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Naturbettwaren: ganzheitlich schlafen

Naturbettwaren im Trend

von Gerrit Wustmann

Beim Stichwort „Naturbettwaren“ denkt man erstmal an Bio und Öko – Begriffe, die für die einen eine Lebensphilosophie bergen, während sie für andere bloßes Marketing sind. Tatsächlich entsteht aber auch in der Möbelbranche und bei den Endkunden ein neues Bewusstsein nicht nur für die Nachhaltigkeit von Materialien und Herstellung, sondern auch größeren Komfort im heimischen Schlafzimmer. Das beginnt beim Bett an sich und geht bis hin zu Accessoires wie Kissen und Bezügen.

Quelle: Markus Kamps - Gerrit Wustmann

Der ungarische Bettenhersteller Vitalwood erhielt 2011 den Interior Innovation Award der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne für seine Bettfedern aus Massivholz. Nicht nur der Liegekomfort, auch die Haltbarkeit sei besser als bei Metallfedern, heißt es – natürlich in Kombination mit der richtigen Matratze, die bei Vitalwood, ebenso wie die Bettrahmen, aus natürlichen Materialien bestehen. Man setzt aber nicht nur beim Endprodukt, sondern schon in der Herstellung auf Nachhaltigkeit einerseits bei der Materialgewinnung und beim Transport, andererseits auch bei der Verarbeitung. Diese sei nicht nur auf Langlebigkeit ausgerichtet, sondern auch auf Gesundheitsverträglichkeit. So werden die Hölzer bei Vitalwood nicht mit Lacken behandelt, die potentiell giftige Chemikalien enthalten. Zudem kommen viele der Bettsysteme gänzlich ohne Metall aus. Anstelle von Nägeln und Schrauben verwendet man Holzdübel. „Den Kunden ist der Schweiz und in Österreich ist dies sehr wichtig, aber auch in Deutschland werden metallfreie Betten vermehrt nachgefragt“, sagt Gabor Vörös.

Grund dafür ist zweifellos auch die Sorge vor Elektrosmog. Man fürchtet die leitende Wirkung der Schrauben. Ob das berechtigt oder übertrieben ist, mag jeder für sich entscheiden. In jedem Fall reagiert die Industrie auf die Bedürfnisse der Kunden, und vor allem Anbieter im hochpreisigen Luxussegment lassen sich immer neue Features einfallen, die teils mit traditionell bewährten Konzepten kombiniert werden. So zum Beispiel beim Schweizer Hersteller Hüsler Nest, der sein patentiertes Trimellensystem mit Bettrahmen renommierter Designhersteller kombiniert. Hüsler propagiert in seiner Philosophie ein Modell aus drei Säulen: Anatomie, Klima / Hygiene und hohe Materialqualität. Das Ergebnis ist ein Unterfederungssystem, das bereits beim Liegen ohne Matratze ein angenehmes Gefühl bietet, das so auf anderen Unterfederungssystemen kaum denkbar wäre.
Generell scheinen Betten aus natürlichen Materialien neben Boxspringbetten der neue Renner in deutschen Schlafzimmern zu sein – zumindest wenn man nach dem Aufgebot auf den großen Möbelmessen urteilt, auf denen sich in den letzten Jahren mehr und mehr Hersteller fanden, die auf „grün“ setzten, während noch bis Mitte der Nuller Jahre eher Hightechspielchen und Futurismus das Leitbild bestimmten. Vielleicht hat es auch etwas mit der globalen Finanzkrise zu tun. Die Menschen würden sich wieder vermehrt auf das eigene Heim und die Gemütlichkeit, aber auch auf stabil-traditionelle Werte wie Familie und Gesundheit konzentrieren, hieß es zuletzt in einer Pressemitteilung zur IMM.

Doch nicht nur das Bett selbst geht diesen Weg, auch die zahlreichen Accessoires. Vielen Menschen geht es offenbar um in stimmiges Gesamtkonzept. Dass man unter synthetischer Bettwäsche aufgrund mangelnder Atmungsaktivität schlechter schläft ist keine Neuigkeit, doch auch im Rahmen der natürlichen Materialien, die seit jeher beliebt sind, gibt es innovative Anläufe. Neben Bettdecken und Bezügen aus Baumwolle und Kaschmir präsentierte beispielsweise Billerbeck auf der letzten Heimtextilmesse in Frankfurt eine umweltfreundliche Sojadecke aus Naturfasern, die zudem den Vorteil ha, dass sie vergleichsweise günstig hergestellt werden kann. Denn hier liegt nach wie vor eine Diskrepanz: Einerseits wollen die Menschen hohe Qualität und ökologisch vertretbare Produktionsmethoden, andererseits wollen oder können sie weniger Geld investieren als früher. Wenn auch bei manchen die Knappheit eher gefühlt als real ist, das Preisbewusstsein hat sich verändert. Auch die Mittelschicht will auf einen gewissen Luxus im eigenen Heim nicht verzichten. Produkte wie die Naturfaserdecke von Billerbeck wollen aber nicht nur dies bieten, sondern auch zu einem gesunden und erholsamen Schlaf beitragen, für den das Schlafklima maßgeblich ist. So heißt es, die Decke könne Wärme speichern und Feuchtigkeit aufnehmen und biete durch die Verwendung von Satin ein trockenes Schlafklima.
Ein weiteres typisches Ökoprodukt – von den einen belächelt, von den anderen nicht mehr wegzudenken – sind Dinkel- und Kirschkernkissen. Obwohl man sie recht einfach selbst herstellen kann, gibt es längst einen beachtlichen Markt für derartige Accessoires, nicht nur im stationären Handel, sondern auch online. Zum einen verfügen sie über eine natürliche und kostengünstige Füllung, zum anderen haben sie den Vorteil, sich Kopf und Nacken optimal anpassen zu können, ohne schnell auszuleiern. Die wesentliche Frage hierbei ist aber die nach der Gemütlichkeit, zumal das verstärkte Rascheln der Füllung den Schlaf auch stören kann. Praktisch sind sie allerdings als Wärmekissen, da man sie in Mikrowelle oder Backofen problemlos aufheizen kann und sie im Gegensatz zu herkömmlichen Heizkissen oder Heizakkus weder viel Strom verbrauchen noch über metallene oder chemische Komponenten verfügen.

Auch hier zeigt sich wieder der Rückgriff auf die Tradition, denn lange galten solche vergleichsweise simplen „Hausmittelchen“ als verpönt und waren allenfalls bei den Großeltern anzutreffen. Nun halten sie wieder Einzug in die Wohn- und Schlafzimmer. Vielleicht war ja früher doch nicht alles so schlecht.