert bis zu 100.000 Mikrowatt pro Quadratmeter.

Ist das Theorie oder gesicherte Erkenntnisse? Immerhin spricht die WHO davon, dass beispielsweise Mobilfunkstrahlung „möglicherweise krebserregend“ sei – man ist sich aber nicht sicher, da eine valide Datenbasis fehlt...

Dr. Moldan: Bei der Internationalen Krebsagentur IARC waren sich die Gutachter nicht einig, weil man bestimmte Wirkmechanismen nicht kannte, daher die zurückhaltende Empfehlung. Heute geht man aber fest davon aus, dass die Strahlung krebserregend ist, weil man inzwischen neue Erkenntnisse gewonnen hat

Betrifft das alle Menschen oder nur bestimmte Gruppen?

Dr. Moldan: Generell sind alle Menschen von Nervenzellenreizung und den besprochenen Einflüssen betroffen, aber jeder reagiert anders. Solange das Immunsystem gesund ist kann es sein, dass keiner der potentiellen Auslöser Probleme bereitet. Eher anfällig sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, zum Beispiel durch Grippeviren, Patienten mit Multipler Chemischer Sensitivität MCS, Schimmelpilzbetroffene, Menschen mit Amalgamfüllungen sowie Kinder, alte und kranke Menschen.

Elektrogeräte aus dem Schlafzimmer zu entfernen – bringt das wirklich was? Immerhin strahlen Geräte aus anderen Zimmern / Wohnungen und von draußen weiter...

Dr. Moldan: Jein. Wenn Sie das Licht ausmachen, ist es trotzdem nicht unbedingt dunkel, weil vor dem Fenster Laternen stehen. Aber deren Intensität ist geringer. Dasselbe gilt möglicherweise für das W-LAN in der Nachbarwohnung. Je näher eine Strahlungsquelle ist, desto mehr Strahlung bekommt man ab, und desto höher ist das Risiko. Die Geräte im direkten persönlichen Umfeld abzuschalten bringt also bereits sehr viel. Das Entscheidende ist, dass die Geräte vom Netz getrennt werden, zum Beispiel über eine abschaltbare Verteilerleiste.

Bei Wasserbetten und Betten mit motorisiertem Rahmen wird es dann schwierig...

Dr. Moldan: Nein. Ein Wasserbett hält problemlos seine Wärme über Nacht, man kann die Heizung abends abschalten. Man muss die Stromzufuhr zum Bett trennen, am besten mit einer schaltbaren Leiste und zusätzlichem Netzfreischalter, der von der Wechselspannung auf die biologisch unbedenkliche Gleichspannung schaltet.

Metallfreies Schlafen“ ist ein Trend – aber was bringt es denn konkret, in Bett und Schlafzimmer auf Metallelemente zu verzichten?

Dr. Moldan: Die Baubiologie hat die Natur als Maßstab, und auch gesundes Schlafen will einen Naturzustand schaffen. Aber die Meinungen gehen auseinander. Die einen predigen kompletten Metallverzicht. Ich selbst habe zum Beispiel ein Bett mit Motorrahmen und Netzabkoppler. Der Einfluss von Metall ist viel geringer als der von Strom und Spannung.