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Phänomen Rollmatratze

Das billigste Bett kontra Schlafkomfort

14.02.2014 von Joachim Becker

Normalerweise sind Matratzen alles andere als handlich und einige Modelle sind sogar extrem unhandlich und nur schwer. Jeder, der schon einmal versucht hat, eine Matratze zu transportieren, wird sich nur ungern an die Probleme und Anstrengungen erinnern, die sich unweigerlich eingestellt haben. Der Transport durch eine einzige Person ist schier unmöglich, man ist also immer auf zwei weitere helfende Hände angewiesen. 

Aber es gibt Matratzen, die Sie ohne Probleme und Anstrengungen transportieren können. Das sind die praktischen Rollmatratzen

Man kann eine Rollmatratze auf ein Format schrumpfen lassen, dass es ermöglichst die se Matratze bequem in einem PKW zu transportieren. Ein leichter Transport ist aber nur einer der vielen Vorteile. Sie können sie auch mit in den Urlaub nehmen, ohne dabei mit einem Möbelwagen unterwegs zu sein.

Als “Rollmatratzen” bezeichnet man die Matratzen, welche im Zuge des Verpackungsverfahrens in eine Rollenform gebracht und meist auch in diesem Zustand verkauft werden.

In den letzten Jahren sind diese Matratzen immer mehr in Mode gekommen, denn fast alle. Discounter bieten zwischen Lebensmitteln und Obstabteilung genauso und wie die großen Einrichtungshäuser plötzlich Rollmatratzen an.

Die Werbung verspricht Qualität für den kleinen Geldbeutel. Rollmatratzen sind bei verschiedenen Discountern für teilweise unter 60 € zu finden. In Preissuchmaschinen und Produktfindern sind gute „Normale“ Matratzen selten unter 250 € zu finden. Hier stellt sich die Frage ob so eine „Billigmatratze“ wirklich einen erholsamen Schlaf bietet, ohne dass man auf Liegekomfort verzichten muss.

Vielfach sind die Verbraucher der Meinung, die Rollmatratze kann nach Belieben zusammengerollt werden und eignet sich als Notfallmatratze. Dies ist jedoch keineswegs so. Rollmatratzen verfügen oft über die gleiche Qualität wie jede herkömmliche Matratze.

So testete Stiftung Warentest eine Rollmatratze der Firma Lidl und diese überzeugte vor allen Dingen durch gute Liegeeigenschaften und gute Anpassung an den Körper. Die Wirbelsäule behält ihre natürliche Stellung. Insbesondere im Dauertest schnitt die Matratze erstaunlich gut ab. Nach 60.000 Testdurchgängen war die Rollmatratze nur 2 Millimeter dünner als vor dem Test. Auch 15 Jahre Herstellergarantie überzeugten durchaus.

An diesem Beispiel sieht man durchaus, dass günstige Rollmatratzen nicht unbedingt schlecht sein müssen. Im Zweifelsfall sollte man allerdings immer selbst testen, ob Härtegrad und Liegekomfort der Rollmatratze den individuellen Bedürfnissen gerecht werden.

Über ein normales Bett verfügt in der Regel jeder, aber die Probleme beginnen, wenn Gäste sich angesagt haben. Oftmals steht man dann hilflos da, sobald sich die Übernachtungsfrage stellt. Dann kann eine Rollmatratze sinnvoll sein.

Auch ein Aufklappbett können problemlos mit einer Rollmatratze ausgestattet werden. Der Kunde hat noch einen weiteren großen Vorteil, denn sie lässt sich ganz bequem händeln und auf dem Lattenrost verlegen.

Nicht geeignet sind diese praktischen Matratzen, wenn Sie zum Beispiel Probleme mit der Bandscheibe haben. Dafür ist der Liegekomfort zu gering.

Negativ ist die mangelnde Prüfmöglichkeit, denn kein Kunde kann hier Probeliegen. Der Kunde kauft eigentlich blind und vertraut der Werbung. Wer jedoch jahrelang auf seiner alten und verschlissenen Matratze geruht hat, ohne Kreuzschmerzen und ohne einen morgendlichen Schmerz aufzuwachen, der wird begeistert sein und kann vom Prinzip her bei diesem Preis nicht verkehrt machen. Wer jedoch ernste mit seiner Wirbelsäule hat sollte ein Fachgeschäft aufsuchen und auf die Rollmatratze verzichten.

Das Rollmatratzen ganz banal nichts anderes sind als gerollte Matratzen, lässt sich nicht pauschal von ihnen sagen. Zum Rollen eignen sich nicht alle Arten von Matratzen, das bedeutet einen entscheidenden Unterschied.

Was den Preis angeht, so ist eine Rollmatratze günstiger als eine herkömmliche Matratze. Mit siebeneinhalb Kilo ist sie außerdem ziemlich leicht.

Eine Rollmatratze ist eine unter Kompression in Rollenform gewickelte Matratze. Je nach verwendetem Rollverfahren oder Matratzenhersteller, können verschiedene Arten von Matratzen gerollt werden. Im Allgemeinen ist es jedoch so, dass in erster Linie Schaumstoffmatratzen dafür benutzt werden. Daneben soll es auch möglich sein, aus Matratzen aus Latex und mit Einschränkungen Federkernmatratzen Rollmatratzen zu machen.

Der größte Teil der auf dem Markt anzutreffenden Rollmatratzen wird in einer RollPack-Maschine verpackt, die die Matratze rollt und dann in einen verhältnismäßig kleinen Beutel einschiebt.

Das erste Patent auf die “RollPack” wurde 1996 von einer Mannheimer Firma zum Patent angemeldet und 1997 auf der “Interzum” dem internationale Treffpunkt der Zulieferbranche, vorgestellt. Der Begriff wird aber zunehmend auch für Maschinen anderer Hersteller gebraucht, die ebenfalls eine Matratze komprimieren und in einer Rolle verpacken. Dabei kommen unterschiedliche Verfahren zur Anwendung.

Um eine Matratze so flach zu drücken, wie die Maschine es beim Rollen schafft, braucht man je nach Matratze zwischen 40.000 und 250.000 Newton, das entspricht der Gewichtskraft einer Masse von 4 bis 25 Tonnen.

Neben dem Vorteil beim Transport verringert das Rollen vor allem den Verpackungsabfall.

Bei allen Verfahren steht am Ende eine Matratze, die durch Kompression die darin eingeschlossene Luft "ausgeatmet" hat, also erheblich an Volumen verloren hat. Die Verfahrensunterschiede betreffen nur den Weg dorthin, haben allerdings Einfluss auf die Kosten und die Menge an Plastikfolie der Verpackung.

In der Regel hat eine Matratze die Maße 90 x 200 Zentimeter. Das sind auch die Maße einer Rollmatratze, aber durch das Rollen unter Vakuum bleiben danach nur noch die 90 Zentimeter in der Breite. Die zwei Meter Länge schrumpfen zur Größe einer Nackenrolle zusammen.

Schaumstoff ist das Material für die häufigsten Rollmatratzen, da sich dieser leicht komprimieren lässt. Damit sich die Matratze nach dem Auspacken auch wieder entfaltet und Federungseigenschaften während der Kompression nicht verloren gehen muss der Schaumstoff gewissen Qualitätsanforderungen entsprechen. Als Faustregel gilt ein Raumgewicht von 30-35 Kg/m³ als Untergrenze.

Latex ist gegenüber der Kompression um einiges empfindlicher als der Schaumstoff. Die Hersteller achten dabei zum Beispiel auf die Latexsorte. Der Kompressionsfaktor muss geringer gewählt und die Lagerzeit und Lagertemperatur viel stärker begrenzt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sich die Matratze nach dem Auspacken nicht erholt.

Federkernmatratzen können ebenfalls gerollt werden, allerdings muss die Matratze zuerst flach komprimiert werden bevor sie gerollt werden kann. Sonst besteht die Gefahr, dass die Federn sich verhaken. Außerdem kann es beim wieder Aufrollen der Matratze zu Verschiebungen in den einzelnen Ebenen der Federkernmatratze kommen. Aus diesem Grund wird die Rollform nur für einfach beschaffende Federkernmatratzen empfohlen.

Die Rollmatratze nimmt nach dem Auspacken innerhalb weniger Stunden, besser sind 24 – 48 Stunden, ihre ursprüngliche Form an, und bietet dann einen perfekten Liegekomfort. Es gibt Rollmatratzen in verschiedenen Härtegraden, und aus verschiedenen Materialien.

Ist die Matratze erst einmal ausgepackt und hat sich entfaltet hat kein Käufer mehr die Chance sie auf das auf Einkaufsniveau zurückzurollen. Einmal ausgepackt kann sie nicht wieder zurück in den Beutel.

Fazit

Die Menschen haben eine unterschiedliche Körpergröße, ein unterschiedliches Gewicht, unterschiedliche Einstellungen zur Härte eines Bettes, unterschiedliche Ansichten über das Matratzenmaterial, etc. etc. Alle Matratzen sollen in der Liegeposition den Rücken gerade halten und einen angenehmen Schlaf ermöglichen.

Die Werbung verspricht, dass Rollmatratzen über die die gleiche Qualität verfügen wie jede herkömmliche Matratze und die Qualität in keinster Weise unter die zusammengerollte Form leidet.

Mit der Rollmatratze bekommt man für wenig Geld eine brauchbare Qualität. Doch wer eine gute Matratze möchte die auf ihn persönlich zugeschnitten ist, muss tiefer in die Tasche greifen und sollte sich im Bettenhandel beraten lassen.

Na dann allzeit guten Schlaf.