aktiv für gesunden Schlaf
Schon 31.211.405 Besucher
und 71.511.368 Seitenaufrufe
Kennen Sie Comedy im Bett?
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen

- Promotion -

Kulturgeschichte des Schlafzimmers

21.03.2015 von Joachim Becker

Foto © „Thamamegos“ © Wikipedia gemeinfrei

Rund ein Drittel eines Tages verbringen wir mit Schlafen. Damit ist das Schlafzimmer der meist genutzte Raum und doch wissen wir über die kulturellen und geschichtlichen Aspekte wenig, da alles was damit zusammenhängt als sehr persönliche und intime Angelegenheit angesehen wird und Forschungen und Aufzeichnungen zu diesem Thema rar sind.

Das Schlafzimmer ist das Zimmer einer Wohnung oder eines Hauses in dem dessen Bewohner schlafen. Es zählt zu den privatesten Räumen eines Hauses. Dort lassen die Bewohner alle Masken fallen und zeigen ihre wahre Persönlichkeit. Mit verschiedensten Accessoires wie Fotos, Bilder usw. gestalten die Bewohner eine Welt, zur der nur ganz wenige Zutritt haben. 

Das Schlafzimmer spiegelt als intimer Raum, die Ansichten und die Individualität der Bewohner wieder. Wo und wie geschlafen wird, bzw. was als angemessen gilt, ist gesellschaftlich vorgegeben und durch Selbstkontrolle – dem Schamgefühl – geregelt. „Das peinlich Gewordene wird hinter die Kulissen des gesellschaftlichen Lebens verlegt“.
Heute ist es der einzige Raum, der bei vielen Menschen für Gäste tabu ist. Führt man durch eine Wohnung, wird die Schlafzimmertür bestenfalls für Sekunden geöffnet. Die Scham, den Ort des Ausruhens und des sexuellen Umgangs zu zeigen, ist aber historisch jung.

Früher sah das ganz anders aus, denn die Kulturgeschichte des Schlafraumes ist auch die Kulturgeschichte der Menschheit, denn sie zeigt auf wann wo und wie sich Menschen an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten schlafen legen beziehungsweise gelegt haben

Adam und Eva lagen im Garten Eden auf dem Boden und waren nur mit einem Feigenblatt zugedeckt und nach der Sintflut schliefen die Menschen zunächst auf dem Erdreich. Hier waren Bett und Bettboden noch eins. 
Die Neandertaler bauten sich ihre Lagerstätten bevorzugt unter Felsunterhängen, wobei sie ihren Schlafplatz mit Holz sowie Steinen umgaben und diese mit Tierhäuten und Gras respektive Heu auskleideten. 
Die gesamte Sippe schlief nah beieinander - meistens ums Feuer herum und um sich gegenseitig Schutz und Wärme zu geben. Der Urmensch war als Rudeltier seit jeher gewohnt, in Gruppen zu schlafen. 
Dann wurden die Schlafstellen anspruchsvoller, aber Moos Grad und Reisig blieb zunächst das Polstermaterial und erlaubte es den Menschen sich bewusst oder unbewusst schon körpergerecht zu lagern und zum anderen waren diese Materialien wegen der Reinhaltung schnell auszuwechseln. Aber Essen, Leben, Schlafen fanden in einem Raum statt und mehrere Generationen teilten sich meist eine Hütte und somit auch eine Schlafstelle.
Die erste eigentliche Schlafstätte wurde in Arcy-sur-Cure in Frankreich ausgegraben. Sie ist 130.000 Jahre alt und befand sich in einer aus Latten gebauten Höhle, ausgepolstert mit getrocknetem Seegras und mit Streu bedeckten Tierhäuten. 
In den ersten Epochen der Menschheit war damit ein separater Schlafraum unbekannt.

In der Zeit ca. 3000 v. Chr. gab es in Mesopotamien bei den einfachen Leuten schon Schlafzimmereinrichtungen mit Truhen, Körben und niedrigen Betten, auf denen Spreu und Stroh die Matratze bildeten.

Besondere Schlafzimmer kannte man dagegen in Persien (550 v. Chr.- bis 330 v. Chr.) nicht, ebenso wenig Betten. 

Im antiken Ägypten  ca. 3150 v. Chr. – 650 n Chr.) lassen sich zwei Haustypen unterscheiden. Im sogenannte „Hofhaus“ gab es keinen Raum, der als Schlafzimmer, oder Wohnzimmer bezeichnet werden könnte. In den meisten Räumen wurde gelebt, geschlafen und gearbeitet. 
Das sogenannte „Dreistreifenhaus“ war eher typisch für eine gehobene Gesellschaftsschicht und hier wurde bereits zwischen einem offiziellen und einem privaten Bereich unterschieden, in dem der Hausherr sogar ein eigenes Schlafzimmer hatte.

Übrigens schliefen die Ehepaare in der ägyptischen Mittelschicht in getrennten Schlafzimmern.
König Ptolemaios IV. (245 v. Chr. - 204 v. Chr.) war von 222 bis 204 v. Chr. Pharao (König) von Ägypten und ließ das „Thamamegos“, ein 115 m langes, ca. 14 m breites und ca. 20 m hohes prunkvolles Nilschiff anfertigen. Es handelte sich um eines der größten Schiffe der Antike und ist von antiken Beschreibungen bekannt, wonach es Prunksäle und bereits Schlafräume enthielt.