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Dr. Heidinger - Leiter des Ergonomie-Instituts MĂźnchen im Interview

16.06.2011 von Markus Kamps

Kamps: Guten Tag Herr Dr. Heidinger, schön dass Sie sich Zeit für die Schlafkampagne genommen haben.
Dr. Heidinger: Ja immer doch gerne für Sie Herr Kamps, was darf ich beantworten?
Kamps: Der häufigste Grund, eine neue Matratze zu kaufen sind oft Rückenbeschwerden
Ein Bettwarenverkäufer ist aber oft mit bestimmten Krankheitsbildern überfordert
oder in der Beratung und in der Empfehlung eher unsicher.
Wie kann man das ändern ?

Dr. Heidinger: Ja, dass Problem ist ja auch Ihnen bekannt. Wünschenswert wäre sicherlich eine
Fundierte& spezifische Ausbildung für Fachverkäufer die sowohl
a.) die Hintergründe bei Krankheitsbildern klar macht
b.) die individualisierte Lösung vermittelt
Leider sind die Grundlagen noch nicht so weit.
Kamps: Wie meinen Sie dass ?
Dr. Heidinger: Es fehlt die Grundlagenforschung und Langzeitstudien zu den Themen
Lagerung & Vorgaben für bestimmte Indikationen.
Kamps: Okay, es fehlt an Grundlagen, aber trotzdem geben auch jetzt schon einige Hersteller
So genannte Heilversprechen zu Ihren Produkten ab.
Oder besser gesagt es sind Marketingaussagen zu körperlichen Besonderheiten.
Was sollte der Verbraucher bei solchen Aussagen tun.
Dr. Heidinger: Bei solchen Aussagen und gerade bei Heilversprechen ist es sehr wichtig zu bewerten, ob es nachprüfbare Verfahren oder Studien oder Tests sind die diese Sachinformation belegen. D.h. Schadstoffanalysen oder offengelegte Prüfverfahren sind z.B. belegbar
und nachvollziehbar. Bei defusen allgemeinen Worthülsen mit verdeckten Heilversprechen sollte der Verbraucher erstmal kritisch bleiben.
Kamps: Danke, für den Tipp.
Ein andere Trend sind zur Zeit die Flut von viscoelastischen Kombimatratzen.
Aus Verbraucherrückmeldungen hört man, dass der guten Druckentlastung oft eine
geringeres Stützverhalten entgegensteht.
Für wen sind Ihrer Meinung nach solche Matratzen geeignet und wer sollte die Finger davon lassen ?
Dr. Heidinger: Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von solchen Visco- Kombimatratzen.
Ein sinnvoller Aufbau sollte immer eine nicht zu hohe Viscoschicht zur Druckentlastung und eine weitere Basisstützschicht zur Körperstützung haben.
So ein Aufbau bietet sowohl die angenehme Druckreduzierung wie auch eine ausreichende Stütze.
Je dicker allerdings die Deckschicht aus Visco oder sogar bei Vollblockvarianten wird tatsächlich die aktive Stützkraft weniger, was jedoch nicht immer ein Nachteil bedeutet.
Diese Varianten des Viscoaufbau machen weicher und vergrößern somit die Kontaktfläche, dies ist gut zur aktiven Druckminderung.
So ein Aufbau eignet sich aus den Erfahrungen jedoch oft weniger für bestimmte größere und schwerere Personen.
Außerdem sollte der Verbraucher immer berücksichtigen, dass solche Materialien die Druck- & Stützeigenschaften immer in Abhängigkeit vom Raum- & Bettklima verändern.
Kamps: Ja, Danke schön. Nun mal zu Stiftung Warentest.
Alljährlich sind Tests zu Matratzen zu finden, die auch entscheidend auf die Verkäuflichkeit von Waren einwirken.
Sind Ihrer Meinung nach die Testverfahren und Aussagen im ergonomischen Bereich ausreichend und werden diese Tests den doch sehr spezifischen Anforderungen überhaupt gerecht? Und wie kommt es immer wieder zu Wiedersprüchen zu der Bedeutung von Unterfederungen!
Dr. Heidinger: Es ist ja durchaus sinnvoll und auch hilfreich, da es ja kaum andere Orientierungen gibt.
Sinnvoll oder besser gesagt wünschenswert wäre sicherlich eine noch stärkere Differenzierung die noch mehr Eignungsempfehlungen berücksichtigt.
Dies hilft auch in Bezug der Lattenrost Aussagen.
Ich Dr. Heidinger bin der Auffassung, dass ein gut einstellbarer Lattenrost der funktioniert, dann auch sehr wichtig sein kann.
Ein einfacher Lattenrost der wenig Einstellspektrum hat und dann ggf. noch mit zu hohen oder zu steifen Matratzen kombiniert wird hat eher keine dominante Wirksamkeit.
Der Trend noch differenzierte zu testen ist erstmal gesetzt, mal sehen wie es weiter geht.
Kamps: Ja, Trend ist ein gutes Stichwort.
Die Matratze für jedermann kann und wird es wohl nie geben.
Was fehlt den Matratzen für die Zukunft, um den neuen gehobenen Ansprüchen
gerecht zu werden oder einfacher wo gehen die Entwicklungen hin ?
Dr. Heidinger: Matratzen der aktuellen Zeit, sind auch schon Matratzen der Zukunft, allerdings
wird man in Zukunft noch mehr auf individuelle Bedürfnisse eingehen.
Entweder:
… durch systematisches Abstimmen von Einzelkomponenten
oder
… durch individualisieren von Systemen.
Außerdem wird es um die Nachvollziehbarkeit der Beratung
gehen, d.h. Der Verkäufer sollte klare Empfehlungen geben können damit Fehler vermieden werden können.
Kamps: Ja, da sind wir wieder mal auf einer Linie, Fehler vermeiden und klare Empfehlungen.
Abschließend noch die Frage „Was wünschen Sie sich für die Branche ?“
Dr. Heidinger: Eigentlich nur mehr Daten & Fakten als Basis für eine noch differenziertere produktbezogene, menschbezogene oder wirkungsbezogene Arbeit.
Kamps: Vielen Dank für unser Gespräch und Allzeit guten Schlaf !
Dr. Heidinger: Danke, auch Ihnen weiterhin viel Erfolg.