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Betten Fachhandel: ALLES GELOGEN ? Stiftung Warentest kritisiert Werbeaussagen & Verkaufsstrategien

Stiftung Warentest - Stellungnahme der Schlafkampagne

27.09.2015 von Markus Kamps

Foto © Markus Kamps

INFOS für VERWIRRTE MATRATZENKUNDEN

Hier erhalten Sie eine Einschätzung aus unserer herstellerneutralen Sicht.
Jeder Mensch ist doch anders und individuelle Lösungen sind immer anders wie standardisierte Prüfungen.
Oder was denken Sie ?
Der Handel geht wirklich manchmal sehr verwirrend vor und nicht immer nachvollziehbar was die Argumente angeht.
Werbebotschaften ähnlich wie eine Einleitung in einem Märchen.
Aber stimmt alles was die Stiwa schreibt ?

Betten-Fachhandel: Alles gelogen?

´´Viele Händler und Hersteller in der Bettenbranche erzählen Unsinn, dass sich die Lattenroste biegen“,
heißt es aktuell bei der Stiftung Warentest (den Beitrag kann man online hier nachlesen). 

Harter Tobak, der bei den Betroffenen wenig Freude auslösen dürfte. Werbeaussagen der Industrie seien falsch und irreführend, die Händler würden aufgrund hoher Margen ihren Kunden nicht das optimalste, sondern das teuerste
Produkt verkaufen, so die Ergebnisse des Tests, den sich das Team der Schlafkampagne mal genauer angesehen hat. 

Wir als Schlafkampagne finden es toll, dass seit langem endlich die Stiftung Warentest auch mal wieder den Unterbau unter die Lupe nimmt. Die Tester haben sich sehr im Detail mit Verfahren und Aufteilungen beschäftigt. Schade finden wir, dass jedoch nur 40 % des Ergebnisses mit den Liegeeigenschaften zu tun hat, so viele Widerspüche in der Test-Veröffentlichung zu finden sind und nun deshalb der Endverbraucher noch weiter verunsichert wird und keine echte Orientierung bekommt außer: Bau's Dir selber und kauf die Billigste. Daher werden wir nun weiter in Aufklärungs-veranstaltungen und Medienbeiträgen versuchen etwas mehr Licht ins Dunkel ( Matratzen- und Bettsystemdschungel)  zu bringen. 

Was ist dran an den Vorwürfen, was sollte man als Kunde wirklich beachten?

Die Stiftung Warentest hat für ihr Dossier zum einen Testkäufer in den Betten-Fachhandel geschickt und dort
überprüft, mit welchen Werbeaussagen von Händlern und Herstellern Kunden konfrontiert werden, um dann zu
sehen, wie stichhaltig diese sind. Außerdem ging es um die Frage, inwieweit sich der Handel bemüht, Produkte
anzubieten, die für den Testkunden passend sind. Nicht nur hierbei widerspricht die Stiftung sich selbst. Einerseits
soll es das eine Produkt für alle geben und Produkte erhalten Abwertungen, wenn Sie nicht allen Typen gerecht
werden, und andererseits fordert sie passende Empfehlungen für die individuellen Belange der Testkunden.

Das passt nicht zusammen.

Händler bieten gerne eine Kombination von Matratze und Unterfederung an (um die Wechselwirkung von allen
Bettwaren wie auch Kissen, Zudecke, Bezüge und andere für den Schlaf relevante Elemente ging es in dem Test mal wieder nicht).
Dies geschieht, da oft nicht wirklich klar ist, wie der Zustand der jeweiligen anderen Produkte wie Kissen, Zudecke,
Matratze, Unterfederung tatsächlich aussieht und somit nicht seriös eine Gesamtwirkung durch das aktive Probeliegen gezeigt werden kann. Um dieses Manko auszugleichen gibt es vielerorts das Angebot eines Vor-Ort-Bettenchecks, bei
dem diese Aspekte und auch das Raumklima begutachtet und beurteilt werden können. Der Kunde muss sich also keineswegs allein auf ein oft zu kurzes Probeliegen im Geschäft und den Rat des Händlers alleine verlassen, sondern
kann immer selber abwägen was für Ihn sinnhaft ist.

Die Beratung (nicht der Verkauf) konzentriert sich daher stark auf die Wechselwirkungen zwischen Muskulatur und Druckentlastung, Durchblutung und Skelett (Biomechanik) sowie Haut und Bettklima. Im Test zeigte sich unter anderem, dass einzelne Verkäufer Formulierungen wählen, die aber über die Ziele des Kunden hinausgehen, was eher positiv als negativ gemeint sein dürfte.
Dass durch manch übertriebenes Werbeversprechen ein falscher Eindruck vermittelt wird, ist vielen auch aus anderen Branchen bekannt.

Wirklich wichtig ist bestimmt die Sensibilisierung dafür, Heilversprechen oder übertriebenen Gesundheits-Aussagen stets zu misstrauen. Wenn ein Matratzenhersteller, wie beispielhaft angeführt, damit wirbt, dass der Körper aufgrund der Wasseraufnahme der Wirbelsäule am Morgen einige Zentimeter länger ist, dann setzt er auf das Unwissen der Kunden: Es handelt sich um einen ganz normalen biologischen Nachteffekt, der direkt rein gar nichts mit einem
bestimmten Matratzenmodell, aber durchaus mit der Lagerung insgesamt zu tun hat. Auch dass man mit einer bestimmten
Matratze eine Körperfehlhaltung und gar die gesamte Rückengesundheit verbessern kann, gehört ins Reich der
Märchen. Umgekehrt ist es aber sehr wohl möglich, dem eigenen Rücken mit einer nicht passenden oder gar durchgelegenen Matratze ständig Nacht für Nacht Schaden zuzufügen.
Diesen Aspekt lässt die Stiftung Warentest leider komplett unerwähnt.

Wir als Schlafkampagne sagen ganz deutlich: ,,richtig liegen" ist etwas anderes als ,,gut schlafen". Wer aber
ständig verdreht, zu hart oder auf durchgelegener Unterlage nächtigt wird auch schlechter und unruhiger schlafen
und sich somit meist weniger gut erholen.

Dass jeder  Händler gewinnorientiert arbeitet und daher logischerweise ein Interesse daran hat, auch mal
hochwertigere und funktionalere und somit auch teurere Produkte als zu günstige an den Mann zu bringen ist auch kein Verbrechen, denn man darf davon ausgehen, dass die allermeisten Kunden sich dessen bewusst sind und einen
kritischen Blick dem blinden Vertrauen stets bevorzugen – das gilt nicht nur für die Betten-, sondern für nahezu jede
Branche.

Mit dem von Test kritisierten Problem, dass Matratzen-Härtegrade nicht normiert und daher kaum verlässlich
sind, war wohl jeder Bettenkäufer schon mal konfrontiert. Dieses Phänomen kennen wir auch aus der Textilindustrie
mit den Kleidergrößen und unterschiedlichen Passformen und Schnitten. Die Härtebezeichnungen sind ja auch von der Variantenbreite der Hersteller mit zwei bis drei oder vier bis fünf Härtemodellen abhängig.
Auch hier ist eben kein eingeschränktes Modell für alle Gewichte und Typen sinnvoll.

Dass gern angebotene Zusatzprodukte wie Schoner und Auflagen einen nicht immer eindeutigen Nutzen
haben und kein Muss sind, ist sicher eine für viele neue oder relevante Erkenntnis, die je nach Druckempfinden
geprüft werden sollte.
Komisch nur, dass die Begründung der Beeinflussung der Schulter und Beckenlagerung wieder sehr
widersprüchlich zu der Aussage, der Unterbau Spiele keine Rolle, steht.

Äußerst kritisch ist aber die Kernaussage zu betrachten, dass Lattenroste bzw. Unterfederungen generell
überflüssig seien und man mit einer Spanplatte oder, um die Lüftung der Matratze zu gewährleisten, einem starren selbstgebauten Lattenrost besser und günstiger fährt. Die Anleitung zum Selbstbau wird mitgeliefert. Die Kritik
orientiert sich daran, dass die meisten Bettenhändler offenbar versuchen, zur Matratze immer auch eine Unterfederung
zu verkaufen. Die Stiftung Warentest argumentiert, das sei oft nicht nötig, denn Unterfederungen seien mitunter doppelt
so lange haltbar wie Matratzen und müssten, (sofern sie nicht beschädigt oder durchgebogen sind, was nicht zu
überprüfen ist) nicht immer zwangsläufig erneuert werden. Letzteres ist zweifellos richtig. Und ob eine sehr teure,
hochflexible Teller-Unterfederung oder Polsterungen oder andere Varianten wirklich den werblich angepriesenen Komfortgewinn bringen, muss jeder selbst beim aktiven Probeliegen überprüfen.

Die gänzliche Absage an die Unterfederung kann die Schlafkampagne aber weder nachvollziehen noch
unterstützen, zumal der Bericht der Stiftung Warentest sich an diesem Punkt erneut in Widersprüche verheddert.

Dort heißt es zum einen, dass Unterfederungen bei Rückenschläfern kaum einen oder gar keinen Vorteil
bringen, mitunter gar eine Verschlechterung der Liegequalität – dass sie ,,bei Seitenschläfern hingegen" wohl von
Vorteil sein können. Tatsache ist, dass der überwiegende Teil der Menschen auf der Seite schläft und dieser
Aussage zufolge also mit einer flexiblen Unterfederung insbesondere bei bestimmten Körperbautypen oder
persönlicher Empfindlichkeit oder Indikationen damit dann wohl doch sehr gut beraten ist.

Hinzu kommt, dass die Stiftung Warentest die Frage, ob ein Lattenrost besser ist als eine Spanplatte mit gerade
mal zwei Matratzen und Lattenrosten geprüft hat – eine reichlich dünne Datenbasis, die kaum valide Ergebnisse
zulässt. Eine ähnlich dünne und wenig vertrauenswürdige Datenbasis bilden die vier Tester der Körpertypen.

Das kann aus unserer Sicht keine Basis für eine objektive Berichterstattung sein, sondern vielmehr für eine
subjektive Färbung.

Dieses Vorgehen kennt man bisher eher von manchem Hersteller, um seinen Werbeaussagen einen
wissenschaftlichen Anstrich zu geben – was von Test zu Recht kritisiert wurde.

Ebenfalls kritisiert wird, dass kaum eine der in den letzten Jahren getesteten Matratzen für jeden Nutzer
geeignet ist. Eine solche Aussage muss wieder verwundern, denn sie stellt eine Selbstverständlichkeit und
einen erneuten Widerspruch dar.

Jeder Mensch ist anders gebaut, Nutzer variieren in Statur, Gewicht, Alter, Haltungstyp, Schlaflage.
Um es genau im Detail zu sagen: Die Stiftung erwartet von einer Matratze einen optimalen Nutzen
für alle: Seitenschläfer, Rückenschläfer, Bauchschläfer, Menschen mit Flachrücken, Rundrücken oder Hohlkreuz
ebenso wie für kleine, große, dünne, dicke Menschen, ignoriert Hüft- und Schulterbreite und so weiter. Jeder dieser
Typen hat außerdem andere Vorlieben was Material und Festigkeit angeht. Eine Matratze herzustellen, die zu jedem Menschen passt dürfte deshalb unmöglich sein.

Eben aus diesem Grund ist es so wichtig, dass der Kunde im Fachhandel mehrere Matratzen und bei Bedarf mehrere Kombinationen aus Matratze und Unterfederung und, teilweise ergänzt mit Kissen und Zudecken, auch ausprobiert und auf die Signale seines Körpers hört anstatt auf die Slogans der Hersteller oder nur auf prüfstempelbasierte Testberichte zu vertrauen.

Ein kompetenter und seriöser Fachberater wird ihnen immer dabei helfen können und auch die Zeit
geben, die notwendig ist.

Dass im Test erneut Einzelprodukte mit werblichen Aussagen vermarktet und als alleinige Glückseligkeit beschrieben werden, ist für eine neutrale Stiftung schon schlimm genug, dass aber viele Medien diesen Werbebeitrag ungeprüft und fachlich unkommentiert mit verunglimpfenden Überschriften weitergeben, ist nicht nachvollziehbar.

Dass teuer nicht gleich gut bedeutet und eine vergleichsweise günstige Matratze sogar auch mal besser sein
kann als eine teure, ist ja richtig. Gerade bei körperlichen Besonderheiten wie Gleitwirbeln, Gelenkleiden, Bandscheibenschäden oder rheumatischen Erkrankungen sollte nie nach dem preisorientierten Material, sondern
nach dem echten Nutzen gekauft werden, denn zu oft wurde gerade auch im hochwertigen Bereich ein zu schneller
Kauf als Fehlkauf bereut.

Ob man sich dabei am deutlich vermarkteten kostenpflichtigen Produktfinder der Stiftung Warentest mit begrenzten Marktanbietern und eingeschränkten Modellen oder doch lieber am eigenen Bauchgefühl vor Ort im serviceorientierten Fachhandel mit Nachsorgemöglichkeit orientiert, bleibt letztlich jedem immer selbst überlassen.

Wichtig ist, was man als Kunde erwartet und wirklich wünscht. Wer persönliche Besonderheiten in der Empfindung  im Körperbau oder bei Materialien hat oder wer auf langlebiges, gut verarbeitetes und sich angenehm anfühlendes Material setzt, wer lieber Naturmaterialien als Synthetik hat, der wird entsprechend des Mehrwertes auch mehr zahlen müssen – er wird aber auch dazu bereit sein.

Wir wünschen allen eine gute Beratung
und viel kritische Gedanken und Feingefühl beim Probeliegen.

Ihr Team der Schlafkampagne