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Nachtmütze

von Joachim Becker

Foto © © Kathleen Kannik, © 2014 Kannik’s Korner

Die Nachtmütze ist unter vielerlei Begriffen wie Schlafhaube, Nachthaube,  Schlafmütze, Schlafkappe zu finden und der Begriff tauchte erstmals in der Renaissance der europäische Kulturepoche zwischen dem  15. und 16. Jahrhunderts auf und wurde von beiden Geschlechtern getragen. 
Eine Nachtmütze war  ursprünglich eine Kopfbedeckung, die aus hygienischen Gründen im Bett getragen wurde. Aber nicht nur, denn da die Schlafzimmer zu dieser Zeit nicht beheizt waren und oft bei Eisblumen an den Fenstern geschlafen wurde musste man sich warm einpacken. Der Körper war mit der Zudecke einigermaßen geschützt, aber der Kopf war frei und hier ging viel Wärme verloren. Er musste also ebenfalls warm eingepackt werden.
Nachtmützen waren eine weiche und warme Kopfbedeckung  die den Kopf zusätzlich vor Läusen schützten du auch gerade dort beliebt waren, wo die Schädel besonders häufig u.a. zum Tragen der Perücken kahl geschoren waren.
Während die Schlafmütze der Männer einer Zipfelmütze entsprach, trugen die Frauen eine Schlafhaube in runder Form, deren Stoff in Falten gelegt war.
Im übertragenen Sinn, bereits seit dem 18. Jahrhundert, versteht man unter Schlafmütze oder Schlafhaube einen langsamen, schwerfälligen, unaufmerksamen oder faulen Menschen bzw. Langschläfer. Das Wort „Schlafmütze“ wird in diesem übertragenen Sinn zumeist scherzhaft gebraucht.
Der bekannte Gastrosoph Brillat-Savarin (1755-1826) bemerkte einmal im Sinne der Schlafmütze:
„Man liegt schön warm zugedeckt, lang ausgestreckt und mit einer Nachtmütze auf dem Kopf im Bett. Da beginnen die Gedanken zu kreisen, die Phantasie erhitzt sich, die Ideen sprudeln hervor und da man zum Schreiben aufstehen muss, zieht man sich an, nimmt seine Nachtmütze vom Kopf und setzt sich an den Schreibtisch. Dort angekommen, ist man ganz plötzlich nicht mehr derselbe, die Phantasie hat sich wieder abgekühlt. All das lässt sich durch die Wirkung der veränderten Lage und der Wärme auf das Gehirn erklären, auch hier macht sich der Einfluss des Physischen auf den Geist bemerkbar. … Ich bin auf den Gedanken gekommen, das Feuer der Orientalen könne teilweise auf den Umstand zurückzuführen sein, dass sie nach den Geboten Mohammeds stets eine warme Kopfbedeckung tragen müssen, und alle Stifter von Mönchsorden hätten nur deshalb die Anordnung getroffen, diesen Teil des Körpers unbedeckt zu lassen und zu rasieren, um die gegenteilige Wirkung zu erzielen.“

Der französische Schriftsteller Honoré de Balzac (1799 - 1850) schrieb in seinem Werk „Physiologie der Ehe - Kapitel 21:
„….Und dieser Philosoph wird ein Mann gewesen sein, der sich stets in seine Decke eingewickelt und keine Nachtmütze getragen hat…Da es aber nichts Gutes ohne eine kleine Beimischung von Unbequemlichkeit gibt, so musst du elegant zu schlafen verstehen, musst unter der Nachtmütze ein würdiges Aussehen zu bewahren wissen, höflich sein, einen leichten Schlaf haben, nicht zu viel husten und musst es machen wie die modernen Schriftsteller, die mehr Vorreden als Bücher produzieren.“
In der Zeitung  „Kurier der Donau“ in Niederbayern wir im 43. Jahrgang 21. Jäner 1833 folgendes beschrieben.“
Kürzlich hat in Paris vor Gericht eine Frau auf Schweidung von ihrem Manne angetragen, und zwar aus dem Grund, weil er zu stark schnarche.
……….empfahlen dem Manne, nur leise zu schnarchen und rieten der Frau, eine mit Baumwolle stark wattierte Schlafhaube tief über die Ohren herabzuziehen…….“