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IMM 2017 – Schlafen und Einrichten nach Gefühl

von Markus Kamps

Foto © slavun - fotolia.com

Was uns in unserem täglichen Erleben begegnet, beeinflusst unweigerlich die Art, wie wir unsere Wohnräume gestalten – und spiegelt sich auch in den Wohntrends 2017 wider, die auf der imm in Köln vom 16. bis zum 22.01. präsentiert wurden. 

 

 

 

 

Wenn sich die Welt um uns rasend schnell verändert, wünschen wir uns Ruhe und Konstanz. Werden uns die vielen Eindrücke und Menschenmassen zu viel, sehnen wir uns nach Ruhe und einem Rückzugsort. Fehlt uns bei all der Struktur und Ordnung unsere Lebensfreiheit, suchen wir nach Möglichkeiten, um auszubrechen und unserer Phantasie und Kreativität Ausdruck zu verleihen. Wird uns das Stadtgrau zu viel, holen wir uns die Natur nach Hause.

 

So intuitiv, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen, so intuitiv sind auch die vorgestellten internationalen Möbeltrends 2017: mal gegensätzlich, mal Ton in Ton, mal ruhig, gemütlich oder verspielt – und dann wieder ganz reduziert, strukturiert und geordnet. Plastikstühle und Charaktermöbel aus Naturholz ergänzen sich ebenso wie der Computerarbeitsplatz die Küche.

 

 

Verschiedene Stilwelten: Aufprall oder Vereinigung?

 

Erlaubt ist, was gefällt: Die Hersteller auf der imm präsentierten einen bunten Stil- und Farbmix, der das Erschaffen einer eigenen Welt möglich macht. Dekoriert werden darf auch nach Lust und Laune – es gibt kein Falsch und kein Richtig bei der individuellen Einrichtung. Von Samt über puristisch bis Retro ergänzt sich alles zu einem stimmigen Gesamtbild und spiegelt das Hin-und-Her-Gerissen-Sein wider zwischen dem Wunsch nach geordneter Ruhe und verspielter Gemütlichkeit, zwischen dem Festhalten an Altbekanntem und der Sehnsucht nach unkonventioneller freier Entfaltung.

 

Die Privatsphäre in der Öffentlichkeit schwindet zunehmend, umso mehr sehnen wir uns nach Individualismus in den eigenen vier Wänden. Wer legt sich schon gerne fest, wenn er alle Freiheit der Welt hat? Die verschiedensten Wohnstile finden somit problemlos nebeneinander Platz, wenn sie unsere eigene Welt abbilden, in der wir uns wohlfühlen.

 

So zieht beispielsweise neben funktionalen Bauhausmöbeln in reduzierter und strukturierter Optik ein buntes und verschnörkeltes Akzentmöbel die Blicke auf sich. Was wäre eine komplett strukturierte Welt ohne Spielraum für Lebendigkeit? Dieser Gedanke inspiriert Designer dazu, sich auch Kulturobjekten aus fernen Ländern anzunähern und mit charakterstarkem, teils unbehandeltem Naturholz zu experimentieren.

 

 

Boxspringbett –  geht der Hype weiter?

 

Auch wenn sich in der Einrichtungsvielfalt der imm kein eindeutiger, auf alles übergreifender Trend ausfindig machen lässt: Im Vergleich mit normalen Betten mit Lattenrost und Matratze sind Boxspringbetten nach wie vor eine äußerst beliebte Schlafstätte. Von sehr günstigen Modellen, die deutliche Abstriche beim Schlafkomfort machen, bis hin zu handgesteppten Exklusivmodellen aus reinen Naturmaterialien sind den Wünschen und auch dem Geldbeutel des Endverbrauchers keine Grenzen gesetzt.

 

Ein Boxspringtrend ist dieses Jahr besonders auf dem Vorreiter: der integrierte Topper. Er wird nicht mehr als separate Lage auf die Matratze gelegt, sondern ist entweder bereits als obere Schicht in der Matratze integriert, oder er wird mittels Reißverschluss fest mit dieser verbunden.

 

Da uns Deutschen die Waschbarkeit ganz besonders wichtig ist, haben sich Boxspring-Hersteller hier auch etwas Besonderes einfallen lassen: Der obere Teil des Matratzenbezugs lässt sich neuerdings bei vielen Modellen per Reißverschluss abnehmen und passt im Gegensatz zum gesamten Bezug in eine handelsübliche Waschmaschine. Der restliche Bezug mit seitlichem Stoffspiegel verbleibt dabei an der Matratze, was durchaus Sinn macht, denn hier findet kein Körperkontakt mit dem Schlafenden statt.

 

 

Weiß, weiß, weiß und plötzlich Pastell – oder doch Grün?

 

Farbe oder nicht? – das ist die alles entscheidende Frage bei der Auswahl des persönlichen Interieurs. Auf der imm wurden dieses Jahr alle gleichermaßen bedient: die Farbliebhaber ebenso wie die Schwarz-Weiß-Fans:

 

Der Raum wirkt groß, hell und freundlich. Erst auf den zweiten Blick hebt sich die weiße Regalwand leicht von der dahinterliegenden weißen Wand ab. Weiße Sitzmöbel und ein dezent cremefarbener Teppich komplettieren das Wohnzimmer zu einer Oase der Ruhe. Das neutrale Weiß zelebriert die Stille, die nur ganz dezent von ein paar pastellfarbenen Kissen durchzogen wird – vorzugsweise in hellem Blau.

 

Im sich anschließenden Schlafzimmer hat der Nadelwald vom naheliegenden Stadtrand Einzug gehalten: Das Polsterbett in dunkelgrünem Samtstoff und die Massivholzkommode mit ihrem frischen Holzgeruch laden förmlich zur Naherholung ein. Grün findet sich auch im Handtuchstapel im Bad, in den Vorhängen des Arbeitsbereichs und im Teppich auf dem Flurparkett. Mal eher Richtung Petrol, mal ins Mint gehend und mal im erfrischenden Grasgrün: Grün ist Trend, egal wo und wie. Einfach mal tief durchatmen und innehalten – das Auftanken in grüner Umgebung tut gut.

 

Weiter geht es in die Küche: Fronten in dezenten Grauschattierungen sorgen für eine zurückhaltende Optik – wäre da nicht die knallrote Arbeitsplatte: Sie setzt einen unübersehbaren Farbakzent und belebt die Sinne.

 

Beenden wir die Reise durch die Farbtrends der Möbelmesse: Schlichtes Weiß und alle Graunuancen bis Schwarz bilden spannende Kontraste zu bunt und farbenfroh. Auch die Farbgestaltung der Einrichtung ist so individuell und vielfältig, wie der darin lebende Mensch. Nur in Sachen Grün und viel Weiß mit Pastell waren sich so ziemlich alle Aussteller einig: Ein klarer Trend muss ein.

 

 

 

Wohnraum ohne Grenzen im Stil der 50er und 60er

 

Auch wenn Wohnraum knapp sein mag – die Grenzen zwischen den einzelnen Räumen und deren Bedeutung werden flexibler. Da elektronische Geräte immer kompakter werden, ergeben sich neue Möglichkeiten zur Einrichtung eines kleineren Arbeitsplatzes: Der Sekretär im Schlafzimmer feiert sein Comeback.

 

Das Wohnzimmer dient nicht mehr als Familientreffplatz, sondern ist eher ein persönlicher Rückzugsort Einzelner: Die große Liegelandschaft weicht dem gemütlichen Ohrensessel oder dem Zweisitzer mit typisch ausgestellten Retro-Holzfüßen.

 

Kleine Möbel mit Geschichte sind besonders beliebt und auch Accessoires im Retrolook stehen auf der Beliebtheitsskala ganz weit oben. Im angesagten Stil der 50er und 60er gipfelt die Sehnsucht nach Aufbruch zu neuen Welten und dem Suchen nach Sicherheit in Altbewährtem und festgelegten Familienstrukturen.

 

Die Wiederverwendung alter Möbel ist auch aus ökologischer Sicht und im Sinne des Upcyclings durchaus positiv zu bewerten. Da es sich aber meist um neu hergestellte Einrichtungsgegenstände im alten Stil handelt, legen erfreulicherweise immer mehr Hersteller Wert auf eine Produktion nach fairen und ressourcenschonenden Prinzipien.

 

 

Überraschende Neuigkeiten waren auf der diesjährigen Internationalen Möbelmesse kaum zu finden. Die Trends vom letzten Jahr sind offener geworden, setzen sich jedoch konstant weiter fort: ein spannendes Ensemble an Gegensätzen.