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Lexikon



A

Abendmenschen

Siehe Eulen


Albtraum

Der Begriff "Albtraum" oder "Alptraum" ist vom Wort her (Alb-drücken) einem ganz bestimmten Zustand zugeordnet, und zwar ist es ein Traum, der von negativen Emotionen wie Angst und Panik beim Träumenden begleitet wird.

Albträume kannte man schon der griechischen Antike. Sie wurden von dem Hirtengott Pan geschickt, der durch seine Bocks-Gestalt erschreckte.

Man war der Auffassung, dass Albträume ein Ausdruck des Seelenlebens sind.

Im europäischen Mittelalter waren Vampyre, Nachtmahre, der Alp oder gar der Teufel selbst, die den Träumenden für begangene Sünden straften.

Alpträume sind Angstträume und sie treten meistens während der REM-Schlafphasen auf.

Die meisten Menschen erleben einen Albtraum zwischen 2 Uhr und 4 Uhr morgens. Die Dauer schwankt zwischen wenigen Minuten und einer halben Stunde und endet meist mit Aufschrecken, wonach man sich in der Regel sofort wach ist und räumliche und zeitliche Orientierung hat.

Etwa fünf Prozent der Gesamtbevölkerung berichten von aktuellen, weitere sechs Prozent von vergangenen Albträumen und nach Schätzungen könnten etwa ein Viertel aller Kinder betroffen sein. Sie kommen bei Kindern relativ häufig vor (10-50%) und nehmen mit zunehmender Alter von selber ab. Im Erwachsenenalter sind sie meist Folge einer psychischen Belastung Begleitsymptom psychischer Erkrankungen oder Folge von Medikamenten. Aber Albträume gelten auch als frühes Symptom für Parkinson und Alzheimer. "Wer mit 40 oder 50 plötzlich Albträume entwickelt, tut gut daran, wenn er mal einen Arzt aufsucht.

Wovon können Albträume u.a. handeln:

  • Horror und Gewalt
  • Angriff und Gefahr
  • Flucht vor jemanden oder vor etwas
  • Unheil verkündenden
  • Ersticken oder gelähmt sein
  • zu spät kommen
  • nicht abreisen können
  • Angst, Ekel, Trauer, Ärger
  • Verfolgung
  • Verletzung oder Tod nahe stehender Personen
  • Fallen ins Bodenlose
  • sexueller Missbrauch
  • Autounfall
  • Probleme in der Familie oder am Arbeitsplatz
  • etc.

Bei diesen Erlebnissen verarbeitet das Gehirn viele Emotionen im Schlaf. Betroffene mit wiederkehrenden Alpträumen sollten überlegen, wo die Ursache liegt.


Apnoe

siehe Schlafapnoe


Aufwachen ( nächtliches)

Kein Mensch schläft nachts durch und nächtliches Aufwachen ist völlig natürlich. Das geschieht bis zu zehn Mal pro Stunde für einige Sekunden und bis zu 23 Mal pro Nacht ohne dass der Schläfer es bemerkt, allerdings nicht im Tiefschlaf, sondern zu Beginn und zum Ende des Traumschlafs sowie im Leichtschlaf

Nur wer länger als drei Minuten wach liegt, kann sich morgens daran erinnern. Dies passiert etwa ein bis viermal pro Nacht. Wer noch häufiger fünf Minuten oder länger wachliegt, empfindet seinen Schlaf als gestört.

Typischerweise wachen ältere Menschen mehrmals in der Nacht auf und haben insgesamt einen leichteren Schlaf (geringere Weckschwelle).

Vielfach wird das Aufwachen für einen genetisch verankerten Schutzmechanismus gehalten, denn unsere Vorfahren schliefen in freier Wildbahn und das spontane Erwachen war ein wichtiger Schutz vor eventuellen Gefahren.

Sollten Sie also nachts aufwachen, dann drehen Sie sich um und schlafen Sie weiter, denn die Angst, wach zu bleiben, wird Sie daran hindern, wieder einzuschlafen

Dauern die kurzen Aufwachphasen jedoch länger so kann das viele Gründe haben, z.B.

  • die Angst, zu verschlafen
  • die Angst, einen wichtigen Termin zu verpassen
  • das Denken an ungelöste Probleme
  • Verarbeiten von tagsüber Erlebten
  • Existenzängste
  • Depressionen
  • Grübeleien
  • Sodbrennen
  • Reflux Krankheit
  • Restless-Legs-Syndrom
  • der persönliche Schlafbedarf wird einfach zu hoch eingeschätzt
  • unbekannte Geräusche aller Art
  • Harndrang
  • Alkoholkonsum
  • koffeinhaltige Getränke
  • Völlegefühl
  • Arzneimittel
  • Erkrankungen
  • Lärm
  • schlechtes Raumklima
  • Schichtarbeit
  • etc.

Die schlafmedizinische Therapie bei zu langen Aufwachphasen ohne zugrunde liegende chronische Erkrankung umfasst drei Formen:

  • Medikamentöse Therapie
  • Verhaltenstherapie
  • Selbsthilfe in Form verbesserter Schlafhygiene.

Die Behandlung dieser Schlafstörung hat in den letzten Jahren vor allem durch die inzwischen verfügbaren verhaltensmedizinischen Behandlungsformen Fortschritte gemacht, wobei diese eine erhebliche Mitarbeit der Betroffenen erfordern.




B
Babyschlaf
Foto: © © MidoSemsem/Shutterstock.com

Babyschlaf

Kaum ein Thema beschäftigt Eltern so sehr wie der Schlaf der Allerkleinsten. Über 400 Buchtitel nennt ein großer Online-Versandbuchhandel, wenn bei der Suche das Stichwort „Babyschlaf“ eingegeben wird. Warum Schlafen für Mamas und Papas wichtig ist? Dafür gibt es verschiedene Gründe. Die zwei wichtigsten: der eigene Schlafmangel und die Sorge um das Kind.

Ein Neugeborenes kennt noch keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht. Sein verhältnismäßig kleiner Magen kann nicht genügend Nahrung aufnehmen, um es für längere Zeit satt zu halten. In der allerersten Zeit ist der Hunger stärker als das Bedürfnis nach Schlaf.

Außerdem kennt ein Neugeborenes keinen Tag-Nacht-Rhythmus, denn erst ab dem 4. Monat entwickelt sich das Schlafzentrum langsam so weit, dass sich so etwas wie ein Rhythmus zeigt.

In den ersten Jahren wandelt sich das Schlafverhalten beim Baby enorm. Auch unter den Kindern sind die Unterschiede groß, daher sind alle Angaben zum Schlaf und zum Durchschlafen nur ungefähre Richtwerte.

Richtwerte

Alter                           Nachtschlaf               Schlaf am Tage        Schlaf insgesamt

1 Monat                                   9                              7                                16

3 Monate                               10                             5                                 15

6 Monate                               11                              3                                14

9 Monate                               11                              3                                14

12 Monate                             11                              3                                14

In den ersten drei Monaten sollte sich die Mutter möglichst ganz an den Rhythmus ihres Babys und nicht den Schlafrhythmus des Babys an sich anpassen, denn ein  Neugeborenes schläft aber nicht ununterbrochen - immer nur maximal drei bis vier Stunden am Stück - und das sowohl tagsüber als auch nachts, denn der Schlafzyklus des Babys ist kürzer als bei Erwachsenen. Es verbringt mehr Zeit in der REM-Phase und das braucht das Baby, weil sich in seinem Gehirn gerade so viele Dinge abspielen.


Erst ab dem 6. Monat können Kinder langsam feste Schlafenszeiten mitmachen.

„Schlaf ist gerade im ersten Lebensjahr eines Kindes von großer Wichtigkeit für die Entwicklung des Gehirns,“ so der bekannte Schlafforscher Jürgen Zulley. Denn schon mit dem ersten Geburtstag habe das Gehirn eines Babys 75 Prozent der Größe erreicht, die es als Erwachsener haben werde. Die Reifung des Gehirns findet vor allem in den Traum-Phasen statt.

Babyschlaf wird in drei Schlaftypen unterteilt:

  • Wachphasen, aktiven und ruhigen Schlaf
  • REM-Schlaf (Rapid Eyes Movement, engl. für schnelles Bewegen der Augen),
  • Tiefschlaf. Babys seufzen in dieser Schlafphase auch, schmatzen und machen kleine Geräusche, denn auch sie träumen. Der Anteil dieser Schlafphase liegt bei Neugeborenen bei 50 Prozent, bei ihnen wechselt er sich rasch ab mit ruhigem Schlaf.

Schlaflagen

Es ist wichtig bei der Lage des Babys zwischen „Wachlage“ und „Schlaflage“ zu unterscheiden.

Ein Baby sollte immer auf dem Rücken „schlafen“, den in dieser Position kann es am besten atmen.

In der letzten Zeit wurde viel über die richtige Schlafstellung von Babys geschrieben. Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Schlafstellung und dem plötzlichen Kindstod (Wiegentod) gibt.

Es gibt Theorien, dass das Baby in dieser „Schlaflage“ zu wenig Sauerstoff bekommt oder ersticken kann, wenn die Unterlage zu weich ist

Deshalb sollte ein Baby niemals unbeaufsichtigt in der Bauchlage „schlafen“.

1990 wurden in Deutschland 42 % der Säuglinge auf dem Bauch zum Schlafen gelegt, 2004 waren es circa acht Prozent was immer noch häufiger ist als in Ländern mit landesweiten Präventionskampagnen aus denen von 2 % bis 4 % berichtet wird.

Ist das Baby älter als drei bis vier Monate und kann sich von selbst drehen und man hat ohnehin kaum mehr Einfluss auf seine Schlafposition.

Ist das Baby „wach“, aktiv und vor allen Dingen beaufsichtigt, sollte es aber immer wieder mal auf dem Bauch liegen. Dies stärkt die Bauch-, Nacken- und Rückenmuskeln, ist eine gute Vorbereitung für das Sitzen und dient der die Vermeidung von Fehlbildungen des Schädels (z.B. Flachschädel,)

 


Bewegung im Schlaf

Selten wachen wir in der Position auf, in der wir uns zur Ruhe gebettet haben, denn Bewegungen im Schlaf sind grundsätzlich normal und müssen einen nicht weiter stören, wenn man tagsüber nicht unausgeschlafen ist oder der Lebensgefährte sich beschwert.

Ein Schläfer verändert rund 40- bis 60-mal seine Körperhaltung. Dadurch können sich die Muskeln ausreichend entspannen und die Bandscheiben regenerieren. Für unseren Körper ist es also unbedingt erforderlich, dass wir uns während des Schlafs drehen und "in Bewegung bleiben". Selbst der entspannteste Schläfer bleibt nicht regungslos liegen und das ist auch gut so.

Die Bewegungen sind eine Schutzfunktion des Körpers und zwingend erforderlich.

Gründe für die Bewegung im Schlaf

  • Eine zu weiche Matratze, die den Schlafenden so tief einsinken lässt.

  • Ein kaltes oder hartes Bett zwingt den Körper ständig zu Haltungswechseln.

  • Ein zu weiches Bett fixiert dagegen, weil für das Umdrehen zu viel Kraft aufgewendet werden muss.

  • Dort wo der Körper auf der Matratze aufliegt, werden die feinen Äderchen in der Haut durch das Körpergewicht abgequetscht und dadurch kann das Blut Haut und Nerven nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und lebenswichtigen Nährstoffen versorgen. Das Gehirn schlägt Alarm und befiehlt dem Körper, die Position zu wechseln.

  • Bandscheiben sind auf regelmäßige Bewegung angewiesen. Würden wir acht Stunden komplett bewegungslos in einer Position bleiben, würden auf lange Sicht unsere Bandscheiben in Mitleidenschaft gezogen. Sie brauchen das Drehen, damit ihre Nährflüssigkeit in einem gleichmäßigen Maße bewegt wird.

Am Häufigsten treten diese Bewegungen in der ersten Nachthälfte auf, vor allem außerhalb der REM-Perioden. Sie entziehen sich jeglicher bewusster Steuerung.

Manch einer wacht ab und an davon auf und empfindet das Drehen daher als störend. Tatsache ist, dass wir nur äußerst selten durch die Bewegung aufwachen und in Wahrheit sehr viel öfter die Liegeposition verändern.


Bruxismus

Siehe Zähneknirschen




C

Circadiane Rhythmik

Als circadiane Rhythmik (auch: circadianer Rhythmus) bezeichnet man in der Chronobiologie zusammenfassend die inneren Rhythmen, die regelmäßig innerhalb von 24 Stunden wiederkehren.

Der Begriff wurde 1959 von Franz Halberg eingeführt. Der bekannteste circadiane Rhythmus ist der Schlaf-Wach-Rhythmus.

Im Volksmund ist der circadiane Rhythmus als die „innere Uhr“ bekannt

Siehe: innere Uhr




D
DGSM
Foto: © Quelle: Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) Schwalmstadt

DGSM

DGSM ist die Abkürzung für die 1992 gegründete Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin.

Der Verein Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e.V. (DGSM) ist die deutschsprachige wissenschaftliche Gesellschaft, die sich mit der Erforschung des Schlafes und dessen Störungen sowie mit der klinischen Untersuchung und Behandlung von Schlaf- und Wach-Störungen beschäftigt

Den interdisziplinären Charakter der DGSM spiegeln die beruflichen Profile der Mitglieder wider, zu denen Ärzte der Pneumologie, Inneren Medizin, Neurologie, Psychiatrie, HNO-Heilkunde, Pädiatrie sowie Physiologen, Psychologen, Biologen und weitere Naturwissenschaftler zählen.




E

EEG

Die Elektroenzephalografie (EEG) ist eine diagnostische Methode der neurologischen Forschung zur Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns. Es erfolgt eine graphische Aufzeichnung von Stromkurven, die von der elektrischen Aktivität der Hirnzellen stammen

Man bezeichnet EEG deswegen auch als Hirnstromkurve.

Der Begriff geht auf den Neurologen Hans Berger zurück, der 1924 an der Universität Jena die ersten Elektroenzephalographien des Menschen vornahm. Er nannte sie „Elektronkephalogramme“

Auf der Kopfhaut des Probanden werden Elektroden platziert, die Potentialschwankungen (sog. Hirnstromwellen) des Gehirns kontinuierlich erfassen, verstärken und aufzeichnen. Dazu werden in der Regel mindestens 12 Ableitungen gewählt. Aus Mustern des Stromkurvenverlaufes kann auf bestimmte Krankheiten schließen.

Eine EEG-Untersuchung (Elektroenzephalographie) wird u.a.beim Vorliegen von Schlafstörungen und Schlafkrankheiten eingesetzt und hier ist das EEG ein Teil der Polysomnographie. Das EEG wird hier mit reduziertem Elektrodensatz über die ganze Nacht abgeleitet. Das vorherrschende Wellenmuster lässt auf die Schlaftiefe schließen. In bestimmten Schlafstadien treten auch besondere Muster (Schlafspindeln, K-Komplexe) auf.

Die Elektroenzephalographie ist eine völlig schmerzlose, ungefährliche und komplikationsfreie Routine-Untersuchung.


Einschlaf-Rituale

Rituale sind ein Vorgehen nach festgelegter Ordnung und deshalb ist unter einem Ritual eine Handlung nach festgelegtem, immer wiederkehrenden Ablauf zu verstehen.

Ein Ritual kann also die allmorgendliche Gymnastik, die Zigarette nach dem Essen oder ein bestimmter wiederkehrender Ablauf zur Einschlafzeit sein.

Das geht natürlich kaum auf Knopfdruck, daher sind Einschlafrituale für Kinder aber auch für Erwachsene sehr sinnvoll.

Was bei Kindern schon seit Jahren erfolgreich funktioniert, ist für viele Erwachsene nur schwer vorstellbar. Doch wenn man nachts besser schlafen will, dann ist es durchaus sinnvoll, wenn man sich eine gewisse Routine gönnt. Immer gleicher Ablauf zur Beendigung des Tages und zum Einschlafen.

Durch kleine und effektive Tricks ist es durchaus möglich, dass gestresste Menschen schon nach wenigen Tagen deutlich besser schlafen können. Wichtig ist, dass wenn sich die Familie für ein Einschlafritual entschieden, sollte es regelmäßig durchgeführt werden und nicht immer wieder von Lust und Laune abhängig gemacht werden

Einschlafrituale für Kinder

  • Trinken eines bestimmten Getränks vor dem Schlafengehen.
  • Schmusen
  • Aufziehen einer Spieluhr
  • Erzählen einer Geschichte
  • Vorlesen eines Buches
  • Abendgebet
  • Gute-Nacht-Kuss
  • Vorsingen oder gemeinsames Singen eines Schlafliedes
  • Fernsehen (frühestens ab dem Kindergartenalter) empfehlenswert. Die Sendung, sollte kurz und kindgerecht, wie zum Beispiel das Sandmännchen, sein.
  • Kuscheltiere und Tücher
  • Ein „Schlaflicht“ brennen lassen
  • Die Tür einen Spalt offen lassen, sodass etwas Licht und die vertrauten Stimmen der Eltern ins Kinderzimmer dringen können.

             etc.

Einschlafrituale für Erwachsene können z. B. sein:

  • Kräutertee trinken
  • noch die letzte Nachrichtensendung in Fernseher oder Radio zu verfolgen
  • die Lieblingsmusik zu hören
  • einige Zeilen zu lesen
  • ein Gebet zu sprechen
  • den Tag Revue passieren zu lasse
  • Zimmer lüften
  • Tagebuch schreiben, um die Gedanken vom Kopf aufs Papier zu bringen

Fehl am Platze ist aber:

  • Fernseher im Schlafzimmer
  • kurz vor dem Schlafengehen noch einen aufregenden Krimi lesen

Am Schlafmedizinischen Zentrum der Berliner Charité ist man in Hinblick auf die Einschlafrituale für Erwachsene zu dem Schluss gekommen, dass zwei grob kategorisierte Gruppen von Schläfern unterschiedliche Einschlafrituale zur Verfügung stehen:

  1. Die erste Gruppe sind Erwachsene, denen als Einschlafritual Bewegung empfohlen wird. Sicherlich kann Sport auf wunderbare Weise auch einschlaffördernd sein, aber nur wenn zwischen dem Sport und dem Zeitpunkt des Zubettgehens zwei bis drei Stunden liegen, in denen der Körper langsam wieder herunterfahren kann.
  2.  Die zweite Gruppe kann mit dem Überbegriff „Ruhegruppe“ charakterisiert werden. Bei ihnen ist Bewegung als Einschlafritual gänzlich ungeeignet .Für sie gelten die Einschlafrituale wie Lieblingsmusik hören, den Tag Revue passieren zu lassen etc.

Einschlafrituale sind für Kinder und Erwachsene schlaffördernd, wenn sie regelmäßig und gleichen Ablauf durchgeführt werden.

 


Einschlafhilfen

Der Physiologe und Schlafforscher Jürgen Zulley der sich seit mehr als 35 Jahren mit dem Thema Schlaf beschäftigt schätzt dass etwa sechs Prozent der Gesamtbevölkerung an einer „behandlungsbedürftigen“ Ein- und Durchschlafstörung leidet. Wer dauerhaft Einschlafprobleme hat, sollte besser seinen Hausarzt aufsuchen. Manchmal ist eine Untersuchung im Schlaflabor oder bei einem Psychiater oder Neurologen sinnvoll.

Bei gelegentlichen Einschlafproblemen helfen unter Umständen Einschlafhilfen. Darunter versteht man Maßnahmen „nichtmedizinischer“ Art, die das Einschlafen erleichtern sollen.

Oft wünschen sich Betroffene eine ruhige Nacht. Doch gelingt es ihnen nicht, ein- oder durchzuschlafen. Tagsüber sind sie dann todmüde. Bei vorrübergehender Schlaflosigkeit, die keine gesundheitlichen Ursachen hat, können Einschlafhilfen wahre Wunder bewirken. Hier wird tief mit folgenden beruhigenden und schlaffördernden Maßnahmen in die Entspannungskiste gegriffen.

  • einen kurzen Spaziergang machen
  • Entspannung durch Lesen
  • Milch trinken, sie enthält die Aminosäure “Tryptophan“, die müde macht. Das Glas warme Milch mit Honig ist ein beliebtes Hausmittel
  • Tee trinken ( Passionsblume, Katzenminze, Kamille oder Hopfen)
  • Erdnüsse essen sie machen aufgrund ihres „Tryptophan-Gehalts“ müde.
  • Bier trinken, alkoholfreies Bier hat auch eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung. Verantwortlich dafür ist vor allem der enthaltene Hopfen.
  • Schäfchen zählen. Die wohl bekannteste Einschlafhilfe kann tatsächlich helfen
  • Sport Wer Sport treibt, wird müde und kann danach besser schlafen
  • Duschen oder Baden. Warm, denn dann werden die Extremitäten erwärmt und das kann das Einschlafen erleichtern. Kalt wirkt kreislaufanregend und vertreibt die Müdigkeit
  • Ansteigende Fußbäder.
  • Kalte Armbäder. Sie wirken beruhigend auf Herz und Kreislauf und dauern zirka 10 bis 30 Sekunden
  • Saunabesuche, am besten nachmittags oder am frühen Abend können einige Stunden später gesteigerte Müdigkeit hervorrufen und damit das Einschlafen erleichtern.
  • Einschlafmusik kann den Einschlafprozess ankurbeln.
  • Gewöhnen an feste  Einschlafrituale
  • Medikamente sollten aber der letzte Ausweg sein.

Das Einschlafen fällt umso schwerer, je mehr es "herbeigewünscht" wird; in monotonen Situationen dagegen schlafen diese Patienten oft problemlos ein.

Es ist wichtig dass das Bett nur zum Schlafen da ist, damit der Körper es mit keiner anderen Tätigkeit assoziiert. Feste Bettgehzeiten sind empfehlenswert und auch die Temperatur im Schlafzimmer spielt beim Einschlafen eine Rolle. Die ideale Raumtemperatur zum Schlafen beträgt etwa 18 Grad.

Der krampfhafte Versuch, endlich einzuschlafen, führt meist nur zum Gegenteil. Dann gerät man schnell in einen Teufelskreis, bei dem man grübelnd im Bett liegt und erst recht nicht zur Ruhe kommt. In solchen Fällen ist es besser, wieder aufzustehen und sich für ein paar Minuten mit einer anderen Beschäftigung abzulenken.


Elektroenzephalografie

Siehe: EEG


Erwachen

Erwachen

Übergang vom Schlaf in den Wachzustand; im Elektroenzephalogramm feststellbar durch die Veränderung der aufgezeichneten Wellen - es kommen vermehrt Alpha- und Beta-Wellen vor.

Siehe Parasomnien


Eulen

Eulen sind Spätaufsteher und bei ihnen tickt die Uhr deutlich langsamer als normal.

Eulen wachen tendenziell später am Morgen auf und sie sind zunächst weniger leistungsfähig (typischer Morgenmuffel), um am Nachmittag und Abend zur Hochform aufzulaufen.

Wenn sie z.B. morgens um sieben Uhr aufstehen müssen, kommen sie nur schwer in Gang, sind schläfrig und in den ersten Stunden des Tages appetitlos. Die Körpertemperatur der Eulentypen erreicht erst deutlich später ihr Maximum als die der Lerchentypen und fällt nur ganz allmählich ab.

Es hat keinen Sinn, schon vor dem Frühstück heftig auf sie einzureden, denn sie verabscheuen Gespräche gleich nach dem Aufstehen.Eulen wünschen sich gern in die Zeit des Sonnenkönigs zurück, der sein Frühstück erst um elf Uhr einnahm und seine Minister noch im Bette liegen empfing.

Folglich setzt beim Abendtyp die Müdigkeit erst relativ spät ein. Der Typus „Eule“ ist übrigens nicht unbedingt ein „Langschläfer“, denn eigentlich schläft er nicht länger, sondern geht später zu Bett und steht demzufolge auch später auf.

Die Aktivitätskurve in der obenstehenden Graphik wäre beim Abendtyp nach rechts, d.h. zu späteren Uhrzeiten verschoben.

Till Roenneberg, Chronobiologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München erklärt uns, dass Eulen in einem permanenten "sozialen Jetlag" leben. Wenn sie vom Wecker früh am Morgen aus ihrer gerade erst begonnenen Nachtruhe gerissen werden, häufen sie mit jedem neuen Werktag ein immer größeres Schlafdefizit an. "Es kommt zu einem beträchtlichen Schlafmangel, der dann am Wochenende ausgeglichen werden muss", 

Kurze Charakteristika:

  • Langschläfer
  • Morgenmuffel
  • Leistungskurve steigt nach dem Aufstehen langsam und stetig an
  • erreichen ihre Bestform erst gegen Mittag
  • bis in den späten Abend hinein meist fit und munter
  • sind oft bis Mitternacht produktiv
  • schwerfälliges Einschlafen
  • geringer Tiefschlaf in der ersten Schlafhälfte
  • Tiefschlaf in der zweiten Schlafhälfte

Eulen können mit dem Sprichwort „Morgenstund hat Gold im Mund“ rein gar nichts anfangen.

Wer ein ausgeprägter Morgen- oder Abendtyp ist, wird mit dem gesellschaftlichen Zeitrhythmus in permanentem Konflikt leben. Im Normalfall beträgt dieDifferenz zwischen beiden Typen nicht mehr als zwei Stunden.




F

Frühaufsteher

Siehe Lerchen




H

Heilschlaf

Der vorgeschlafene Heilschlaf

Palmström schläft vor zwölf Experten
den berühmten Schlaf vor Mitternacht,
seine Heilkraft zu erhärten.

Als er, da es zwölf, erwacht,
sind die zwölf Experten sämtlich müde.
Er allein ist frisch wie eine junge Rüde.

Christian Morgenstern

Der sogenannte „Heilschlaf“ ist eine uralte schamanische Trancetechnik, welche laut Aufzeichnungen erstmals vor 6000 Jahren in den Pyramiden von den ägyptischen Priestern angewandt worden ist. Man bezeichnete damit eine Praxis, bei der ein Hilfesuchender den Tempel eines Heilgottes oder eine Orakelstätte aufsuchte, um dort im Traumschlaf Antworten auf seine Fragen, Hinweise für eine wirksame Therapie oder auch direkt Heilung durch den Heilgott selbst zu erfahren.

Als „Tempelschlaf“ bezeichnet man eine seit der Antike belegte Praxis, bei der ein Kranker das Heiligtum eines Gottes oder eines Heros (Gestalten der griechischen und römischen Mythologie, meist halbgöttlicher Herkunft) aufsuchte. Dem Tempelschlaf liegt die eigentümliche Tatsache zugrunde, dass bei den ägyptischen Priesterweisen, und überhaupt in der alten Kultur der Menschheit, die Weisheit in innigem Zusammenhange mit der Heilkunst, mit der Gesundheit gedacht wurde.

Die Mayas, Azteken, Tibeter und Inder praktizierten an diesen geheiligten Stätten und Orten den Heilschlaf und auch keltischen und germanischen Druiden soll diese Heilform nicht fremd gewesen sein. Möglicherweise handelte es sich dabei um eine Art Deprivation, wie sie auch heute noch in den schamanischen Kulturen und Höhlenmysterien begangen wird.

Weiterhin ist bekannt, dass derartige Trance-Praktiken ins christliche Mönchswesen eingedrungen sind und u.a. auch in Santiago de Compostela und Chartres am Jakobsweg praktiziert worden sind.

In Epidauros (Griechenland) befand sich das seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. das Asklepius-Heiligtum mit der großen Schlafhalle für den Heilschlaf. Ausgrabungen und deren steinerne Zeugnisse geben uns heute eine genauere Vorstellung über den Ablauf einer Heilkur. Grundvoraussetzung für den Erfolg des Heilschlafs war der Glaube an den heilenden Gott. Hinzu kommen die äußere und innere Reinigung von allem Ballast (durch Waschungen, Gebete und Rituale) und die mentale Beschäftigung mit dem Heiltraum Die Behandlungen wurden von Priestern und nicht von Ärzten durchgeführt.

Der antike Heilgott-Glaube wurde erstaunlicherweise im christl. Glauben auf Jesus Christus übertragen, der als Heiler, Heiland, als Christus Medicus oder himmlischer Arzt verehrt wurde. Dies ist erstaunlich, weil dem Schlaf in der Bibel zwar eine prophetische Gabe zukommt – wie etwa in den Träumen des Moses –, er aber nicht der Heilung dient.

Nachdem Ende des 4. Jh. das Christentum Staatsreligion geworden war, wurde die Praxis des therapeutischen Tempelschlafs als Kirchenschlaf weiter ausgeübt und hielt sich in Mitteleuropa bis ins Mittelalter. In der modernen Medizin wird der Heilschlaf in Form eines künstlichen Komas wiederaufgegriffen. Hier zeigen sich die Heilkräfte, die im Schlaf freigesetzt werden können.

Anfang 2011 wurde die Gesellschaft für Heilschlaf-Hypnose e.V. gegründet, die hinsichtlich ihres Namens eine Anleihe beim erfolgreichen antiken Heilschlaf nimmt und dadurch gekennzeichnet ist, dass Hilfesuchende ihre Lösung selbst erträumten.

Heute versteht man unter Heilschlaf eine künstlich herbeigeführte Heilmaßnahme, meist im Rahmen einer Schlafkur. Es handelt sich um eine therapeutische Methode zur Ausschaltung schädlicher und falscher Reaktionen des Organismus, u. U. für längere Zeit. . Der Heilschlaf wird dabei durch Arzneimittel, suggestive Maßnahmen oder elektrische Reizung des Schlafzentrums im Gehirn herbeigeführt und aufrechterhalten.

Schlafkuren werden heute vorwiegend im erweiterten Wellnessbereich eingesetzt, denn sie unterstützen die Tiefenentspannung und die Regenerationsfähigkeit des Körpers. Sie verschaffen Ruhe und Ausgeglichenheit. Dem Teilnehmer einer Schlafkur wird aufgezeigt, wie er sich in Zukunft selbst zu einem besseren Schlaf und zu besserer Erholung verhelfen kann und wie er innere und äußere Störfaktoren vermeidet. Er wird dabei in die Thematik des Schlafverhaltens eingeführt und aktiv dabei unterstützt das Einschlaf- und Durchschlafverhalten zu verbessern.

Heilschlaf als medizinische und therapeutische Maßnahme ist bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr gebräuchlich, da es sich um ein umstrittenes Verfahren handelt. Die genauen Hintergründe vom Heilschlaf sind noch nicht ausreichend geklärt und erforscht. Es bedarf hier weiteren wissenschaftlichen Forschungen, um die Geheimnisse um den Heilschlaf und seine Folgen weitgehend zu klären.

 


Hypersomnie

Hypersomnie gehört zu der Gruppe der Dyssomnien und hierunter werden Schlafstörungen verstanden, die durch Ein- und Durchschlafstörungen oder übermäßige Tagesschläfrigkeit gekennzeichnet sind.

Wir unterscheiden zwischen

  • Insomnie (Einschlaf- und Durchschlafstörungen)
  • Hypersomnie (erhöhte Tagesschläfrigkeit)“

Mit „Hypersomnie“ bezeichnet man die Schlaf- oder Bettsucht, d.h. Hypersomnien sind Schlafstörungen, die sich vor allem durch eine gesteigerte Müdigkeit und Einschlafneigung während des Tages auszeichnen und diese kann sich   entweder durch verlängerte Nachtschlafepisoden, durch ein ständiges Schlafbedürfnis während des Tages äußern. Als Folge des nicht erholsamen Schlafes führt Tagesschläfrigkeit in monotonen Situationen mit kurzer Latenz zum Einschlafen.

Die Ursachen für die Hypersomnie sind bisher nicht eindeutig bekannt aber sicherlich gehören ungünstigen Verhaltensgewohnheiten, wie z.B. zu wenig Zeit, über gesellschaftliche Bedingungen mit Schlafphasenverschiebung bei Schichtarbeit und interkontinentalen Reisen dazu.

Nicht immer wird die Hypersomnie durch schlechte Nachtruhe hervorgerufen. So können Schlafapnoe, Narkolepsie, Depressionen, Schizophrenie, Krebs, Parkinson die Einnahme von Medikamenten, Drogenmissbrauch oder ein Hirntrauma bis hin zu Krankheiten aus verschiedenen medizinischen Disziplinen die Ursache für eine Hypersomnie sein.

Subjektiv stellen die Betroffenen ihren Schlaf als gut und zufriedenstellend dar und sie fühlen sich in der Regel auch nicht als besonders müde. Trotzdem liegt hier eine Schlafstörung vor.

Hypersomnien müssen ärztlich behandelt werden.


Hypnogramm

Siehe Schlafprofil




I
Inemuri
Foto: © https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schlafende_Japaner.jpgGNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 Urheber „Tischbeinahe“

Inemuri

Inemuri

Inemuri (anwesend sein und schlafen“) ist die in Japan übliche öffentliche Form des Nickerchens. So ist es in Japan nicht unüblich, während einer Konferenz, einer Pause oder in der Bahn zu „schlafen“. Wer Inemuri macht, lässt während der Arbeit den Kopf auf den Tisch sinken, um sich für ein paar Minuten auszuruhen. Keine Chefs haben damit kein Problem, Japaner legen ihr Nickerchen manchmal sogar während Konferenzen ein.

Diese Art von Schlaf ist jedoch so flach, dass man die Umgebung noch soweit wahrnimmt, um beispielsweise in der U-Bahn an der richtigen Haltestelle auszusteigen.

Siehe Power-Napping


Insomnie

"Möge Gott Sie vor Schlaflosigkeit bewahren” wünschte Friedrich der Große dem französischen Philosophen Voltaire. Der Preußenkönig wusste, wovon er schrieb. Er zählt zu den prominenten Schlaflosen der Geschichte. Damals, im 18. Jahrhundert, war die Insomnie in Deutschland bei weitem nicht so verbreitet wie heute.

Heute ist Insomnie der der medizinische Fachausdruck für Schlaflosigkeit bzw. ein Mangel an Schlafqualität und/oder Quantität.

Mit dem Problem der Schlaflosigkeit sind Sie nicht allein – 15 bis 35 Prozent der Bevölkerung berichten von leichten Formen der sogenannten Insomnie, 4 Prozent leiden unter einer schweren Form, die auch Tagesablauf und Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Mitzunehmenden Alter steigt das Risiko einer Insomnie und so leiden schon 40% der über 65-Jährigen unter mangelndem oder nicht erholsamem Schlaf.

Wir unterscheiden zwischen

Transitorische Insomnie (‚vorübergehend'):

Die Ein- und Durchschlafstörungen halten nur wenige Tage an. Diese Form wird meist durch eine akute Stresssituation in Beruf, Schule oder Privatleben verursacht.

Kurzfristige Insomnie:

Länger anhaltender Stress über einen Zeitraum von wenigen Wochen. Die Schlafprobleme normalisieren sich, sobald der Stress nachlässt oder der Betroffene mit dem Stress umzugehen lernt und sich an die Stresssituation gewöhnt.

Chronische Insomnie:

Der Betroffene kämpft fast jede Nacht mit Schlafstörungen und das über mehrere Monate oder sogar Jahre hinweg. Oft sind körperliche oder psychiatrische Beschwerden die Ursache.

Insomnien entstehen aus einem Missverhältnis zwischen Schlafbedürfnis und Schlafvermögen und sie werden diagnostiziert, wenn u.a. folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Klagen über Einschlaf- und Durchschlafstörungen
  • schlechte Schlafqualität
  • Morgendliches Früherwachen
  • Zu langer Schlaf
  • Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Alpträume
  • nächtliche Angst- und Panikzustände
  • Schlafwandeln.
  • Zu langer Schlaf

Insomnien reichen von gelegentlichen Schlafproblemen bis hin zu chronischen Schlafstörungen mit teilweise starken Beeinträchtigungen der Tagesleistung und Tagesbefindlichkeit (Müdigkeit, Reizbarkeit, schlechte Stimmung etc.) und sie wirkten sich auf das seelische Wohlbefinden des Schlaflosen aus: Wer nachts zu wenig schläft, den holt die Müdigkeit tagsüber ein, sodass es zu Leistungs- und Konzentrationsschwächen kommt.

Insomnien erhöhen das Risiko für Depressionen um das 2-6fache, das Risiko von Herz- oder Hirninfarkten um bis zu 70%.

Die Behandlung der chronischen Insomnie kann nicht mit Medikamenten allein erfolgen, sondern es ist ärztliche Hilfe notwendig.




J
Jetlag
Foto: © © gualtiero boffi/Shutterstock.com

Jetlag

Die weltweite Verbreitung des Begriffes „Jetlag“ (im heute verwendeten Sinne) geht auf die Arbeit des amerikanischen Chronobiologen Dr.Charles Ehret (1923–2007) zurück. Durch sein 1893 zusammen mit Lynne Waller veröffentlichtes Buch „Overcoming Jet Lag“ gelangte der Begriff erstmals an die breite Öffentlichkeit.

Das Buch in über 200.000 Exemplaren verkaufte Buch erregte damals nicht nur Aufmerksamkeit bei Musikern, Sportlern, Geschäftsleuten, Diplomaten und Schichtarbeitern, sondern auch beim amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan und dem Militär.

Als Jetlag (aus dem Englischen von Jet ‚Düsenflugzeug‘ und lag ‚Zeitdifferenz‘) ist eine nach Langstreckenflügen über mehrere Zeitzonen auftretende Entgleisung des Schlaf-Wach-Rhythmus zu verstehen.

Die innere Uhr ist nicht mehr mit der neuen Ortszeit synchron, d.h. sie passt sich nicht kurzfristig an eine neue Ortszeit an, mit der Folge, das Licht und Dunkelheit zu ungewohnten Zeiten auftreten und die natürlichen Rhythmen wie Essens- und Schlafenszeit, Hormonproduktion oder Körpertemperatur aus dem Takt kommen.

Bei einer schnellen Reise über mehrere Zeitzonen ist die innere Uhr ist nicht mehr mit der neuen Ortszeit synchron und das hat Folgen:

  • Licht und Dunkelheit treten zu ungewohnten Zeiten auf

  • Essens- und Schlafenszeit, Hormonproduktion oder Körpertemperatur kommen aus dem Takt

  • Es prägen sich unterschiedliche körperliche und psychische Beschwerden aus, wie Schwankungen der Herzfrequenz oder Konzentrationsschwäche

  • Schlafstörungen in Form von Ein- und Durchschlafstörungen treten auf

  • Müdigkeit, Schwindelgefühl, Stimmungsschwankungen, Appetitlosigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit bei körperlichen, manuellen und kognitiven Anforderungen sind an der Tagesordnung

  • Der Magen-Darm-Trakt ist betroffen. Es tritt dann auch zu ungewohnten Zeiten ein Harn- und Stuhldrang auf, oder es stellt sich ein Hungergefühl zu unpassenden Zeiten ein

Fliegt der Reisende über mehrere Zeitzonen nach Westen, verlängert sich der Tag, was unserer eher langsamer gehenden inneren Uhr entgegenkommt. Der Grund für diesen Unterschied liegt darin, dass die "innere Uhr" des Menschen zu einem Rhythmus hin tendiert, der die 24 Stunden übersteigt. Fliegt man also von Ost nach West (zum Beispiel von Deutschland in die USA), ist der Tag länger - dies kommt dem biologischen Rhythmus eher entgegen. Wenn man jetzt noch versucht sich der Ortszeit anzupassen und noch ein paar Stunden wach länger wach zu bleiben, wird man relativ wenige Umstellungsprobleme haben.

Grundsätzlich empfinden die meisten Betroffenen einen Flug in Richtung Fernost bzw. Australien als wesentlich belastender, denn Flüge in östlicher Himmelsrichtung verkürzen die Taktphasen, da entgegen der Richtung der Sonnenwanderung geflogen wird. Es kommt wesentlich schneller zum Sonnenaufgang und damit zum früheren Aufstehen und insgesamt erscheint der Tag wesentlich kürzer.

Der Vorbeugung und Behandlung dienen insbesondere Verhaltensempfehlungen, die erleichtern, sich an die Zeitzone des Zielortes anzupassen.

Allgemeine Verhaltensempfehlungen

  • Bereits im Flugzeug die Uhr auf die Uhrzeit des Ziellandes umstellen, um sich mental an den neuen Zeitrhythmus zu gewöhnen
  • Halten Sie bei einem Westflug nur kurze Nickerchen, bei einem Ostflug dagegen versuchen Sie besser durchzuschlafen.
  • Trinken Sie während des Fluges keinen oder nur wenig Alkohol, besser viel Mineralwasser oder Fruchtsäfte, um der Austrocknung des Körpers auf langen Flügen entgegenzuwirken
  • Am Tagesrhythmus des Zielortes teilnehmen und soweit möglich viel Zeit am Zielort im Freien verbringen
  • Für ausreichenden Schlaf in der ersten Nacht nach der Ankunft am Zielort sorgen.



L

Lerchen

„Lerchen“ sind Morgenmenschen und sie springen morgens früh aus den Federn und sind sogleich fit wie ein Turnschuh.

Für sie ist die heutige Arbeitswelt perfekt, denn sie haben von 8.00 Uhr bis etwa 12.00 Uhr ihr Leistungshoch. Somit ist der Morgen für sie perfekt, um anspruchsvolle Arbeiten zu erledigen.

Bereits am Nachmittag hingegen lässt die Leistungskurve allmählich nach, und schon am frühen Abend stellt sich eine zunehmende Müdigkeit ein, weshalb die „Lerchen“ in der Regel relativ früh am Abend schlafgengehen sollten. . Morgenmenschen haben ihre erste Tiefschlafphase gegen 22 Uhr und erwachen zwischen 6 und 7 Uhr.

Kurze Charakteristika:

  • Frühaufsteher
  • morgendliches Leistungshoch
  • ab Mittag zeigt die Leistungskurve nach unten
  • am frühen Abend deutliches Tief
  • jedes Gespräch nach 22.00 Uhr wird mit einem herzhaften Gähnen abgebrochen.
  • schnelles Einschlafen
  • Tiefschlaf in der ersten Schlafhälfte
  • geringer Tiefschlaf in der zweiten Schlafhälfte

Früh ins Bett und früh wieder raus: Das macht einen Mann gesund, weise und reich".Dieser stammt immerhin von Benjamin Franklin, dem Unterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und nebenbei auch noch Erfinder des Blitzableiters.




M

Melatonin

Franz Waldhauser entdeckte 1990, dass die Gabe von Melatonin die frühen Schlafphasen verkürzt und den REM-Schlaf verlängert. Melatonin, welches oftmals auch als Schutzhormon und Reparaturhormon bzw. Regenerationshormon bezeichnet wird, hat vermutlich eine größere Bedeutung für die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden als bisher angenommen wurde.

Während der vergangenen 25 Jahre haben Wissenschaftler herausgefunden, dass „Schlafhormon“ Melatonin in einem Teil des Zwischenhirns (Zirbeldrüse) produziert und in den Blutkreislauf abgegeben wird. Das geschieht hauptsächlich nachts beziehungsweise bei Dunkelheit. Man bezeichnet Melatonin deshalb auch als Schlafhormon oder Hormon der Dunkelheit

Melatonin regelt das Schlaf-Wach-Verhalten anhand des vorhandenen Lichts. Er signalisiert dem Körper, dass Schlafenszeit ist und unterstützt die nächtliche Schlafbereitschaft. Die höchsten Melatonin-Konzentrationen werden nachts zwischen zwei und vier Uhr erreicht, danach sinkt der Melatonin-Spiegel wieder ab.

Welche Menge an Melatonin im Blut zirkuliert, bestimmt den Grundrythmus all unserer Organe, des Gewebes und jeder einzelnen Zelle  und sie hängt nicht nur vom Tag-Nacht-Rhythmus ab, sondern auch von der Jahreszeit. Denn im trüben Wintergrau gelangt erheblich weniger Licht an die innere Uhr – in der dunklen Jahreszeit zirkuliert daher eine höhere Menge an Melatonin im Blut. Die Folgen kennt fast jeder: Müdigkeit und Reizbarkeit plagen uns eher als wenn die Sonne scheint.

Das Hormon Melatonin beeinflusst viele Bereiche des Körpers – so etwa den Schlaf und die innere Uhr.

 Die maximale Melatonin Produktion wird im Kindesalter erreicht, während bei jungen Erwachsenen die Produktion schon aufn 20-30% des Maximalwertes abgesunken ist und mit zunehmenden Alter weiter absinkt. Deshalb sollte bei eventuellen Schlafstörungen auch ein Melatoninmangel in Erwägung gezogen werden.

Nachgewiesen ist die schlaffördernde Wirkung von Melatonin. Sowohl die Schlafeffizienz als auch die Einschlafzeit soll positiv beeinflusst werden. Immer mehr Menschen greifen auf Melatonin-Mittel zurück, um Jetlag oder stressbedingten Schlafstörungen entgegenzuwirken, denn Melatonin lässt sich nicht nur Körper sondern auch von außen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder Arzneimitteln zuführen.

In den USA gilt Melatonin als Wunderdroge und man kann das synthetisch hergestellte Melatonin ohne Rezept kaufen. Seit 2007 ist Melatonin durch die Europäische Kommission in der EU als Arzneimittel zur kurzfristigen Behandlung der primären Insomnie (schlechte Schlafqualität) bei Patienten ab 55 Jahren zugelassen. Die empfohlene Dosierung beträgt zwei Milligramm ein bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen und nach der letzten Mahlzeit und soll über drei Wochen aufrechterhalten werden. In Deutschland ist Melatonin in der Verwendung als Arzneistoff gemäß der Arzneimittelverschreibungsverordnung ein verschreibungspflichtiger Stoff,

Für die Verwendung in „diätetischen Lebensmitteln“ ist Melatonin gemäß dem Eintrag in die von der Europäischen Kommission erarbeitete Gemeinschaftsliste nach Artikel 13 mit den gesundheitsbezogenen Angaben „Melatonin trägt zur Linderung des subjektiven Jetlag-Gefühls bei.“ und „Melatonin trägt dazu bei, die Einschlafzeit zu verkürzen.“ statthaft.

Diese Einschränkungen bestehen zu Recht, denn bezüglich der Unbedenklichkeit der Einnahme von Melatonin, insbesondere bei einer dauerhaften Einnahme, gibt es noch keine klaren Ergebnisse.


Minutenschläfer

Minutenschläfer sind Menschen, die aufgrund der äußeren Gegebenheiten nur kurze Zeit (meist nur wenige Minuten) am Stück schlafen können. Zu den Minutenschläfern zählen insbesondere prominenten Schläfer da sie wohl zwangsläufig wegen ihres stets vollen Terminkalenders, oft nur kurz einnicken.

Und nicht zu vergessen Babys, die oft zum Leidwesen der Eltern zu Minutenschläfern werden.

Siehe Sekundenschlaf

 


Mondsucht

In früherer Zeit suchte man die Ursachen der Schlafstörungen im Vollmond, daher auch der Begriff Mondsucht. Man ging davon aus, dass der Vollmond mit seinem Licht den Schläfer dazu bringt, das Bett zu verlassen. Dies ist heute wissenschaftlich widerlegt: Schlafwandeln findet unabhängig vom Mondzyklus statt.

Wissenschaftler und Forscher sind sich einig, dass der Mond den Alltag des Menschen beeinflusst uneinig sind sie aber darin in wieweit der Einfluss auf den Schlaf ist.

Viele Personen behaupten, in einer Nacht mit Vollmond wesentlich schlechter zu schlafen und unruhiger zu sein. Forscher sind sich nicht ganz einig. Die einen sagen, er würde keinen Einfluss auf unsere Schlafgewohnheiten nehmen, andere sind der Meinung, er übe sogar einen sehr starken Einfluss aus.

Eine durchwachte Vollmondnacht ist zwar ärgerlich und unangenehm, die Gesundheit leidet aber nicht darunter. Einer Umfrage zufolge glauben 92% der Deutschen, dass der Mond Einfluss auf unser Leben nimmt und man bei Vollmond schlechter schläft.

Dabei wird oft die Meinung vertreten, das sich nur um die sogenannte „sich selbst erfüllende Prophezeiung“ handelt, denn wer bei Vollmond zwei- oder dreimal schlecht geschlafen hat und dann auch noch von anderen hört, sie hätten in diesen Nächten ebenfalls schlechter geschlafen, der glaubt dann an den Mythos.

Eines beeinflusst das Licht des Mondes ganz sicher, nämlich die Herstellung des Schlafhormones Melatonin. Je mehr Licht wir nachts erleben, desto weniger Schlafhormon wird im Organismus hergestellt. Wenn aber mindestens 40 Prozent der Deutschen angeben, mondsüchtig zu sein, dann hat diese Schlafstörung nichts mit dem Mond zu tun, sondern sie kann auch ohne Vollmond auftreten.

Immer wieder kursieren in den Medien Studien die vermeintlich nachweisen, dass man bei Vollmond schlechter schläft. Schlafberater sehen das kritisch. Auf der anderen Seite gibt es umfassende Langzeitstudien – zuletzt eine aus Österreich mit 391 Probanden, die ganze sechs Jahre dauerte – konnten keinerlei Zusammenhang zwischen dem Vollmond und einem verschlechterten Schlaf finden.

Der Einfluss des Mondes auf den Schlaf wird uns wohl noch lange beschäftigen.




N

Narkolepsie

Die Narkolepsie wird im Volksmund auch „Schlafkrankheit“ oder „Schlafsucht“ genannt und ist eine ausgeprägte Form von Hypersomnie.

Es wird vermutet, dass die Häufigkeit des Auftretens bei 25-50 auf 100.000 Einwohner beträgt. Die genauen Zahlen sind nicht bekannt, da davon ausgegangen werden kann, dass die Narkolepsie viel zu selten als solche erkannt wird. In der Regel zeigen sich bis zum 40. Lebensjahr die ersten Symptome, meistens werden diese im zweiten Lebensjahrzehnt beobachtet.

Die klassische Narkolepsie ist eine neurologische Erkrankung der eine Störung der Schlaf-Wach-Regulation zu Grunde liegt. Betroffen sind der Wachzustand, NON-REM- und REM-Schlaf und deren Übergänge mit entsprechend vielschichtigen Symptomen. Untersuchungen zeigten, dass bei Narkolepsie-Betroffenen der REM-Schlaf gleich nach dem Einschlafen einsetzt, ohne vorausgehende Leicht- und Tiefschlafstadien.

Die Narkolepsie zeigt sich zu Beginn meist in starker Tagesmüdigkeit, die oft zu einem Schlafdrang führt, der die betroffene Person unweigerlich einschlafen lässt. Dies passiert oft zu unpassenden Zeiten und führt im Alltag (z.B. beim Autofahren) oder Berufsleben zu großen Belastungen und Gefahren.

Mit der Zeit wird allerdings durch den häufigen Schlaf untertags auch die Nachtruhe gestört.

Weitere Symptome sind:

Kataplexien

der teilweise oder auch vollständige Verlust der Muskelspannung (Tonusverlust), ausgelöst durch starke Emotionen und bei vollem Bewusstsein, kann Stürze verursachen.

Schlafparalyse

die nahezu vollständige Bewegungsunfähigkeit des Körpers während des Schlafs. Lähmung der Muskulatur beim Schlafbeginn oder beim Aufwachen.


Non-REM-Schlaf

Siehe REM-Schlaf




O

Oneirophrenie

Die Oneirophrenie (von griechisch: oneiros ‚Traum‘) ist eine traumähnliche, im Wachzustand auftretende psychotische Erlebnisweise mit lebhaften szenischen Halluzinationen.

Während dieses Zustands können innere Bilder als so real empfunden werden, dass Traum- und Realwelt nicht getrennt werden können.

Diese Verhaltensstörungen treten meistens im REM-Schlaf, auf bei der die schlaffe Muskellähmung während dieses Schlafstadiums entfällt und der Schlafende als Folge ruckartige, oft sehr heftige Bewegungen durchführt. In vielen Fällen kann keine Ursache gefunden werden. Nicht selten liegen jedoch

  • neurologische Störungen (z.B. Demenz)
  • Phychosen wie Schizophrenie
  • Halluzination bei Vergiftungen oder Infektionskrankheiten
  • Infektionskrankheiten
  • Vergiftungen (Alkohol, Schlafmittel, Mescalin, LSD)
  • seelischen Erschütterungen

vor.

Bei dieser akuten Störung sind die Symptome relativ stabil und bestehen meistens wenige Wochen oder Monate und oft tritt selbst ohne Behandlung eine Rückbildung auf.

Eine ärztliche Behandlung ist aber trotzdem ratsam.




P

Paradoxer Schlaf

Mit „paradoxer Schlaf“ wird eine Phase im REM-Schlaf genannt, weil sich die Aktivität des Gehirns in diesem Zeitraum mit dem des Wachzustand vergleichen lässt.

Siehe REM-Schlaf


Parasomnien

So genannte Parasomnien ("Para" = griechisch: nebenher, bei, während und "Somnia" = lateinisch: der Schlaf) gehören zu den Schlafstörungen und unterscheiden sich etwa von den Insomnien. Während zu den Insomnien Ein- und Durchschlafstörungen als Varianten der Schlafstörungen zählen, sind Parasomnien unerwünschte und unangemessene Verhaltensauffälligkeiten, die überwiegend aus dem Schlaf heraus auftreten, wie Schlafwandeln, Angstzustände, Panikattacken oder nächtliches Zähneknirschen.

Parasomnien werden in vier Gruppen unterteilt:

Aufwachstörungen (nur teilweises Erwachen aus dem Schlaf)

  • Schlaftrunkenheit (Zustand der Verwirrtheit nach dem Erwachen)
  • Schlafwandeln (komplexe Verhaltensweisen, die aus dem Tiefschlaf beginnen und bis zum Gehen im Schlaf führen können)
  • Pavor nocturnus (Plötzliches schreckhaftes Erwachen aus dem Tiefschlaf mit Schrei und intensiver Furcht)

Störung des Schlaf-Wach-Übergangs (Störungen beim Übergang vom Wach-zum Schlafzustand);

  • Einschlafzuckungen (Plötzliche Kontraktionen der Beine beim Einschlafen)
  • Sprechen im Schlaf ( sprachliche Äußerungen im Schlaf ohne Wahrnehmung)
  • REM-Schlaf-assoziierte Parasomnien (Parasomnien, die im REM-Schlaf auftreten; Auswahl):
  • Alpträume ( Angsterregende Träume, die den Schläfer wecken)
  • Schlaflähmung (Beim Einschlafen oder Aufwachen auftretende Zustände, in der willkürliche Bewegungen nicht möglich sind).

Andere Parasomnien:

  • Bruxismus (Nächtliches Zähneknirschen)
  • Primäres Schnarchen (laute Atemgeräusche der oberen Luftwege)

Bei all diesen Störungen wird der Schlafprozess unterbrochen und ein erholsamer Schlaf somit verhindert. In der Regel sind Parasomnien durch auffällige Verhaltensweisen gekennzeichnet. Meist ist das ganz harmlos, sie können die Gesundheit jedoch auch ernstlich belasten und damit eine Behandlung notwendig machen.

Siehe auch

Alptraum, Schlafwandeln,  Schlaftrunkenheit


Polyphasischer Schlaf

Bereits in den 1920er Jahren wurden polyphase Schlafmodelle diskutiert und erprobt. Die Grundidee des Polyphasenschlafs ist den täglichen Schlaf in mehrere kurze Schlafphasen über den Tag zu verteilen. Dies steht im Gegensatz zum als normal angesehenen Monophasenschlaf mit einer langen Schlafphase pro Tag.

Eine wissenschaftliche Rezeption oder Etablierung des Begriffes in dieser Bedeutung scheint bisher noch nicht erfolgt zu sein. Zu den Nebenwirkungen sind keine wissenschaftlichen Untersuchungen bekannt.

Siehe Schlafmuster


Polysomnographie

Die Polysomnographie, vom Fachmann kurz PSG abgekürzt, ist ein diagnostisches Verfahren zur Messung physiologischer Funktionen und stellt das Kernstück einer umfassenden, schlafmedizinischen Untersuchung dar. Sie ermöglicht es, die Schlafphasen einer gesamten Nacht zu dokumentieren.

Mit dieser Technik werden mehrere unterschiedliche Körperfunktionen kontinuierlich während der ganzen Nacht überwacht und dazu zählen Herzschlag, Sauerstoffsättigung des Blutes, Schnarchgeräusche Aktivität des Gehirns und der Augen, Muskeln und Atmung.

Um all diese Messungen vornehmen zu können, müssen mehrere Elektroden und Sensoren am Körper angebracht werden

Mit Hilfe der Aufzeichnungen kann ein individuelles Schlafprofil erstellt werden, womit eine Diagnose von Schlafstörungen ermöglicht werden soll

In der Regel geschieht dies stationär in einem Schlaflabor.


Power-Napping

„Zwischen Mittagessen und Abendessen muss man schlafen, und zwar keine halben Sachen. Ziehen Sie ihre Kleider aus und legen sich ins Bett – und denken sie bloß nicht, dass sie weniger Arbeit schaffen, wenn sie am Tage schlafen. Das ist eine dumme Idee von Leuten ohne Vorstellungsvermögen. Sie werden sogar mehr bewerkstelligen!“.

Winston Churchill

„Powernapping" heißt das Zauberwort, das in vor einigen Jahren aus Amerika nach Deutschland kam. Der Begriff " kommt aus dem Englischen (power = Kraft, nap = Nickerchen) und man kann es mit „Leistungsnickerchen" übersetzen, denn es verrät viel über Form und Inhalt des Trends: Es ist kurz und steigert nachweislich die Leistungsfähigkeit.

Der Powernap ist eine Art „Mittagsschlaf“ und soll dir dazu verhelfen mit mehr Power und Energie in die Nachmittagsstunden zu gehen. Geht es nach Medienberichten, soll er dich konzentrierter und somit leistungsfähiger machen. Das Powernapping ist daher nichts anderes als ein natürliches „Aufputschmittel“, denn der regenerative, 20 minütige Kurzschlaf hat nur positive Nebenwirkungen und ist nachweisbar wirksam. Die US-amerikanische NASA belegte in einer Studie, dass nach einem kurzen Mittagsschlaf die Aufmerksamkeit um 100 % ansteigt.

Ob Karl der Große, Albert Einstein,  Leonardo Da Vinci,  Thomas Edison oder Konrad Adenauer, alle waren extrem produktiv, sehr erfolgreich und nachweislich „Power Napper“.

Aber Manager, Wissenschaftler und Politiker halten bevorzugt heimlich einen kurzen Mittagsschlaf. Dabei haben sie prominente Befürworter: Konrad Adenauer oder sein "Enkel" Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher, Jacques Chirac, Margaret Thatcher, Winston Churchill, Albert Einstein, Victor Hugo, Thomas Mann schliefen tagsüber, ebenso wie Karl der Große, Leonardo Da Vinci, Thomas Edison Johannes Brahms und Salvador Dali. Auch die meisten US-Präsidenten waren bekennende Mittagsschläfer.

In Japan ist es schon lange üblich und selbstverständlich, in der U-Bahn, auf der Parkbank, am Arbeitsplatz oder sogar in Konferenzen kurz ein Nickerchen zu machen.

Power-Napping ist populär:

  • In Japan zum Beispiel kennt man die Tradition des Nickerchens als Inemuri
  • In Spanien und den Mittelmeerländern heißt es schlicht Siesta.
  • In China sprechen die Menschen von sprechen von "Xeu-Xi" und sie besitzen laut Artikel 43 der chinesischen Verfassung zumindest einen Anspruch, der ihnen das gelegentliche Abschalten am Arbeitsplatz garantiert.

Und so geht’s:

  • Nutzen Sie die beste Zeit für einen gesunden Kurzschlaf, nach dem  Mittagessen zwischen 13.00 und 16.00 Uhr
  • Erlernen Sie die Entspannung und finden Sie Ihr persönliches „Schlaffenster
  • Es ist enorm erholsam, wenn es nicht länger als zehn bis maximal 20 Minuten dauert, Anfänger in der Kunst des Nickerchens brauchen etwas länger. Wichtig ist, dass man etwa dieser Zeit nicht in tiefere Schlafphasen fällt
  • Sorgen Sie dafür, dass sie nicht gestört werden Schließen Sie Störfaktoren wie Telefone oder Lärm aus
  • Mindestens 3x die Woche halten.
  • Der Kopf sollte entspannt liegen, Augen zu und entspannen.
  • Gönnen Sie sich nach dem Powernapping ein paar Minuten zum aufwachen
  • Stellen Sie sich unbedingt einen Wecker, damit sie nicht länger als 30 Minuten schlafen. Denn ansonsten könnten Sie in eine Tiefschlafphase hinüber gleiten und dann sind Sie nach dem Aufwachen nicht erholt, sondern müder als zuvor!

Was bringt das Power-Napping?

  • Das Krankheits-Risiko wird um Hälfte reduziert
  • Power-Napping wirkt leistungssteigernd, lebensverlängernd und stressmildernd auch wenn er noch so kurz ist
  • Der Energie verbrauchende Anteil unseres Nervensystems wird gebremst, die aufbauenden Körperfunktionen des Nervensystems werden dagegen angeregt und neu belebt.
  • Die Energiespeicher unseres Körpers werden wieder aufgefüllt, das Gehirn wird entlastet Beim Arbeiten wird die Reaktionszeit durch einen Mittagsschlaf um 15% schneller und die Fehlerquote halbiert sich.
  • Stresshormone werden deutlich schneller abgebaut und dadurch können die Herzkranzgefäße nicht mehr geschädigt werden.
  • Nach einem Power-Napping wird schneller reagiert, aufmerksamer und konzentrierter gearbeitet und die Betreffenden sind besser gelaunt als Kollegen ohne Mittagsschlaf, und zwar nachhaltig

Powernapping ist generell überall möglich, wo es Rückzugsorte gibt. Wenn Sie ein eigenes Büro haben können Sie sich regelmäßig zu einer bestimmten Zeit zurückziehen und eine Auszeit nehmen. Zuhause ist es natürlich am einfachsten.

In den USA und Japan dürfen daher immer mehr Angestellte und Manager einen mittäglichen "Powernap" einlegen. Auch hierzulande hält der Trend langsam Einzug in Büros und Fabrikhallen, aber leider wird so ein „Mittagschläfchen“ von den Vorgesetzten nicht immer akzeptiert.

Zum Glück hat sich in letzter Zeit doch einiges in Richtung Akzeptanz getan, auch durch die “Aufklärungsarbeit” der Medien.

Beispiele:

  • Gestresste Manager können seit 2003 im Empire State Building, an der Wall Street und am Flughafen Vancouver futuristisch anmutende Schlafsessel, so genannte Pods, mieten
  • Piloten und dem Kabinenpersonal können in einige Fluglinien in USA und Europa auf Langstreckenflügen abwechselnd "kontrollierte Nickerchen" halten.
  • Die US-Armee ist vom Sinn des Mittagsschlafes mittlerweile überzeugt: Mehrere Schlafspezialisten wurden bereits zu Elite-Trainingscamps gesandt, um Offizieren beizubringen, wie man Soldaten zum Mittagsschlaf abordert.
  • IBM, Apple, Elektroriesen und Erdölkonzerne erlauben Mittagsschläfchen
  • Das Eisenbahnunternehmen Burlington lässt seine Schaffner und Ingenieure sogar bis zu 45 Minuten schlummern. Vorausgesetzt, dass der Zug steht und ein anderer Schaffner hält Wache.
  • Die Mitarbeiter der französische Atomenergie-Kommission seit können 1990 in extra Ruheräumen powernappen.
  • Die Renovierungsfirma Okuta Corporation führte 2012 Power Nap ein und erlaubt seinen etwa 300 Angestellten, einmal am Tag 15 Minuten zu schlafen. "
  • Die Internetfirma GMO Internet stellt ihren Mitarbeitern eigens 30 Sofas in einem Konferenzraum für den Power Nap zur Verfügung
  • In Tokio gibt es inzwischen sogar Cafés, die sich auf Power Napping spezialisiert haben. Das "Corne" zum Beispiel bietet berufstätigen Frauen zwischen Terminen oder während der Jobsuche die Möglichkeit, zu ruhen. 10 Minuten Power Nap für 160 Yen (ein Euro). 
  • Auch in Deutschland stellen Unternehmen ihren Mitarbeitern entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung. Hierzu zählen unter anderem der Chemiekonzern BASF, der Automobilhersteller Opel und BMW, die Baumarktkette Hornbach und die Fluggesellschaft Lufthansa. Noch vor den privaten Unternehmen führte die Stadtverwaltung der Gemeinde Vechta im Jahr 2000 das „Dösen“ ein.

Für Schlafforscher Zulley hat sich Power-Napping allerdings bis jetzt in zu wenigen Firmen durchgesetzt: „Das Problem für viele Unternehmen ist, die Ruhephasen in den Arbeitsalltag zu integrieren. Hier muss man weg vom Stechuhr-Denken.“




R
REM-Schlaf
Foto: © © ResMed

REM-Schlaf

REM Schlaf

Der Schlaf wird grob in vier Phasen unterteilt, die sich durch unterschiedlich stark ausgeprägte Hirnströme unterscheiden lassen:

  • Einschlafphase (Non-REM-Schlafphase 1)
  • Leichtschlaf (Non-REM-Schlafphase 2)
  • Mittlerer Schlaf (Non-REM-Schlafphase 3)
  • Tiefschlaf (Non-REM-Schlafphase 4)
  • REM-Schlafphase (Schlafphase 5)

Mit diesem Hypnogramm( siehe Abbildung)  wird ein Schlafprofil über die erreichten Schlafstadien grafisch darstellt und die Dauer und Abfolge der einzelnen Phasen des Rapid Eye Movement dargestellt. Während der Nachtruhe finden die Phasen des Rapid Eye Movement -Schlafs laut Hypnogramm etwa 3 bis 5 Mal statt.

Die Entdeckung der REM-Phase liegt in etwa nur 60 Jahre zurück. Im Jahre 1953 entdeckten der Schlafforscher Nathaniel Kleitmann sowie sein Doktorand Eugene Aserinsky gemeinsam mit einem Forschungsteam in einem Schlaflabor den so genannten REM-Schlaf. Er ist durch die schnelle Bewegung der Augen unter den Lidern (englisch: Rapid Eye Movement) gekennzeichnet. Es handelt sich dabei also um eine Phase unruhigen Schlafes, die sich durch eine unregelmäßige Atmung und eine leicht erhöhte Muskelspannung auszeichnet.

REM-Schlaf wird daher als paradoxer Schlaf bezeichnet da die Muskeln bis auf kleinere Zuckungen entspannt, aber andere Körperfunktionen aktiv sind.

Es handelt es sich um eine Phase unruhigen Schlafes, die sich durch eine unregelmäßige Atmung und eine leicht erhöhte Muskelspannung auszeichnet In diesem sich meist in einer Nacht wiederholenden Schlafstadium kommt es oft zu lebhaften Träumen. Der REM-Schlaf wird daher als paradoxer Schlaf bezeichnet, da die Muskeln bis auf kleinere Zuckungen entspannt, aber andere Körperfunktionen aktiv sind. Während der Nacht wechseln sich mehrfach Phasen des REM-Schlafes und des Non-REM-Schlafes ab.

Die Tabelle zeigt eine kurze Erläuterung der verschiedenen Schlafstadien,

wie sie bei einem gesunden Schlaf vorkommen:

     

Schlafstadium

Charakteristika

% des Gesamtschlafes

Einschlafphase NOREM 1

Verbindung zwischen Wachen und Schlafen tritt für wenige Minuten ein, dient als Übergangsstadium, der Schlafende ist leicht weckbar

2 – 5 %

Leichtschlaf

NONREM 2

stabiler leichter Schlaf, liegt im Großteil der Nacht vor

40 - 50%

mittlerer Schlaf

NOREM 3

mitteltiefer Schlaf

3 - 8%

Tiefschlaf No-REM 4 

Tiefschlaf, Schlafende sind nur schwer weckbar - nimmt ca. 20 - 40 Minuten des ersten Schlafzyklus ein

10 - 15%

REM

Traumschlaf - vermehrt in der 2. Nachthälfte

20 - 25%

REM-Schlaf ist eine durch intensive Augenbewegungen charakterisierte Phase des Schlafes. Dieser sperrige Begriff bedeutet, dass sich der Schlummernde während einer bestimmten Schlafphase, dem REM-Schlaf, auffällig verhält. Er wacht nicht auf, sondern lebt einen Traum aktiv aus.

Über die Funktion des REM-Schlafes herrscht noch Unklarheit. Es wird jedoch vermutet, dass während dieser Schlafphase erlebte Situationen verarbeitet und aufgenommene Informationen zum Teil im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. Die Rolle der Träume wird dabei noch erforscht.

Non-REM-Schlafphase 1

Die erste REM-Phase eines Schlafzyklus das Einschlafen, dauert bei den meisten Menschen nur wenige Minuten. Sie nimmt etwa 2% bis 5% der gesamten Schlafdauer ein und bildet den Übergang zwischen Wachsein und Schlafen. Der Körper entspannt sich, das Gehirn kommt langsam zur Ruhe und die Atmung wird gleichmäßiger. Äußere Reize nimmt man nicht mehr wahr, man ist eingeschlafen.

Non-REM-Schlafphase 2 und 3

Die zweite und dritte REM-Phase eines Schlafzyklus ist das Stadium des stabilen und mitteltiefen Leichtschlafes. Diese-Phase dauert in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten und nimmt mehr als 50 Prozent des Gesamtschlafes ein. Hier entspannt sich der Körper noch weiter, die Atmung und der Herzschlag verlangsamen sich.

Non-REM-Schlafphase 4

Die vierte REM-Phase eines Schlafzyklus ist die Tiefschlafphase. Sie nimmt etwa 10% bis 15% der gesamten Schlafdauer ein und die erste Tiefschlafphase der Nacht ist mit rund einer Stunde die längste. Die darauffolgenden, von Traum- oder REM-Phasen unterbrochenen Tiefschlafphasen, verkürzen sich zum Morgen hin mehr. Interessanterweise treten gerade in der Tiefschlafphase, in der der Körper eigentlich vollkommen entspannt ist, Phänomene wie beispielsweise Schlafwandeln oder Sprechen im Schlaf auf. .. Es ist sehr schwer den Schlafenden wieder aufzuwecken.

Die Tiefschlafphase ist für die Stärkung des Immunsystems, für die Regeneration von Zellgewebe und auch für das Lernen von besonderer Bedeutung sein.

Dieser sperrige Begriff bedeutet, dass sich der Schlummernde während einer bestimmten Schlafphase, dem REM-Schlaf, auffällig verhält.

REM-Phase-Schlafphase 5

Auf jede Tiefschlafphase folgt eine Traumphase, die sogenannte REM-Phase, bei der unser Gehirn wieder relativ aktiv ist. REM steht dabei für "Rapid Eye Movement", denn während dieser Phase rollen und zucken die Augen hinter den geschlossenen Lidern. In dieser Phase ist unser Gehirn wieder relativ aktiv, Puls und Atemfrequenz sind erhöht und unregelmäßig. Wer in dieser Phase erwacht, kann sich an seine Träume meist lebhaft erinnern.

Es wird vermutet, dass während des REM-Schlafes der Großteil der Informationsverarbeitung im Gehirn stattfindet.

Bei Erwachsenen nimmt der REM-Schlaf etwa 20 bis 25 % des Schlafes ein. Dabei wird zu Beginn der Nacht nur wenig Zeit im REM-Schlaf verbracht, zum Ende der Nacht nehmen Frequenz und Ausdehnung zu.

Die erste REM-Phase eines Schlafzyklus dauert nur etwa 10 Minuten an. Die zweite REM-Phase ist doppelt so lang. Gegen Morgen haben die Traumphasen Längen von rund einer Stunde

Im Laufe des Lebens nimmt der relative Anteil des REM-Schlafes von ca. 50% bei Säuglingen auf unter 20% bei Senioren ab.

Über die Funktion des REM-Schlafes herrscht noch Unklarheit. Es wird jedoch vermutet, dass während dieser Schlafphase erlebte Situationen verarbeitet und aufgenommene Informationen zum Teil im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. Die Rolle der Träume wird dabei noch erforscht.

Körperlich tut sich in der REM-Phase so einiges.

  • Die Augen beginnen, sich unter den geschlossenen Lidern ruckweise hin und her zu bewegen
  • Skelettmuskeln sind noch schlaffer als in der Tiefschlafphase.
  • Muskelaktivität ist gehemmt
  • Körper befindet sich in einer Art Lähmungszustand
  • Bewegungen wären jetzt unmöglich
  • Blutdruck und Puls steigt
  • Atmung und der Herzschlag verlangsamen sich
  • Vagina und Penis sind vermehrt durchblutet
  •  Das Gehirn während dieser Phase stärker als sonst durchblutet.
  • die intensivste psychische Aktivität nachgewiesen
  • Adrenalin ist in der Peripherie erhöht (Herzattacken können stattfinden)
  • Temperaturregulation ist während des Schlafes aufgehoben
  • Wachstumshormone werden vermehrt ausgeschüttet



S

Schlaf im Alter

Schlaf im Alter

Etwa die Hälfte der Menschen über 65 Jahre klagt über chronisch schlechten Schlaf. Älter zu werden bedeutet für den menschlichen Körper eine große Veränderung – auch in puncto Schlaf, denn im Laufe der Jahre finden Veränderungen der Schlafarchitektur statt.

  • Man schläft häufig nicht mehr so schnell ein
  • Die Dauer der Tiefschlafphasen nimmt ab
  • Der REM-Schlaf geht leicht zurück
  • Oft kommt es zu einem kompletten Verschwinden dieser Tiefschlafphasen
  • Der Schlaf ist öfter unterbrochen
  • Die Schlafdauer im Alter ist reduziert
  • Wir sind leichter aufzuwecken
  • Die „innere Uhr“ schwächt sich ab
  • Häufigerem Wechsel der einzelnen Schlafphasen
  • Der Schlaf wird häufig auch durch arthritische und andere Schmerzen, Prostatabeschwerden und durch Herzschwächen bedingte nächtliches. Wasserlassen usw. gestört
  • Es findet eine natürliche Verlagerung des Schlafs von der Nacht in Richtung Tag statt

Die weit verbreitete Ansicht, ältere Menschen benötigten weniger Schlaf als jüngere, ist falsch, denn der Schlaf nimmt insgesamt, wenn man ihn über 24 Stunden erfasst, kaum ab. Ältere Menschen kompensieren Schlafverluste im Allgemeinen in dem sie am Tage kurze Schläfchen halten, z.B. Mittagschläfchen, Einnicken beim Fernsehen oder bei der Zeitungslektüre. Nach neuesten Forschungsergebnissen entspricht es den natürlichen Bedürfnissen des Körpers, mindestens einen Kurzschlaf am Tag zu halten. Diesen "Luxus" kann man sich erst im Ruhestand gönnen, wenn der Zwang geregelter Arbeitszeiten entfällt.

Die Veränderungen des Schlafbedürfnisses und der Schlafdauer sind von Person zu Person unterschiedlich, denn neben dem Alter beeinflussen vor allen Dingen persönliche Gewohnheiten und äußere Zwänge den Schlaf jedes Einzelnen.

Ältere Menschen gehen meist früh zu Bett. „Wer um 22 Uhr einschläft und um fünf Uhr morgens erwacht, hat sieben Stunden Schlaf. Das ist völlig ausreichend für einen älteren Menschen, der zudem noch seinen Mittagsschlaf hält. Von einer Schlafstörung kann da eigentlich nicht die Rede sein.

Der Griff zu Schlaftabletten spielt mit zunehmendem Alter für viele Menschen eine wachsende Rolle. Sie können jedoch genau wie eine Reihe anderer Medikamente(Cortison, Medikamente gegen Herzerkrankungen, Theophyllin usw.). den Schlaf negativ beeinflussen, denn sie bauen sich bei älteren Menschen langsamer ab und können zu nicht gewünschten Nebenwirkungen führen.

"Der Schlaf ist wie eine Taube, wenn man nach ihr greift, fliegt sie davon!" Diese Erfahrung macht jeder, der seinen Körper zum Schlaf zwingen will.

Tipps:

  • Direkt nach dem Aufwachen aufstehen

Es empfiehlt sich wenn man morgens sehr früh munter ist, direkt aufzustehen unabhängig von der Uhrzeit. Man sollte nicht versuchen den fehlenden Schlaf nachzuholen, indem man länger liegen bleibt. Das hat die gegenteilige Wirkung. Genießen Sie in Ruhe Ihr Frühstück, lesen Sie gemütlich die Zeitung und wachsen Sie langsam in den Tag hinein.

  • Aktive Tagesgestaltung

Aktive Senioren schlafen besser, wie eine Gallup-Studie aus dem Jahr 1988 belegt. Menschen die im Alter aktiv bleiben und sich bewegen (Sport treiben, spazieren gehen, wandern, Gymnastik machen, Hobbys nachgehen etc.) finden leichter in den Schlaf.

  • Gehen Sie an die frische Luft

Frische Luft, Licht und ggf. körperliche Aktivitäten im Freien begünstigen den Schlaf bzw. die Schlafqualität und man schläft nachts besser ein und durch. Das helle Sonnenlicht wirkt sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden aus.

  • Achten Sie auf Ihre Ernährung

Schwere Kost und übermäßigen Alkoholgenuss am Abend vermeiden. Am Tage aber genug trinken, dafür abends nur noch wenig Flüssigkeit zu sich nehmen, um den nächtlichen Harndrang zu vermeiden.

  • Auf Mittagsschlaf wenn möglich verzichten

Verzichten Sie, wenn möglich auf den Mittagsschlaf und bleiben Sie tagsüber wach. Wer jedoch den Tag ohne Schläfchen am Mittag nicht überstehen kann, sollte darauf achten, dass dieser auf eine halbe Stunde, maximal eine Stunde begrenz wird. Wer tagsüber schläft verkürzt den Schlaf in der Nacht.

  • Schlafritual einhalten

Ein abendliches Ritual kann hilfreich sein um Körper und Geist auf eine geruhsame Nacht einzustellen. Es kann beispielsweise darin bestehen, in einem Buch zu lesen, einen Tagebucheintrag zu verfassen oder leichte Musik zu hören. Wie dieses Ritual genau aussieht, bleibt im Grunde jedem selbst überlassen, es sollte jedoch regelmäßig stattfinden.

  • Gehen Sie spät ins Bett

Versuchen Sie Ihren Schlafrhythmus so zu gestalten, dass Sie nicht zu früh ins Bett gehen, sondern bleiben Sie lieber etwas länger munter.

Ganz entscheidend für den nächtlichen Schlaf sind Bett und Schlafzimmer. Das Schlafzimmer sollte kühler sein als ein Wohnraum. Mehr als 18 Grad sollten dort nicht herrschen. Außerdem sollte das Zimmer gut gelüftet sein.

 

 


Schlafambulanz

Bei vielen Patienten mit Schlafstörungen ist eine genauere, stationäre Schlaflaboruntersuchung nicht erforderlich.

Inzwischen gibt es rund 50 Schlafambulanzen in Deutschland und diese sind mit erfahrenen Schlafmedizinern besetzt. Diese Ambulanzen bieten in der Regel den Patienten an, sie zunächst ohne den großen Aufwand einer stationären Untersuchung zu untersuchen und zu beraten.

Die Schlafambulanz behandelt das komplette Spektrum schlafmedizinischer Erkrankungen und die Schlafmediziner, die dort arbeiten, fragen Sie u.a. nach:

  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Narkolepsie und andersartige Hypersomnien
  • Restless Legs Syndroms ("unruhigen Beine")
  • schlafbezogene Atemstörungen
  • Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Ihrer Schlafdauer und –qualität
  • Besonderheiten im Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Lebensgewohnheiten und Schlafhygiene
  • Schnarchen
  • häufigen nächtlichen Wachphasen
  • nächtlichen Gängen zur Toilette
  • Schmerzen oder Kribbeln in den ruhenden Beinen
  • Tagesmüdigkeit
  • unfreiwilligem Einschlafen am Tage

und vieles mehr.


Schlafapnoe

Schlafapnoe

Die Schlafapnoe ist mit über 4,5 Mio. Betroffenen in Deutschland eine sehr häufige und ernste Volkskrankheit. Es wird geschätzt, dass 4% der Männer und 2% der Frauen mittleren Alters unter einer Obstruktiven Schlafapnoe leiden. Durch das Beschwerdebild und insbesondere die möglichen Folgeerkrankungen gehört die Schlafapnoe- neben Diabetes und Herzerkrankungen- zu den volkswirtschaftlich relevanten Krankheiten unserer Zeit Jedoch sind über 90% der Betroffenen noch nicht identifiziert und riskieren schwerwiegende Folgeschäden.

Mit Apnoe (korrekte Aussprache ist dreisilbig „A-pno-e“, wird aber von viele Laien wie auch Ärzte den Begriff zu „Apnö“ eingedeutscht), wird ein mehr oder weniger langes Aussetzen der äußeren Atmung bezeichnet. Jeder Mensch hat während der Nacht einige Atemstillstände und deren Dauer kann wenige Sekunden bis zu mehreren Minuten betragen. Mehrere unterschiedlich lange, vom Patienten unbemerkte Atemstillstände pro Nacht sind das namensgebende Symptom beim „Schlafapnoe-Syndrom“ Wenn sie mehr als zehnmal in der Stunde auftreten und länger als 10 Sekunden andauern und wenn vielleicht Veränderungen der Gehirnfunktion und eine Störung des Schlafablaufes feststellbar sind, dann ist ein Schlafapnoe- Syndrom wahrscheinlich.

Ursachen

Beim Schlafapnoe-Syndrom entspannt sich während des Schlafens die Muskulatur und dies kann bei Rückenlage dazu führen, dass Unterkiefer und Zungengrund soweit zurückrutschen, dass sie den Eingang der Luftröhre verschließen, bis kurzfristige Atemstillstände auftreten. . Beim Luftholen reißt es den Schlafenden kurz aus dem Tiefschlaf.

Der daraus resultierende Sauerstoff-Mangel führt zu einer extremen Belastung für Herz und Kreislauf sowie zu Gehirnfunktions-Störungen. Die wiederholten lebensnotwendigen Weckreaktionen, mit denen der Körper auf das drohen de Ersticken reagiert, verhindern jedoch gleichzeitig auch den wichtigen Tiefschlaf und beeinflussen so die nächtliche Regeneration und Erholung. Die Krankheit kann lebensgefährdend sein Wie erwähnt, bemerkt die betroffene Person vielleicht nicht selbst den unregelmäßigen Atem. Besteht Verdacht auf Schlafapnoe, muss man sich an einen HNO- Arzt wenden.

Die Symptome einer Apnoe können sein:

  • Lautes und unregelmäßiges Schnarchen
  • Durchschlafstörungen
  • Vermehrte Müdigkeit am Tag
  • Schwindel, vor allem nach dem Aufstehen
  • Mundtrockenheit beim Erwachen
  • Verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
  • Albträume
  • Depressionen
  • Sexuelle Störungen, wie Libido-Verlust
  • Bettnässen bei Kindern
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Nachtschweiß
  • Brennende Augen
  • Kopfschmerzen

Mit folgenden Folgeschäden:

  • Diabetes: 40-70% des einstellbaren Diabetiker Typ II sind von Schlafapnoe betroffen.
  • Bis zu 30% der Betroffenen leiden an Schlafapnoe.
  • Der Schlaganfall: ist in 60% Ursache oder Folge einer Schlafapnoe.
  • Bei rund 70% der Patienten mit Herzinsuffizienz und bei ca. 30-40% derer mit koronarer Herzerkrankung, Herzrhythmusstörungen oder Herzinfarkt ist eine Schlafapnoe nachweisbar.
  • Bis zu 50 % Tagesmüdigkeit: wird durch eine nicht behandelte Schlafapnoe hervorgerufen und ist eine der Hauptursachen von Sekundenschlaf.
  • Durch Sauerstoffmangel wird das Herz-Kreislaufsystem belastet, was zu hohem Blutdruck und Herzrhythmusstörungen führen kann
  • Übergewicht, Depressionen und Nierenversagen sowie Impotenz und Libidoverlust werden mit der Schlafapnoe in Verbindung gebracht.

Wir unterscheiden drei Formen der Apnoe:

  • Obstruktive Apnoe

Die weitaus häufigste Form ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS). Die direkte Ursache ist eine starke Entspannung der ringförmigen Muskulatur um die oberen Atemwege im Schlaf. Die Folge

  • Nasen- bzw. der Mundrachen nicht mehr in der Lage, dem beim Einatmen entstehenden Unterdruck genug Widerstand entgegenzusetzen
  • Der obere Teil der Atemwege fällt zusammen und es kommt zu einer Behinderung (Obstruktion) eben dieser
     
  • Zentrale Apnoe

Das reine Zentrale Schlafapnoe-Syndrom (ZSA) ist selten und meist erblich bedingt, kann aber auch aus neurologischen Schädigungen resultieren. Ursache ist hierbei ein unzureichender oder fehlender Stimulus durch das Atemzentrum.

  • Gemischte Apnoe

Kommen bei einem Patienten beide Formen vor, spricht man von gemischten Apnoesyndromen

Behandlung

Nach der Diagnose, die überwiegend durch Fachärzte für HNO bzw. Pneumologen durchgeführt wird, wird der Patient meistens in ein Schlaflabor eingewiesen. Dort wird mit einer Polysomnografie die Notwendigkeit einer Behandlung weiter abgeklärt bzw. eine Behandlung eingeleitet und hinsichtlich der Effektivität kontrolliert.

Als am effektivsten zur Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms hat sich die nasale Überdruck-Therapie mittels CPAP- erwiesen.

CPAP (Englisch: "Continuous Positive Airway Pressure") ist ein Beatmungsverfahren, welches den spontan atmenden Patienten durch positive Druckausübung in der Phase des Atemzyklus, in der die Atemluft durch aktive Atemarbeit in die Atemwege und die Lunge gelangt unterstützt.

Diese speziellen Geräte haben ein Gebläse, welches über einen Schlauch mit einer Atemmaske verbunden ist, die mittels Kopfbändern um die Nase (oder um Mund und Nase) auf das Gesicht gedrückt wird. Mit Hilfe dieser Masken wird während der Schlafzeit in den Atemwegen ein leichter Überdruck von 5 bis 20 Millibar erzeugt. Dieser verhindert dass der Eingang der Luftröhre blockiert wird. . Soll die nasale Überdrucktherapie erfolgreich sein, muss sie jede Nacht angewendet werden. In der Regel muss die Therapie lebenslang angewendet werden. Das Absetzen der Therapie kann zur Folge haben, dass die Symptome wieder auftreten.

Seit Juli 1997 ist der Krankheitsbegriff "Schlafapnoe" für die Versorgungsämter festgeschrieben und wird als Behinderung anerkannt.

Siehe Polysomnografie  oder mit PH


Schlafdauer

Das Statistische Bundesamt kann es schwarz auf weiß belegen: Schlafen ist so zeitaufwendig und wichtig wie ein Hauptberuf. Jeder Deutsche verbringt durchschnittlich 8,22 Stunden täglich im Bett, nur noch 3,14 Stunden bei der Arbeit und 6 Minuten täglich mit dem Putzen seines Autos.

Nach einer Erhebung der Wissenschaftler der US-amerikanischen National Sleep Foundation schlafen die:

  • Japaner sechs Stunden und 22 Minuten am kürzesten
  • US-Amerikaner sieben Stunden 13 Minuten
  • Briten sieben Stunden 20 Minuten
  • Kanadier sieben Stunden 22 Minuten
  • Mexikaner acht Stunden und 15 Minuten
  • Deutsche acht Stunden und 22 Minuten.

Diese Zahlen sind Durchschnittszahlen, denn wie viele andere Dinge, ist auch Schlaf eine Frage des Alters.

In Deutschland gelten folgende Durchschnittswerte:

  • Neugeborene und Babys bis zu drei Monaten             15-16 Stunden
  • Vier bis elf Monate alte Kinder                                     12-14 Stunden
  • Drei- bis  Fünfjährige                                                    11-13 Stunden
  • Schulkinder zwischen sechs und 13 Jahren                  9-11 Stunden
  • Teenager                                                                        8-10 Stunden
  • Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren                      7-  9 Stunden
  • Senioren ab 65 Jahren                                                  7-  8 Stunden

Doch eine solche Normierung des individuellen Schlafbedürfnisses ist schwierig, denn auch im Schlaf bestätigen Ausnahmen die Regel. Es wird allgemein akzeptiert, dass das individuelle Schlafbedürfnis zu einem großen Ausmaß von Erbanlagen bestimmt wird, und auch nicht durch „Gewöhnung“ oder „Training“ ausgeschaltet oder längerfristig ignoriert werden kann:

Die Schlafdauer wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst, wie Schichtarbeit, Nachtarbeit etc.

Erhebungen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass die Zahl der Nacht- und Wochenendarbeiter in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. 2011 arbeiteten 8,9 Millionen Beschäftigte ständig oder regelmäßig am Wochenende. Zehn Jahre zuvor waren es nur 6,7 Millionen gewesen. 2001 lag die Zahl der Schichtarbeiter bei 4,8 Millionen, derzeit sind es über sechs Millionen.

Es gibt genügend Ausnahmen von der durchschnittlichen Schlafdauer wie folgende Zeitgenossen beweisen:

  • Goethe soll ja 13 Stunden Schlaf gebraucht haben,
  • Napoleon war schon nach vier Stunden, sein Spruch war „Männer schlafen 4 stunden, Frauen 5 und Idioten 6“
  • John F. Kennedy schlief nur 4 bis 6 Stunden
  • Wernher von Braun nannte sich selbst einen Schnellschläfer. Er kam mit sechs Stunden aus, stand jeden Morgen um fünf auf.
  • Tierschützer Bernhard Grzi­mek hielt seine 5 1/2 Stunden Nachtruhe für völlig normal.
  • Benjamin Franklin einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten und der Erfinder des Blitzableiters, der mit drei Stunden Schlaf pro Nacht genug hatte, wurde mit folgender Aus­spruch überliefert: "Auf, auf, Kameraden! Vergeudet nicht euer Leben! Im Grab werdet ihr noch jahrelang genug schlafen
  • Konrad Adenauer hatte den Schlaf der Gerechten: Ab 50 kam er mit fünf Stunden Schlaf aus und war durch nichts zu stören. Er bekannte sich offen zum Schlummer bei Tageslicht.

Daneben gibt es selbstverständlich auch noch Kurz- und Langschläfer, gute und schlechte Schläfer, Morgen- und Abendtypen.
 

Fazit:

Die Schlafdauer, die ein Mensch benötigt, um wirklich ausgeschlafen zu sein, fällt individuell sehr unterschiedlich aus. Für die Steuerung der individuellen Schlafdauer ist die innere Uhr verantwortlich.

Zu wenig Schlaf erhöht insgesamt das Risiko für Gewichtszunahme, das Risiko auf Herzerkrankungen oder Diabetes und kann die Lebenszeit verkürzen

Aber auch zu viel an Schlaf scheint nicht gerade gesund zu sein. Die Studie des englischen Mediziners Cappuccio zeigte, dass sich bei Beamten, die acht oder mehr Stunden schliefen, das Risiko zu sterben, ebenfalls verdoppelte. Warum das so ist, wissen die Forscher nicht.


Schlafdefizit

Schlafdefizit

Unter Schlafdefizit verstehen wir einen Mangel an individuell benötigtem Schlaf. Nach einer repräsentativen Umfrage einer Göttinger Arbeitsgruppe leiden 25% aller Westdeutschen zumindest zeitweilig an Schlafdefizit.

Jim Horn, Direktor des britischen Schlafforschungszentrums der Universität Loughborough hält die Behauptungen für übertrieben. Der Mensch schläft nämlich heute im Durchschnitt deutlich mehr als noch vor 150 Jahren und die gesundheitlichen Folgen von chronischem Schlafmangel seien in der Realität so gut wie vernachlässigbar. Jim Horn hält den Mythos des kollektiven Schlafmangels für gefährlich. Dadurch werde noch mehr unbegründete Sorge im Bereich Gesundheit und Lebensführung erzeugt. Nicht zuletzt steige so auch der Bedarf nach noch mehr Schlafmittel.

William Dement, Schlafforscher an der kalifornischen Stanford-Universität, dagegen meint: “Schlafentzug macht dumm.” Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass Menschenmit großen Schlafdefiziten im Alter besonders anfällig sind für Fettleibigkeit, Diabetes und erhöhten Blutdruck.

“Beeinträchtigungen des menschlichen Verhaltens treten schon ab zwei Stunden Schlafdefizit auf”, meint Thomas Roth, Vorsitzender der Schlafmedizinischen Abteilung am Henry-Ford-Hospital in Detroit. Und bei einem Schlafmangel von zehn Stunden sei es beispielsweise unverantwortlich, einen Bus zu fahren.

Was das Schlafdefizit betrifft, muss man also von großen interindividuellen Unterschieden ausgehen.

Was tatsächlich ausreichend ist, variiert von Mensch zu Mensch. Generell werden Lang-, Mittellang- und Kurzschläfer unterschieden und während der Langschläfer in der Regel mindestens acht bis zehn Stunden Schlaf benötigt, kommt der Kurzschläfer bisweilen mit sechs oder gar weniger Stunden aus.

Schichtarbeiter, Ärzte, Krankenschwestern, Fernfahrer und Beschäftigte im Nachtdienst leiden oft an einem Schlafdefizit.

Jetlag ist nur ein Modellfall für Schlafdefizit und für die Veränderung des Tages und Nachtrhythmus, Ebenso kann unsere moderne Arbeitswelt und Freizeitgestaltung bei vielen Menschen unter ein Schlafdefizit hervorrufen.

Von einem krankhaften Schlafdefizit geht man dann aus, wenn sich die nachfolgend genannten Beschwerden des nicht erholsamen Schlafes innerhalb eines Monats jeweils mindestens dreimal pro Woche wiederholen.

  • abendliches Nicht-Einschlafen-können
  • häufiges Kurzerwachen
  • längeres nächtliches Wachliegen
  • frühmorgendliches Erwachen
  • Gedankenkreisen und  Problemgrübeln
  • angstvolle Erwartung neuerlicher nächtlicher Schlafstörungen
  • unruhiger und flacher Schlaf
  • Krämpfe in den Beinen
  • Bewegungsunruhe, meist ebenfalls im Bereich der Beine
  • lautes und unregelmäßiges Schnarchen
  • nächtliche Atempausen

Die Folgen von einem Schlafdefizit sind:

  • schlechte Konzentration
  • Gereiztheit
  • depressive Verstimmung
  • Sekundenschlaf
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Antriebsschwäche
  • Gefühle allgemeinen Unwohlseins 

Kommt zu diesem Schlafdefizit noch ein durch eine Schlafstörung bedingter "nicht erholsamer Schlaf" kann dies zu ernsten gesundheitlichen Schäden führen.

Die Behandlungsmaßnahmen bei Schlafdefizit lassen sich in drei Gruppen einteilen:

  • Behandlung körperlicher Faktoren, wie z.B.:
  • Herzmuskelschwäche
  • Bluthochdruck
  • Lungenasthma
  • Geschwürleidens an Magen oder Zwölffingerdarm
  • Verbesserung der Schlafhygiene
  • Behandlung zugrunde liegender psychischer Probleme, wie z.B.:
  • depressiven Erkrankungen
  • Quälende negative Gedanken
  • Schlafstörung oft verbunden mit Herzjagen, Schweißausbrüchen und Atemnot
  • Posttraumatischen Belastungsstörungen
  • Ängste und Alpträume
  • Gestörtes Schlafverhalten, wie das Früherwachen

Forscher der Stanford University haben in Versuchen die Einschlafgeschwindigkeit während des Tages aufgezeichnet und ausgewertet. Dort hat sich gezeigt, dass – je höher das Schlafdefizit, desto geringer die Einschlafdauer ist. Dies bedeutet, je weniger Schlaf eine Person hat, desto schneller schläft diese ein. Durch diese Tests ist wissenschaftlich untermauert, dass das sofortige Einschlafen am Abend nicht unbedingt ein Anzeichen für einen gesunden Schlaf ist.

 


Schlafdiagnose
Foto: © ©Wikipedia, Creative-Commons-Lizenz 3.0 Urheber Petter Kallioinen

Schlafdiagnose

Nach vorsichtigen Schätzungen leiden mehr als 20% der Deutschen (also ca. 8 Millionen Betroffene) unter einer Schlafstörung die behandelt werden sollte. In der modernen Schlafmedizin sind mehr als 80 klinische Schlafstörungen bekannt, die zu Beschwerden auch am Tage führen. Für die Schlafdiagnose hat die nächtliche Aufzeichnung der Biosignale von Schlaf, Motorik, Atmung und Kreislauffunktion eine überragende Bedeutung.


Die Diagnose kann

  • Online mittels Berliner Fragebogen ( nur zur Vorabklärung zu empfehlen)
  • Mittels ambulante Schlafdiagnostik (Vorteil schlafen in eigener Umgebung)
  • ​Im Schlaflabor

durchgeführt werden.

Das Ziel der Diagnostik ist es, mögliche organische Ursachen einer Schlafstörung zu erkennen und ein objektives Bild über das Ausmaß zu gewinnen.

Die Basisparameter der Schlafdiagnostik sind

  • EEG (Messung der Gehirnströme)
  • EOG (Messung der Augenbewegungen
  • EMG (Messung der Muskelspannung im Kinn)

EEG (Elektroenzephalogramm)

Der Begriff geht auf den Neurologen Hans Berger zurück, der 1924 an der Universität Jena die ersten Elektroenzephalographien des Menschen vornahm.

Das Elektroenzephalogramm (EEG) misst die elektrische Aktivität des Gehirns, ähnlich wie das EKG (Elektrokardiogramm) die elektrische Aktivität des Herzens aufzeichnet.

Für die auf der Kopfhaut zu messenden Signale bekommt der Patient eine Haube aufgesetzt, mittels derer die Elektroden auf bestimmte Punkte der Kopfhaut aufgesetzt werden können. Die Untersuchung ist völlig schmerzlos und kann beliebig oft wiederholt werden

In der Schlafmedizin ist die Untersuchung Teil der Polysomnographie. Das EEG wird hier mit reduziertem Elektrodensatz über die ganze Nacht abgeleitet und heute meistens elektronisch aufgezeichnet. Die Kurven von gesunden Menschen weisen ein ganz charakteristisches Muster auf. Veränderungen oder ein untypisches Auftreten dieser Muster können Hinweise auf Schädigungen bzw. Veränderungen im Gehirn liefern

EOG (Elektrookulogramm)

Elektrookulografie ist ein Messverfahren, bei dem anhand elektrischer Signale die Bewegung der Augen mittels in Augennähe auf die Haut geklebter Metallplättchen, den genannten Elektroden, gemessen wird.

Das EOG hat besondere Bedeutung in der Schlafpolygraphie zur Identifikation der durch schnelle Augenbewegungen (REM) gekennzeichneten Traumphasen.

Beim Einschlafen treten langsame, rollende Augenbewegungen auf, während des REM-Schlafs schnelle Augenbewegungen (REM = rapid eye movements).

EMG (Elektromyogramm)

Die Elektromyografie (EMG) ist eine elektrophysiologische Methode in der neurologischen Diagnostik, bei der die elektrische Muskelaktivität gemessen wird. Sie wird in der Regel im Kinnbereich, da hier die Muskelaktivität im REM-Schlaf besonders ausgeprägt ist

Durch das EMG lassen sich Aussagen über Krankheiten der Nerven- und Muskelzellen machen.

 


Schlafgänger
Foto: © „Neue Bündner Zeitung“

Schlafgänger

Zum Ende des 19. Jahrhunderts, der Zeit der rasanten Industrialisierung, waren Wohnraum und damit auch Schlafplätze, in den großen Städten absolute Mangelware. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg dieser Mangel noch weiter an.

Wohnungsknappheit und mangelndes Einkommen begünstigten eine Art von Untermietern, die sogenannten „Schlafgänger“ (auch „Bettgeher“ genannt). Als Schlafgänger, Schlafleute, Schlafburschen aber auch Schlafmädchen wurden damals Menschen bezeichnet die keine eigene Wohnung hatten oder sich diese nicht leisten konnten, und sich gegen Entgelt (Schlafgeld) eine Mitschlafgelegenheit beschafften. Man sprach in diesem Zusammenhang von „halboffenen Familien“.

Es kam vor, dass besonders arme Familien die Betten an zwei verschiedene Schlafgänger vermieteten. Unumstritten ist, dass Schlafgänger vorwiegend junge Männer aber auch Verheiratete waren, die auf dem Lande lebten, lediglich zum Geldverdienen in die Stadt kamen und entweder am Wochenende oder erst nach dem Ende der Sommermonate nach Hause fuhren.

Schlafgänger hatten normalerweise keinen Familienanschluss und durften die restlichen Räumlichkeiten, wie die Küche oder die „Gute Stube“, nicht nutzen und sie erhielten im Gegensatz zu Untermietern kein Frühstück.

Bequemlichkeit und Intimität kamen gar nicht in Betracht. Viele Familien, die die Schlafgänger aufnahmen, wohnen selbst unter beengtesten räumlichen Verhältnissen. Wenn sie mehrere Arbeiter aufnahmen, kam es vor, dass ein Familienmitglied mit einem oder mehreren Schlafgängern zusammen in einem Bett schlafen musste.


Schlafkultur

Die Schlafkultur beschreibt kulturelle und geschichtliche Aspekte des Schlafens. Zur Schlafkultur gehört das Wann, das Wo und das Wie sich Menschen an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten schlafen legen beziehungsweise gelegt haben.

Die Kultur eines Landes, die Gesellschaft, aber auch technische Errungenschaften haben und hatten immer Einfluss auf den Schlaf der Bewohner.

Forschungen und Aufzeichnungen zu diesem Thema sind rar. Wissenschaftliche Arbeiten, die anhand der Schlafgewohnheiten verschiedener Völker, insbesondere noch sehr naturnah lebender, Rückschlüsse auf die evolutionären Ursachen des Schlafes geben wollen, wurden erst in neuester Zeit unternommen.

Praktisch alle Schlafforschungen basieren auf westlicher Schlafkultur. Zukünftige Forschungen dürften sich vermehrt um die kulturübergreifenden Unterschiede des Schlafens kümmern.

Schlafkulturen im Schnelldurchgang:

  • In vielen nomadischen Kulturen wird während des Tages mehrmals geschlafen, wenn es die Arbeit gerade zulässt.
  • Bei Völkern, die Ackerbau betreiben, wechselt der Schlaf-Wach-Rhythmus mit der Jahreszeit.
  • Im alten Ägypten und in der Antike schliefen die meisten Menschen auf dem Boden. Als Unterlage diente Stroh oder eine Matte. Reiche Frauen und Männer der Oberschicht dagegen kannten bettähnliche Schlafmöbel. Zudem besaßen sie Schlafzimmer, oftmals jeder sein eigenes.
  • Bei den alten Römern hatte das Liegen und Schlafen eine wichtige Bedeutung. Viele Tätigkeiten wurden in der Horizontalen ausgeführt. Zum Lesen, Schreiben und Essen diente das Lectulus, ein kleines Bett. Für größere Gelage und für Orgien stand das Triclinium, eine Art Sofa, zur Verfügung. Mit dem Cubiculum gab es in den Patrizierhäusern bereits Räume, die wir heute Schlafzimmer nennen würden.
  • Das 5. Jahrhundert bescherte Europa auch einen Rückschritt der Schlafkultur. Erst Karl der Große brachte das Bett wieder - zumindest für die Reichen. Die Armen schliefen auf dem Boden auf Stroh oder einer Unterlage.
  • Im Mittelalter wurde, ohne Bekleidung und Schlafanzug, meist nackt und in einem Raum geschlafen.
  • Im 12./13. Jahrhundert kamen Bettrahmen mit quergespannten Gurten auf. Mit Bettkasten und Lattenrost ähnelte das Schlafgestell unseren heutigen Betten. Für die Reichen gab es gefüllte Decken und Kissen.
  • Ab dem 15. den Schlafzimmern der Reichen die Betten prunkvoll mit aufwendigen Schnitzereien oder Verzierungen gearbeitet. Matratzen oder weich gefüllte Säcke dienten als Unterlage zum Schlafen. Das niedrige Volk schlief dagegen in Gruppen, leicht bekleidet oder nackt.
  • Unter Ludwig XIV. (1638 bis 1715) erreichte die europäische Schlafkultur ihren absoluten Höhepunkt. "Lever du roi" - der Sonnenkönig empfing im Bett. Dieser Moment galt als gesellschaftliches Highlight des Tages. Die Oberschicht tat es ihrem König nach. Der Empfang im Bett galt als "en vogue".
  • Schlafzimmer wurden ab dem 17. Jahrhundert zunächst wieder in Adelshäusern, Es war nicht unüblich, dass adlige Ehegatten getrennte Zimmer oder unter Umständen getrennte Gebäudetrakte bewohnten. In armen Bevölkerungsschichten teilten sich hingegen alle Familienmitglieder das Bett. Auch dem Gast wurde das gemeinsame Bett angeboten.
  • Erst Im 19. Jahrhundert wurde das Schlafzimmer ein separater, intimer Raum.
  • Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts war es üblich, dass jeder ein gemeinsames Bett für sich hatte.
  • Schlafgelegenheiten waren früher sogar in den Gaststätten Mangelware: Es wird berichtet, dass die Hälfte der Gesellschaft nur bis Mitternacht schlief, während die andere Hälfte, die bis dahin ihren Vergnügungen nachging, später zur Ablösung erschien.
  • Nach Ende des Krieges war Wohnraum in Deutschland knapp. Deswegen waren Schlafzimmer Mangelware. Flüchtlinge und Ausgebombte wurden bei jenen Menschen einquartiert, die eine mehr oder weniger intakte Wohnung hatten. Spezielle Schlafcouches und Bettsessel wurden für all jene entwickelt, die das Wohnzimmer in der Nacht zum Schlafzimmer umfunktionierten.

Ob im Paradebett oder auf Stroh, mit Zipfelmütze oder nackt, allein oder in der Gruppe - alles zu seiner Zeit und an seinem Ort. Das galt früher wie heute.


Schlafkur

Mit „Schlafkur“ wird laut Duden eine als Kur durchgeführte Schlaftherapie bezeichnet. Ihre Historie datiert sehr weit zurück, erste Schlafkuren sind aus dem Mittelalter bekannt, sie wurden jedoch häufig in den 1920er und 1930er Jahren in der Psychotherapie und Psychiatrie eingesetzt.

Bekannt ist, dass der Schweizer Psychiater Jakob Klaesi (1883-1980) um 1920 die psychiatrische Schlafkur mit dem Medikament Somnifen entwickelte.

Menschen wurden über mehrere Tage in einen tiefen Schlaf versetzt, die Erfolge die sehr Methoden sind jedoch sehr zweifelhaft und deshalb wurde die Forschung hier nicht weiter durchgeführt.

Heute sind Schlafkuren nur noch im Wellnessbereich zu finden und diese dauern nur Stunden.

Siehe auch Heilschlaf


Schlaflabor

Wenn der Name ,,Schlaflabor" erwähnt wird, sind viele Patienten verunsichert, da man bei einem Labor an Versuche denkt. Dies ist aber nicht der Fall.

Ein Schlaflabor ist eine medizinische Einrichtung, die dazu dient, den Schlaf von Patienten zu untersuchen. Es ist nichts anderes als eine Art "Hightech-Schlafzimmer" mit unterschiedlichsten Messgeräten die nachts Tausende von Daten sammeln. Der Patient wird mit verschiedenen Apparaturen verkabelt, die das nächtliche Schlafverhalten kontinuierlich dokumentieren.

In der Nacht beginnen Nerven, Herz und Muskeln ihr Eigenleben. Ob alles im normalen Rahmen bleibt, können Ärzte im Schlaflabor feststellen. Dafür findet im Schlaflabor das „Verkabeln“ des Patienten statt.

Folgende Aufzeichnungen werden u.a. vorgenommen:

  • EOG Elektrookulographie = Augenbewegungen
  • EKG Elektrokardiographie = Herzströme
  • EMG der Kinnmuskulatur Elektromyographie = Erfassung der Muskelspannung
  • EMG der Beinmuskulatur Erfassung von Beinbewegungen
  • Schnarchgeräusche über ein Mikrophon
  • Atemfluss über eine Nasenstaudruckbrille
  • Atembeobachtung des Brustkorbes
  • Atembeobachtung des Bauches
  • Körperlage
  • Sauerstoffgehalt im Blut
  • Arterieller Blutdruck

Aufgrund dieser Messwerte kann am Morgen danach ein sehr genaues Schlafprofil der einzelnen Schlafstadien erstellt werden. Dieses Schlafprofil lässt Rückschlüsse auf die Schlafqualität und die Ursachen zu, welche die Schlafqualität gegebenenfalls beeinträchtigen

Das erste klinische Schlaflabor der Welt wurde am Ende der 1960er Jahre an der Stanford-Universität in Palo Alto, Kalifornien von William C. Dement eröffnet und das erste Schlaflabor in Deutschland wurde Anfang der 70er Jahre in der Neurologischen Klinik des Hessischen Diakoniezentrums Hephata eingerichtet.

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) betreibt ein Verfahren der Akkreditierung, bei dem inzwischen etwa 320 Schlaflabore in Deutschland teilnehmen (Stand Dezember 2012). Ziel ist die Sicherung und Verbesserung der Qualität der Versorgung der Patienten in der Schlafmedizin. [

Eine Liste der bei der DGS akkreditierten Schlaflabore kann unter dem Link

http://www.dgsm.de/schlaflabore_liste.php

abgerufen werden.


Schlaflosigkeit

Siehe Insomnie


Schlafmangel

Siehe Schlafdefizit


Schlafmaske
Foto: © Wikipedia gemeinfrei

Schlafmaske

Eine Schlafmaske (auch Schlafbrille oder Nachtmaske) ist eine Maske, die der Abschirmung der Augen gegen Licht dient.

Es gibt ein Hormon das dafür sorgt, dass wir gut, tief und die ganze Nacht durchschlafen, das Melatonin. Es wird im Gehirn ausgeschüttet und steuert unseren Tag-Nacht-Rhythmus. Aber das Melatonin ist lichtscheu, denn die Produktion wird sofort gestoppt wenn man sich in der Nacht hellem Licht aussetzt.

Um das zu vermeiden hat man zwei Möglichkeiten. Entweder, man funktioniert sein Schlafzimmer zur Dunkelkammer um oder sorgt auf andere Weise für ausreichend Dunkelheit und eine durchgängige Produktion von Melatonin. Hier kommt die Schlafmaske ins Spiel, denn bei allen Personen, die durch kleinste Lichteinfälle im Schlaf gestört werden, aber auch bei Reisenden im Zug oder Flugzeug wird sie eingesetzt.

Verwendung finden Schlafmasken daher bei allen Personen, die durch kleinste Lichteinfälle im Schlaf gestört werden, aber auch bei Reisenden im Zug oder Flugzeug ist sie verbreitet.

Leider haben Schlafmasken häufig einen ganz schlechten Ruf, gelten als nervig in der Nacht und bringen doch eh nichts. Das stimmt aber nicht, denn eine gute Schlafmaske kann den Schlaf wirksam beeinflussen.

Schlafmasken bestehen meist aus lichtundurchlässigem Stoff, aber auch aus Neopren, bedecken großzügig die Augenpartie und werden mit einem elastischen Band hinter Kopf oder Ohren befestigt. Der innere Stoff ist meist schwarz, die Außengestalt vielfältig.


Schlafmenge

Der Begriff „Schlafmenge“ bezeichnet ein quantitatives Maß für den täglichen (Nacht-)Schlaf einer Person. Sie errechnet sich dabei als Produkt aus Dauer und Tiefe des Schlafes.

Die Tiefe des Schlafes ist nur mit großem apparativem Aufwand darstellbar. Davon ausgehend, dass sie altersentsprechend „normal“ und ungestört ist, wird auch die Dauer des Schlafes als wesentlicher Anhalt für die Schlafmenge angesehen.

Welche Schlafmenge braucht ein Mensch?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, denn das Schlafbedürfnis ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Siehe Schlafdauer


Schlafmittel

Schlafmittel (Hypnotika) sind Stoffe, die den Schlafvorgang fördern. Dabei gibt es fließende Grenzen zu den Beruhigungsmitteln (Sedativa) einerseits und zu den Betäubungsmitteln (Narkotika) andererseits. Schlafmittel basieren auf synthetisch hergestellten oder natürlich vorkommenden, pflanzlichen Wirkstoffen. Alle diese Substanzen verändern mit ihrer schlaffördernden Wirkung das natürliche Schlafprofil.

Nach einer amerikanischen Studie nehmen bereits über 25 Prozent aller Amerikaner regelmäßig Schlaftabletten ein, wobei zu diesem Zweck jährlich rund 18 Millionen Dollar für verschreibungspflichtige Präparate und zusätzlich etwa 600 Millionen Dollar für verschreibungsfreie Medikamente ausgegeben werden. In Deutschland wird die Zahl der Schlafmittelabhängigen derzeit auf 1,5 Millionen Menschen geschätzt und 2013 wurden 100 Millionen so genannte Tagesdosen auf Kassenrezept verschrieben.

Schlaftabletten sollten immer nur ein kurzfristiger Nothelfer sein, denn sie verändern die Schlafzyklen in dem die REM-Phase unterdrückt wird. Dieser Schlafabschnitt ist aber immens wichtig für das psychische Gleichgewicht und eine Unterbrechung des REM-Schlafes kann eine negative Auswirkungen auf die Psyche und die mentale Stimmung haben.

Die Hälfte der Betroffenen gibt an, dass sie trotz des Mittels nicht mehr richtig schlafen kann.

Die am häufigsten verwendeten Pflanzen mit schlaffördernden Bestandteilen sind folgende:

  • Baldrian
  • Hopfen
  • Johanniskraut
  • Maulbeere
  • Melisse
  • Kamille

Pflanzliche Schlafmittel sind meist rezeptfrei erhältlich.

Synthetische Schlafmittel lassen sich in mehrere Gruppen einteilen und sind z.B.:

  • Tranquilizer
  • Benzodiazepine
  • Nicht-Benzodiazepin-Agonisten
  • Barbiturate
  • Antihistaminika
  • Antidepressiva
  • Neuroleptika

Synthetische Schlafmittel sind verschreibungspflichtig.

Die regelmäßige Anwendung von verschreibungspflichtigen Schlafmitteln erhöht das Sterberisiko um etwa das Vierfache. Eine aktuelle Studie an 10.529 Teilnehmern kommt zu dem Ergebnis, dass bereits die Einnahme von weniger als 18 Schlaftabletten innerhalb eines Jahres die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, früher zu sterben.

Schlafmittel können das Krankheitsbild der Schlafstörung wirksam bekämpfen, beseitigen aber in der Regel nicht die eigentlichen Ursachen.


Schlafmuster

Nur wenige haben den Mut zu schlafen, wann sie müde sind. Die meisten schlafen, wenn man es von ihnen erwartet. (Theodor Fontane)

Es kann zwischen mehreren Schlafmustern unterschieden werden, die sich im Laufe eines Lebens immer wieder ändern können. Aufgrund der Unterschiede differenzieren Experten zwischen fünf Schlafmustern, die in unterschiedlichen Lebenslagen Anwendung finden.

  • Monophasisches Schlafmuster
  • Biphasisches Schlafmuster
  • „Jedermann“-Schlafmuster
  • „Dymaxion“-Schlafmuster
  • „Übermensch“-Schlafmuster

Monophasisches Schlafmuster

Das monophasisches Schlafmuster ist bei den meisten Erwachsenen im westlichen Kulturkreis das typische Schlafmuster mit einer kontinuierlichen 16- bis 17-stündigen Wachperiode und mit nur einer etwa 7- bis 8-stündigen Ruhezeit in der Nacht (Schlaf).

Biphasisches Schlafmuster

Bei den biphasischen Schlafphasen wird der Schlaf in zwei Phasen pro Tag verteilt. Hierbei handelt es sich ebenfalls ein typisches Schlafmuster für Erwachsene. . Dabei beträgt die gesamte Schlafdauer nur noch ungefähr 6-7 Stunden, die sich in 6 Stunden Nachtschlaf und einen 20-minütigen Mittagsschlaf aufteilt. Es sind auch 4,5 Stunden Hauptschlafphase und 90 Minuten Mittagsruhe möglich.

Der biphasische Schlaf ist bei der Mehrheit der Bevölkerung, vor allen Dingen bei älteren Menschen normal.

“Jedermann”-Schlafmuster

Beim „Jedermann“-Schlafmuster gibt es mehrere Tagschlafphasen und eine Hauptschlafphase in der Nacht. Am Tag erfolgen zwei bis fünf kurze Schlafphasen, die nicht länger als 20 Minuten dauern sollen. Der Nachtschlaf beträgt 1,5 bis 4,5 Stunden. Dieses Schlafmuster ist also durch mehrere kurze „Nickerchen“ geprägt.

Der Gesamtschlafbedarf kann hier im Extrem sogar auf nur 3 Stunden reduziert werden.

“Dymaxion”-Schlafmuster

Bei diesem Schlafmuster gibt es keine komplette Hauptschlafphase. Dafür gibt es vier halbstündige Ruhephasen, die jedoch strikt alle sechs Stunden durchgeführt werden müssen.

Die gesamte Schlafdauer beträgt nur noch 2 Stunden pro Tag.

“Übermensch”-Schlafmuster

Diese Art des Schlafes wurde von dem Schlafexperten Dr. Claudio Stampi, der die Verwendung von kurzen Nickerchen unter extremen Bedingungen erforschte, entwickelt.

Das Schlafmuster ist nach dem Nietzschen Übermenschen benannt und schon Leonardo da Vinci soll nach diesem System geschlafen haben. Laut Stampi schlief er sechs mal 15 Minuten. Insgesamt werden 1,5-3 Stunden Schlaf pro Tag benötigt ohne irgendwelche Müdigkeitserscheinungen zu bekommen.

Der Schlaf kommt wie auch der „Dymaxion“-Schlaf ohne Hauptschlafphase aus. Die Schlafdauer beträgt auch hier lediglich zwei Stunden, allerdings muss hier strikt alle vier Stunden ein „Nickerchen“ von 20 Minuten gemacht werden. Auf diese Weise kommt ein Mensch auf maximal zwei Stunden täglich, deckt aber dennoch seinen gesamten Schlafbedarf ab. Wer allerdings hierbei eine Schlafphase um eine halbe Stunde verpasst, kann den Tag komplett vergessen.

Dieses Schlafmuster ist in einem typisch deutschen Leben nicht umsetzbar, denn alleine durch die relativ kurzen Wachphasen sind keine längeren Termine möglich.

Es ist erstaunlich wie viel Zeit man mit den anderen Schlafmustern dazu gewinnt und deshalb experimentieren einige Menschen gerne mit anderen Schlafmustern, besonders jene die viel zu tun haben.


Schlafparalyse

Siehe Narkolepsie


Schlafphasen

Siehe Schlafzyklus


Schlafprofil
Foto: © © Wikipedia unter der Creative-Commons-Lizenz Urheber: Schlafgut

Schlafprofil

Das Schlafprofil ist ein Synonym für Schlafstruktur, auch Hypnogramm genannt .Es ist in der Schlafforschung und Schlafmedizin eine grafische Darstellung aus Ableitungen von EEG, EOG und EMG und stellt die zeitliche Abfolge der einzelnen Schlafstadien dar.

Anhand dieses Profils lassen sich die zeitliche Struktur des Schlafes (NonREM-Schlaf und REM-Schlaf), sowie die durchschnittliche Dauer eines Schlafzyklus:und die Schlaftiefe, beurteilen. In der ersten Nachthälfte herrscht der Tiefschlaf vor, in der zweiten Nachthälfte der leichte, stabile Schlaf sowie REM-Schlaf.

Die einzelnen Schlafstadien werden meistens in Treppenform in ihrem zeitlichen Verlauf über die Nacht dargestellt.( siehe Bild)


Schlafqualität

Die Erholungsfunktion des Schlafes ist für den Menschen von wesentlichem Interesse und deshalb kommt der Schlafqualität eine besondere Bedeutung bei.

Der Begriff „Schlafqualität“ ist sehr komplex und wird in unterschiedlichen Zusammenhängen mit unterschiedlicher Bedeutung verwendet. Der Begriff steht im Zentrum des Schlaferlebens, das letztlich die Zufriedenheit des Individuums mit der im Schlaf verbrachten Zeit ausdrückt.

Gut schlafen, morgens erholt und hellwach sein, so lässt sich eigentlich die Schlafqualität beschreiben.

Wir unterscheiden

  • Subjektive Beurteilung der Schlafqualität durch das Individuum

Nach Schlafdauer, Einschlafverzögerungen, Häufigkeit von Aufwachvorgängen, Wohlbefinden nach dem Aufwachen.

  • Objektive Beurteilung der Schlafqualität durch Parameter

Gesamtschlafzeit, Einschlafverzögerung, REM-Schlaf-Verzögerung,  Anteil verschiedener Schlafstadien etc.

Bei Schlafgestörten finden sich erhebliche Diskrepanzen zwischen objektiver und subjektiver Beurteilung der Schlafqualität.

Im Laufe des Lebens ändern sich die Schlafgewohnheiten abhängig vom Alter und die Schlafqualität nimmt mit dem Alter ab.

Diese Faktoren können die Schlafqualität positiv oder negativ beeinflussen:

  • Äußere Einwirkungen wie Licht und Lärm stören die Einschlaf-und Tiefschlafphase
  • Wechselnde Schlafrhythmen z.B. durch Schichtarbeit, arbeiten gegen die innere Uhr
  • Laute Geräusche und Lärm können den Schlaf beträchtlich stören
  • Die Raumtemperatur sollte zwischen 16 und 18 Grad liegen
  • Zu viel Alkohol und zu üppiges Essen vor dem Schlafen belasten den Körper.
  • Voraussetzung für einen guten Schlaf ist eine ausreichende Belüftung
  • Einschlafschwierigkeiten wie das „Nicht-Abschalten-können“ ,das Mitnehmen von Problemen ins Bett
  • Bei der heutigen Dichte bestehender technischer Sendeanlagen wie Radio, Fernseher, Telefon, Radar, Satelliten etc. treten messbare Zusatzbeeinflussungen auf. Diese  können durch Netzfreischalter gelöst werden
  • Psychische oder körperliche Erkrankungen wie Stress oder Schichtarbeit beeinträchtigen die Schlafqualität genauso wie Apnoe, Schnarchen, Restless-Legs-Syndrom etc.

Und nicht zu vergessen:

Maßgeblich wird die Schlafqualität durch Bettzeug, Schlafsystem (bestehend aus Matratze und Unterfederung) und Schlafzimmerbedingungen beeinflusst.


Schlafregulation
Foto: © Wikipedia GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Urheber ist Iroqu

Schlafregulation

Schlafregulation sind Mechanismen, die die Regulation von Schlafen und Wachen kontrollieren.

Das Zwei-Prozess-Modell der Schlafregulation von Alexander Borbeley aus dem Jahre 1982 versucht die Rhythmen, die an der Schlafregulation beteiligt sind zu modellieren. Laut dieses Modells werden Schlafdauer und Schlafintensität durch das Zusammenspiel von zirkadianer Rhythmik (Prozess C) und homöostatischem Schlafdruck (Prozess S) reguliert.

S= Der homöostatische Faktor S gibt den Schlafbedarf an (rot). Wird in einer Nacht zu wenig oder nicht genügend geschlafen, steigt dieser immer weiter an Er baut sich während der Wachzeit auf und während des Schlafes wieder ab.

C= Gibt den optimalen Zeitraum vor, in dem geschlafen wird (nachts). Somit entspricht C der inneren Uhr bzw. dem Rhythmusgenerator mit einer zirkadianen Periode von ungefähr 24 Stunden.

Diese beiden Prozesse laufen nicht unabhängig voneinander ab, sondern beeinflussen sich gegenseitig. Dies bedeutet, dass das Schlaf-/Wachverhalten je nach Umweltbedingungen stark variieren kann.

Ist dieses Zusammenspiel beeinträchtigt, können Tagesschläfrigkeit, Schlafprobleme und verminderte kognitive Leistungsfähigkeit während des Tages die Folge sein.

 

 


Schlafstruktur

Siehe Schlafprofil


Schlaftagebuch

Ein Schlaftagebuch, ist eine Aufzeichnung der Schlaf- und Wachzeiten und weiterer, im Zusammenhang mit Schlafstörungen relevanter Informationen. Es wird gewöhnlich vom Betroffenen selbst oder einer betreuenden Person daheim über einen Zeitraum von zwei oder mehr Wochen geführt. Üblich ist die Aufzeichnung der Angaben durch handschriftliche Eintragung in Vordrucken und zwar meist in Form eines Wochenprotokollblattes, in das der Betroffene jeden Abend und jeden Morgen seine Zubettgeh- und Aufstehzeit, die geschätzte Einschlafdauer, Aufwachhäufigkeit, nächtliche Wachdauer, Gesamtschlafdauer und subjektives Erholtsein am Morgen einträgt.

Diese Fragebögen haben einen nicht zu unterschätzenden Nebeneffekt. Der Betroffene fühlt sich mit seinen Schlafbeschwerden ernst genommen und er muß sich selbst mit den schlafbeeinflussenden Faktoren beschäftigen.

Im Internet sind verschiedene Vordruck-Muster für Abend-Morgenprotokoll zu finden, eine Kurz- und eine Langfassung bietet die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) an

Die Ergebnisse der Aufzeichnungen überraschen vielfach, denn viele Menschen mit Schlafproblemen glauben, dass sie nachts kaum ein Auge zu tun. Das Schlaftagebuch belegt oft, dass sich die Schlummerstunden doch zu einem ganz guten Schlaf summieren. Ist das nicht der Fall, dann ist das Protokoll der erste Schritt zur Therapie.


Schlafterror

Schlafterror wird auch „Pavor nocturnus“ genannt. Der Begriff Pavor kommt aus dem lateinischen und bedeutet Zittern vor Furcht, auch Furcht, Angst oder Schrecken. Nocturnus bedeutet nächtlich.

Pavor nocturnus wird auch als Nachtschreck, Schlafterror, Inkubus, "Alpdrücken" oder nächtliches aufschrecken bezeichnet und tritt wie das Schlafwandeln in zeitlich enger Verknüpfung mit dem Tiefschlaf des ersten Nachtdrittels auf.

Der Pavor nocturnus ist eine Schlafstörung und eine Art von Parasomnie die vorwiegend bei Klein- und Schulkindern zwischen dem vierten und zwölften Lebensjahr auftritt. Nach den Grundschuljahren findet ein deutlicher Rückgang statt.

Vom Pavor nocturnus sind ein bis sechs Prozent der Kinder betroffen. Die Erkrankung tritt familiär gehäuft auf. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem fünften und siebten Lebensjahr. Nach der Pubertät tritt die Erkrankung nur noch selten auf, sie kann aber auch bei Erwachsenen vorkommen. Jungen sind insgesamt häufiger betroffen als Mädchen.

Der Betroffene beginnt mit Wimmern oder Keuchen, zumeist aber mit einem durchdringenden Panikschrei und ist dann meistens mehrere Minuten nicht ansprechbar und zeigt Symptome von großer Angst, wie .innerer Unruhe und Erregung, geweitete Pupillen, schnelle Atmung, Schweißausbrüche und Gänsehaut.

Der Betroffene ist kaum zu beruhigen und meistens minutenlang verwirrt. Am Ende des Anfalls erwacht er und schläft meist wieder ruhig ein. Meist kann er sich daraufhin nicht oder nur bruchstückhaft an den Vorfall erinnern

Das Phänomen tritt zumeist im ersten Drittel der Nacht auf, wobei die Betreffenden aus dem Tiefschlaf heraus teilweise und meist panikartig erwachen und oft mehrere Minuten nicht ansprechbar sind.


Schlaftrunkenheit

In der Schlafmedizin ist Schlaftrunkenheit eine Aufwachstörung, die zu den NonREM-Parasomnien gezählt wird. Nach dem Aufwachen kommt es hierbei zu Orientierungsstörungen, Benommenheitsgefühlen und konfusen Handlungen. Der Körper hat die Aktivitäten noch nicht ganz hochgefahren. Dies passiert dann, wenn man direkt aus einer Tiefschlaf-Phase aufwacht und kann bis zu bis zu 15 Minuten andauern.

Ein Forscherteam der Stanford University ging diesem Phänomen auf die Spur und man stellte fest, dass etwa einer von sieben Erwachsenen davon betroffen ist. Für die Studie befragten Maurice Ohayon und sein Team knapp 16.000 Erwachsene zwischen 18 und 102 Jahren. Insgesamt über 15% der Befragten gaben an, im letzten Jahr unter der Aufwachstörung gelitten zu haben, davon wiederum die Hälfte mindestens einmal pro Woche.

Schlaftrunkenheit tritt bei bis zu 17 % der Kinder bis zum 13.Lebensjahr und bei 4 % der Erwachsenen familiär gehäuft und bei Männern und Frauen gleichermaßen auf.

Damit sind die Beschwerden weiter verbreitet, als allgemein angenommen.

Obwohl die Betroffenen einen wachen Eindruck machen, ist die Wahrnehmung und Verarbeitung äußerer Reize und die Reaktion darauf eingeschränkt. Handlungen erscheinen zwar zielgerichtet, sind aber oft inadäquat. Das Sprechen ist schleppend. Anschließend können sich Betroffene teilweise nicht oder nur bruchstückhaft an diesen Zeitraum erinnern. Schlaftrunkenheit kommt nach spontanem Erwachen oder Erwecken aus dem Tiefschlaf vor, kann aber auch bei morgendlichem Erwecken oder aus Tagschlaf heraus auftreten. Anschließend können sich Betroffene teilweise nicht oder nur bruchstückhaft an diesen Zeitraum erinnern

Die Ursachen für Schlaf- und Aufwachstörungen sind vielfältig. Als begünstigend für das Auftreten wird forciertes Erwecken, Schichtarbeit, Schlafentzug, Schlafapnoe oder Medikamenten- und Alkoholeinnahme gehalten. Auch der Gebrauch von Antidepressiva könnte hiermit in Zusammenhang stehen.


Schlaftypen
Foto: © Wikipedia gemeinfrei Urheber Michael Schoenitzer

Schlaftypen

Nach welchem Rhythmus die Menschen leben bestimmt ihre innere Uhr.

Wissenschaftlern haben erkannt, dass dieser biologische Taktgeber nicht bei jedem gleich tickt, denn das bestimmen die Menschen nicht selbst oder ihr Wecker, sondern ihre Gene

Deshalb unterscheidet man verschiedene „Chronotypen" (griechisch chronos = Zeit).

Damit werden die Kategorien der Menschen bezeichnet, die auf Grund ihrer biologischen Uhr im Tag- und Nachtrythmus verschiedenen Merkmale hinsichtlich Hormonspiegel, Körpertemperatur, Schlaf und Wachphasen und Leistungsvermögen zu unterschiedlichen Tageszeiten besitzen.

Umgangssprachlich werden diese auch als „Frühaufsteher“ und „Nachtschwärmer“ oder Morgenmensch und Abendmensch bzw. „Lerchen“ und „Eulen“ bezeichnet.

Die Chronologie bestimmt der zirkadiane Rhythmus, damit bezeichnet man zusammenfassend die inneren Rhythmen, die eine Periodenlänge von circa 24 Stunden haben und die innere Uhr des Menschen bestimmen.

Der Schlaftyp bestimmt die bevorzugten Zeiten für Aktivität und Ruhe im Laufe des Tages. Die Verteilung der Schlaftypen ist weltweit identisch.

Man unterscheidet drei Typen:

  • Frühaufsteher („Lerche“)
  • Normaltyp, der den Großteil der Bevölkerung ausmacht
  • den Spätaufsteher („Eule“)

Im Alltag treffen die Schlaftypen naturgemäß auf unterschiedliche Herausforderungen.

Siehe Lerche, Eule


Schlafwandeln
Foto: © Shutterstock Urheber RATOCA• Bildnummer: 90983513

Schlafwandeln

Schon der Begriff "Schlafwandeln" erklärt eigentlich alles, wissenschaftlich ist es schon etwas komplizierter. Schlafwandeln (Somnambulismus) ist eine Schlafstörung in dem Phänomene von Schlaf und Wachsein kombiniert sind und gehört zu der Untergruppe der Parasomnien.

In der Alltagssprache ist der Begriff ebenfalls gebräuchlich. Man spricht von „schlafwandlerischer Sicherheit „ was so viel bedeutet, wie die Fähigkeit, etwas wie im Schlaf zu können

Das Schlafwandeln ist ein Zustand veränderter Bewusstseinslage, der Reaktivität und motorischer Fertigkeiten bei dem der Mensch im Schlaf das Bett verlässt und umhergeht oder manchmal auch komplexere Dinge tut. Dies geschieht meist während des ersten Drittels des Nachtschlafs, Schlafwandler verlassen manchmal ihr Schlafzimmer und zeitweilig auch das Haus. Schlafwandler bewegen sich auf ihrem nächtlichen Streifzug zwar zielgerichtet und haben das Bestreben, immer geradeaus zu laufen.

Schlafwandler haben meist geöffnete Augen und einen leeren, starren Gesichtsausdruck und sind dabei einem beträchtlichen Verletzungsrisiko ausgesetzt. So fallen Schlafwandler mitunter Treppen herunter, laufen gegen Wände oder stoßen sich an Möbeln. Die meisten Schlafwandler kehren selbständig wieder in ihr Bett zurück und schlafen weiter. Nach dem Aufwachen können sie sich in den meisten Fällen an nichts mehr erinnern;

Auffällige Verhaltsweisen sind z.B.

  • Aufsetzen und Umherschauen im Bett,
  • Ziehen an der Bettdecke
  • Untersuchen der Wand am Bett
  • Kleider anziehen
  • in andere Zimmer laufen
  • Fenster oder Türen öffnen
  • Das Haus verlassen
  • ausdrucksloses, starres Gesicht
  • keine Erinnerung an das Schlafwandeln nach dem Aufwachen
  • gezielte und gerichtete, teils komplexe Handlungen
  • Entwicklung von Hunger während des Schlafwandelns

Über die Häufigkeit des Phänomens liegen nur Schätzungen vor. Bei Erwachsenen geht man von ein bis zwei Prozent chronischen Schlafwandlern aus, bei Kindern sind dagegen zwischen 10 und 30 Prozent betroffen (das entspricht etwa 15 Prozent der Fünf- bis Zwölfjährigen). Jedoch wandeln nur 3 bis 4 Prozent der Kinder häufiger im Schlaf umher. In etwa 70 bis 80 Prozent der Fälle verschwindet die Neigung bis zur Pubertät. Auch bei Erwachsenen handelt es sich nicht immer um eine andauernde Erscheinung, mitunter tritt sie nur einmalig oder wenige Male auf.

Siehe auch

http://www.schlafkampagne.de/magazin/schlafwandeln-es-kann-jeden-treffen-15.php#15


Schlafzyklus

Schlafzyklus bezeichnet in der Schlafforschung und der Schlafmedizin die Abfolge von Schlafstadien während des Schlafes.

Wir durchlaufen etwa 4-5-mal pro Nacht folgenden Zyklus:

Phase1 (Einschlafphase

  • Übergangsstadium zwischen Wachen und Schlafen
  • Die Hirnströme laufen langsamer
  • Ruhe stellt sich ein, die Atmung wird regelmäßig
  • durch geringe Reize weckbar
  • langsam rollende Augenbewegungen

Phase 2 (leichter Schlaf)

  • die Zwischenphase zwischen dem Einschlafen und dem Tiefschlaf
  • Nimmt mehr als die Hälfte der gesamten Schlafzeit ein.
  • Bewusstsein ist ausgeschaltet
  • Augen ohne Bewegung
  • Entspannung der Muskulatur

Phase 3 (mittlerer Schlaf)

  • die Zwischenphase zwischen dem Einschlafen und dem Tiefschlaf
  • wird nach ca. 30 Minuten erreicht
  • Aktivität des Gehirns verlangsamt sich
  • EEG (Elektroenzephalografie) zeigt flache Wellen der Hirnaktivität
  • Augen ohne Bewegung
  • geht schnell in die Phase 4 über.

Phase 4 Tiefschlaf

  • tiefste Schlafphase
  • Gehirn, die Muskeln und der gesamte Organismus ist entspannt
  • Schlafen „wie ein Stein“
  • EEG (Elektroenzephalografie) zeigt niedrigste (langsame) Hirnaktivität
  • wichtigste Phase des Schlafes

Phase 5 (REM-Schlaf)

  • schnelle Augenbewegungen
  • auch das Traumstadium genannt
  • restliche Muskulatur ist völlig erschlafft
  • Puls und Atemfrequenz sind erhöht und unregelmäßig

Schlafforscher haben beobachtet, dass sich die Schlafzyklen am Anfang und am Ende der Nacht deutlich voneinander unterscheiden.

 


Schnarchen
Foto: © © Corbac40/stutterstock.com

Schnarchen

Mit dem Begriff „Schnarchen“ werden Geräusche bezeichnet, die ein Schlafender mit den Atemwegen hervorbringt. Es hat keinen Krankheitswert.

Fast die Hälfte der Bevölkerung zwischen 40 und 70 Jahren, jedoch am meisten Männer, schnarchen und ca. 10% haben die lebensgefährliche Krankheit "Schlafapnoe", das sind ca. 2.5 Mill.- 3.0 Menschen in Deutschland. Ärzte sprechen sogar von bis 5.0 Mill. Betroffenen. Je älter man wird, desto wahrscheinlicher schnarcht man.

Wir unterscheiden grundsätzlich zwei Formen des Schnarchens:

  • Schnarchen ohne Atemstörung
  • Schnarchen mit Atemstörung (obstruktives Schlafapnoesyndrom), darunter leider  ca. 10 % der Bevölkerung siehe Apnoe

Ursachen des Schnarchens:

Wichtig: Schnarchen entsteht in den Atemwegen

Die Ursache des Schnarchens liegt in den oberen Luftwegen, die in normalen Fällen durch die Muskulatur offen gehalten werden. Bei Schnarchenden findet eine Erschlaffung der oberen Luftwege in Höhe des Rachens statt, mit der Folge, dass sich durch die Vibration weicher Gewebeteile im Rachenraum, wenn Luft mit relativ hoher Geschwindigkeit daran vorbeiströmt Schnarchgeräusche bilden.

Je älter man wird, umso schlapper wird die Muskulatur, auch die im Rachen.

Eine weitere Ursache kann ein zu schlaffes oder zu langes Gaumensegel sein. Es hängt hinten im Rachen und sorgt dafür, dass Essen und Getränke nicht in die Nase geraten. Wenn dieses in Schwingungen gerät, flattert es wie ein Segel nachts im Wind des Atems und es entstehen Schnarchgeräusche.

Weitere Gründe sind:

  • Erschlaffung der oberen Luftwege in Höhe des Rachens.
  • Alkoholkonsum ,Einnahme von Beruhigungsmittel, Schlafmitteln, Tranquilizern und Psychopharmaka
  • Blockade oder Verengung der oberen Atemwege durch
    • Schnupfen / allergischer Schnupfen
    • Entzündung der Nasennebenhöhlen
    • Verkrümmung der Nasenscheidewand
    • Nasenpolypen
    • Schlaffes Gaumensegel
    • Überlanges oder voluminöses Gaumenzäpfchen,
    • vergrößerte Gaumen- und Rachenmandeln
    • Verkürzter Unterkiefer
    • Vergrößerung der Rachenmandeln
  • fortschreitendes Lebensalter
  • Rauchen
  • Schlafmangel
  • zu späte und zu reichliche abendliche Mahlzeiten
  • flache Rückenschlaflage
  • Übergewicht

 

Verhalten bei Schnarchen:

Sie sollten:

  • Ihre Besonderheit endlich zugeben und akzeptieren  
  • Alkohol & Nikotin reduzieren, auch wenn es schwer fällt
  • Sport treiben und Stress vermeiden
  • Ihr Schlafverhalten verbessern und Entspannung suchen
  • leichte Hilfen für Lagerung, Ohr, Nase oder Mund ausprobieren
  • über Ihr schnarchen und deren Gründe nachdenken
  • durch Hilfen analysieren lassen ob Sie zur Apnoe oder Bruxismus neigen
  • zusammen mit Ihrem Partner ein Lösungsgespräch führen
  • ein Gespräch mit einem Bettberater zur Bettausstattung durchführen
  • ein Gespräch mit einem Schlafmediziner angehen   
     

Behandlung des Schnarchens

Die Auswahl an angeblichen Wundermitteln gegen nerviges Schnarchen ist riesig: Sprays, Schnuller, Kräutertinkturen und Öle versprechen Linderung oder sogar die Lösung des Problems. Alles nicht so teuer - aber alles auch nicht wirklich wirksam und wissenschaftlich bewiesen ist nur das Wenigste.

Es gibt Methoden mit denen man die Lärmbelästigung vielleicht auf ein erträglicheres Maß herunterfahren kann, z.B.
 

  • immer zur gleichen Uhrzeit ins Bett – und zwar weder hungrig noch mit zu vollem Magen
  • Änderung der Schlafposition
  • Rückenlage vermeiden, Versuchen auf der Seite oder auf dem Bauch zu schlafen
  • Kopf etwas hoch gelagert wird. Lattenroste mit Rückenhochlagerung (65-70cm Länge) verwenden
  • In den letzten 6 Stunden vor dem Schlafen jeglichen Alkoholgenuss vermeiden
  • Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln möglichst vollständig vermeiden
  • Rauchen und Kaffeetrinken reizen die Schleimhäute, beides lieber weglassen.
  • versuchen Gewicht zu reduzieren.
  • Probieren das Schnarchen mit Nasenpflastern aus der Apotheke einzudämmen..
  • Bei allergischem Schnupfen – etwa aufgrund einer Hausstaubmilbenallergie – ist die Verwendung von speziellen Allergieüberzügen empfehlenswert, um die Beschwerden zu verringern.
  • Für  ausreichend Frischluft im Schlafzimmer sorgen
  • bei chronischem Schnarchen an einen HNO Arzt oder Schlafmediziner wenden

Ärztliche Behandlungsmethoden sind z.B.

  • Beseitigung von Nasenatmungsbehinderungen durch
  • Beseitigung einer Nasenscheidewandverkrümmung
  • Verkleinerung der Nasenmuscheln
  • Entfernung von Nasenpolypen
  • Behandlung von Nebenhöhlenerkrankungen
  • Behandlungen im Rachenbereich
  • Gaumen und Rachenschleimhaut straffen
  •  Zäpfchen weitgehend  verkleinern oder entfernen
  • Kieferhöhlenentzündungen behandeln
  • Kieferauffälligkeiten durch kieferorthopädische Behandlung korrigieren

Wenn es keinen medizinisch wichtigen Grund für einen Eingriff gibt, sollte eine Operation aber immer die letzte Möglichkeit sein.


Schönheitsschlaf

Schönheitsschlaf

Wer gut schläft, tut auch etwas für seine Schönheit – diese Aussage halten viele für einen Mythos. Ärzte und Forscher sind sich allerdings sicher, den Schönheitsschlaf gibt es wirklich und wir nennen ihn so; weil er uns tatsächlich dabei hilft, schön zu sein.

"Schlaf ist in jeder Hinsicht wichtig für die Erholungsfunktion unseres Körpers", sagt Richard Rohrer, Neurologe am Zentrum für Schlafmedizin des Klinikums Saarbrücken

Die Zellwachstums- und -Erneuerungsrate ist während des Schlafes deutlich höher und im Schlaf wird ein Hormon ausgeschüttet, das dafür sorgt, dass sich unsere Haut regenerieren kann. Damit das funktioniert, tut sich im Körper so einiges, während wir schlafen. Unser größtes Organ die Haut läuft auf Hochtouren. Nachts erholen und erneuern sich Hautzellen bis zu achtmal schneller als tagsüber. Wachstumshormone werden ausgeschüttet, UV-Schäden repariert:

Bestimmte Enzyme und das Schlafhormon Melatonin bekämpfen zudem freie Radikale und verlangsamen so eine vorzeitige Hautalterung.

Jürgen Zulley, Schlafforscher an der Universität Regensburg meint:„ Wenn wir zu wenig schlafen oder die Tiefschlafphase gestört ist, die für die Ausschüttung des Hormons am wichtigsten ist, macht sich das sofort bemerkbar: Die Haut wird dünner, es kommt zur Faltenbildung."

Wenn man regelmäßig zu wenig schläft, wirkt sich das also auf unsere Haut negativ aus

  • Die Haut wird schlaff, fahl, trocken und man verliert an Ausstrahlung
  • Die Stoffwechselprodukte werden über die Lymphbahnen nicht abgetragen und können sich als Flüssigkeit unter den Augen stauen und die unerwünschten dunklen Ringe besonders stark hervortreten lassen
  • Vorzeitige Hautalterung ist die Folge
  • Die Haut wird dünner, es kommt zur Faltenbildung

Die Schlafposition spielt ebenfalls eine große Rolle. Das Schlafen auf dem Bauch kann die Kollagenproduktion in dem Gesicht reduzieren und man bekommt schneller Falten. Man kann die Haut mit einem Gummiband vergleichen. Wenn man das immer wieder verschiebst und überdehnt, leiert es irgendwann aus: Genau das passiert auch mit der Haut.

Es kommt also nicht nur auf die Quantität sondern auf die Qualität des Schlafes an.

Fazit:

Wer die Nacht zum Schlafen nutzt, macht damit einen wirksamen Griff in die Trick-Kiste, um der natürlichen Regeneration der Haut und des ganzen Körpers auf die Sprünge zu helfen.

 


Sekundenschlaf

Sekundenschlaf ist die Bezeichnung für Müdigkeitsattacken, die nur wenige Sekunden dauern. Im Unterschied zu richtigem Schlaf bringt Sekundenschlaf keine Erholung und wird vom Betroffenen auch oft nicht wahrgenommen. Ursachen dafür gibt es viele.

Nach einer schwedischen Studie schlafen 7 Prozent aller Arbeitnehmer/innen mindestens einmal pro Monat ungewollt am Arbeitsplatz ein. In der Freizeit sogar 23 Prozent. Und ungefähr 10 bis 20 Prozent aller Straßenunfälle bzw. rund 30 bis 50 Prozent aller schweren LKW-Unfälle gehen auf das Konto kurzzeitig weggedöster Fahrer/innen.

Jeder vierte tödliche Unfall auf der Autobahn geht nach Informationen der Deutschen Verkehrswacht auf kurzzeitiges Einschlafen am Lenkrad zurück. Im sogenannten Sekundenschlaf ist der Fahrer mehrere Sekunden lang nicht mehr in der Lage, Informationen zu verarbeiten, und jegliche Reaktion unterbleibt.

Man nimmt an, dass Sekundenschlaf (Mikroschlaf) eine spontane Notwehrreaktion des Körpers auf starke Übermüdung ist – vor allem, wenn diese mit längeren, monotonen Tätigkeiten einhergeht .Stillschweigend in Kauf nehmen sollte man vermehrte Tagesmüdigkeit und -schläfrigkeit deshalb nicht, weil sie gravierende Folgen haben kann.

Im Blickpunkt stehen die bekannten Probleme Verkehrssicherheit und Arbeitsunfälle.

Zum Sekundenschlaf kommt es aber nicht plötzlich und völlig überraschend, sondern eine ganze Reihe von körperlichen Warnzeichen geht voraus.

Anzeichen für einen bevorstehenden Sekundenschlaf können sein:

  • schwer werdende Augenlider,
  • brennende oder schmerzende Augen,
  • trockene Mundschleimhaut,
  • Gähnen, das sich kaum mehr unterdrücken lässt,
  • das Bedürfnis, sich die Nasenwurzel zu massieren,
  • leichtes Frösteln,
  • wiederholtes Aufschrecken aus Unaufmerksamkeit.

Wer nicht spätestens jetzt eine Pause macht, erreicht die vorletzte Stufe, die Übermüdung, den Sekundenschlaf.

Siehe auch hier


Somniloquie

Somniloquie wird in der Schlafmedizin das Sprechen im Schlaf bezeichnet und zählt zu Gruppe der Parasomien. Etwa 50% aller Kinder und 5% der Erwachsenen sind davon betroffen.

Das Sprechen im Schlaf kann zu jedem Zeitpunkt im Schlafzyklus auftreten und das kann vom Ausstoßen unklarer Worte bis zur Aussprache von klaren Worten und sogar in Sätzen erfolgen. In vielen Fällen wird eine Somniloquie aber auch gar nicht bemerkt, weil der Partner oder andere Menschen das Sprechen während des Schlafens gar nicht mitbekommen oder der Betroffene allein schläft.

Somniloquie kann alleine oder neben anderen Schlafstörungen auftreten. Sie ist keine Krankheit, kann jedoch andere in ihrem Schlaf stören. Eine Behandlung ist gewöhnlich nicht nötig.


Somnologie

Somnologie bedeutet zunächst einmal nur einfach „die Lehre vom Schlaf“, wozu neben der Schlafforschung auch die Schlafmedizin gehört. Sie ist einer der jüngsten medizinischen Themenbereiche und ein Wissenschaftler, der sich mit diesem Gebiet beschäftigt, wird Somnologe genannt.

Die Weltgesundheitsorganisation unterscheidet in ihrer internationalen Klassifizierung 88 verschiedene Schlafstörungen, die Untersuchungsgegenstand der Schlafforschung sind.

Die Somnologie befasst sich im Kern mit allen Formen des nichterholsamen Schlafes, deren Entstehung, Auswirkungen, Diagnostik und Therapie. Echte Schlafstörungen sind Folgen von körperlichen Erkrankungen, psychische Belastungen oder Nebenwirkungen von Arzneimitteln.

Tätig sind überwiegend Mediziner aus Fachgebieten wie Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Innerer Medizin und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde mit Zusatz-Weiterbildung.

Die Zusatz-Weiterbildung „Schlafmedizin“ umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Erkennung, Klassifikation und konservative Behandlung von Störungen der Schlaf-Wach-Regulation und schlafbezogenen Störungen.

Die Zeitschrift „Somnologie“ ist das offizielle Organ der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung (ÖGSM) und der Schweizerischen Gesellschaft für Schlafforschung, Schlafmedizin und Chronobiologie (SGSSC).


Somnus

Somnus (lateinisch) der Gott des Schlafes in der römischen Mythologie, ein Sohn des Nacht und Bruder des Todes.

Bei den Griechen wird Somnus „Hypnos“ genannt.

Sein Bruder war Thanatos, der mitleidlose Gott des Todes und deshalb schrieb der römische Dichter Ovid (43 v. Chr.-17 n. Chr) der Schlaf sei ein „Abbild des Todes“. "Er wohne in einer Höhle am Ufer des Lethebaches, wohin niemals die Sonne gelange."


Sprechen im Schlaf

Siehe Somniloquie




T

Tagesmüdigkeit

Tagesmüdigkeit, im normalen Sprachgebrauch mit erhöhter Einschlafneigung (Tagesschläfrigkeit) gleichgesetzt.

Dies stimmt so nicht, denn wir unterscheiden zwischen den Begriffen „Müdigkeit“ und „Schläfrigkeit“.

Müdigkeit ist für die Schlafmediziner ein anderer Begriff für Erschöpfung. Schläfrig ist jemand, der gegen das Einschlafen ankämpfen muss.

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM)berichtet, dass mehr als 30 Prozent der über 16-Jährigen angegeben haben, manchmal oder häufig unter Ermüdungserscheinungen zu leiden.). Frauen seien häufiger betroffen als Männer. Seltener müde seien Menschen aus höheren sozialen Schichten und solche, die in Partnerschaften leben.

Wenn Menschen immer wieder über Schläfrigkeit am Tag klagen, muss das nicht die Folge von gestörtem oder zu kurzem Schlaf sein, sondern es können z.B. ernsthafte Erkrankungen  wie Depression, Diabetes, starkes Übergewicht, Unterfunktion der Schilddrüse oder auch Eisenmangel aber auch organische Ursachen für die Tagesmüdigkeit verantwortlich sein

Durch die Tagesmüdigkeit kann ein spontaner Leistungsabfall bzw. sogenannter "Leistungsknick" auftreten und das hat nicht nur auf den Körper selbst Einwirkungen, sondern die Betroffenen fühlen sich lustlos, finden keinen Antrieb und  haben eine deutliche Einschränkung im Bereich der geistigen Leistungsfähigkeit.

Eine Tagesmüdigkeit sollte immer dann behandelt werden, wenn sie zur Belastung des Patienten führt. Einer Behandlung sollte eine Ursachenanalyse voraus gehen.


Tagesschlaf

Mit Tagschlaf bezeichnet man einen Kurzschlaf außerhalb der nächtlichen Hauptschlafphase. Am bekanntesten ist er in Form des Mittagsschlafes oder dem Power-Napping (power = Kraft, nap = Nickerchen).

Der Wunsch nach einem kurzen Nickerchen in der Mittagszeit wird oft belächelt. Dabei kann das sogenannte Power-Napping die Konzentration- und Leistungsfähigkeit sowie die Kreativität erheblich stärken.
Siehe Power-Napping


Tagesschläfrigkeit

In der Schlafmedizin wird aus gutem Grund zwischen Schlafstörungen mit Tagesschläfrigkeit (Hypersomnien) und Schlafstörungen mit Tagesmüdigkeit unterschieden:

Tagesmüdigkeit ist eine Müdigkeit ohne unwillkürliche Einschlafneigung.

Tagesschläfrigkeit ist eine Einschlafneigung in monotonen oder auch nicht monotonen Situationen

Tagesschläfrigkeit bedeutet also in Schlafforschung und Schlafmedizin „Einschlafneigung“, also die Neigung des Hirns, vom Wachsein in den Schlafzustand überzugehen und sie ist ein sehr häufiges Symptom. Je nach Definition sind etwa zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung von der sogenannten Tagesschläfrigkeit betroffen.

Das wissenschaftliche Interesse an der Tagesschläfrigkeit nimmt in den letzten Jahren deutlich zu. Trotzdem stellt die Tagesschläfrigkeit noch einen jungen Forschungsgegenstand mit noch geringem Erkenntnisstand dar.

Die Gründe für Tagesschläfrigkeit sind vielfältig. Häufige Unterbrechungen des Nachtschlafes oder eine unbemerkte starke Fragmentierung des Schlafes können dafür verantwortlich sein. Sie ist das Hauptsymptom der Narkolepsie und am Anfang der Erkrankung oft auch das einzige Merkmal. Den Betroffenen überkommt dabei den ganzen Tag über immer wieder ein enormer Schlafdrang. Der persönliche Leidensdruck der Betroffene ist groß, da sie einschlafen, obwohl sie es nicht wollen.

Die Symptome einer Narkolepsie können schleichend, aber auch plötzlich auftreten. Die ersten Symptome sind meist eine exzessive Tagesschläfrigkeit ( (Hypersomnie) mit und plötzlichen Schlafattacken. Bis zu einer bestimmten Stärke kann sie durch Willenskraft überwunden werden; nimmt sie jedoch weiter zu, so tritt spontanes Einschlafen auf (Sekundenschlaf; Mikroschlaf).

Die aus der Tagesschläfrigkeit resultierenden Einschränkungen am Arbeitsplatz, bei der Fahrtüchtigkeit oder in anderen sozialen Anforderungssituationen sind eine hohes nicht zu unterschätzendes Risiko und sie bedürfen einer ärztlichen Behandlung.

Die Epworth Sleepiness Scale (ESS) ist ein Verfahren zur Erfassung der Tagesschläfrigkeit durch Verwendung eines sehr kurzen Fragebogens. Diesen findet man im Internet.


Tagtraum

Tagträume sind, wie der Name schon suggeriert, bildhafte, mit Träumen vergleichbare Phantasievorstellungen und Imaginationen (synonym für Einbildung und Einbildungskraft), die im wachen Bewusstseinszustand erlebt werden.

Tagträume sind die meistunterschätzte geistige Aktivität. Wünschen und Planen scheinen das Herzstück der Tagträume zu bilden mit phantasiegeleitete Ausmalen von unrealen oder gewünschten Vorstellungen in einem Wachzustand, bei dem die Umgebungsreize jedoch weitgehend ausgeschaltet sind.

Im Gegensatz zu normalen Träumen ist der Tagträumer bei vollem Bewusstsein. Das Erlebnis des Tagtraums ist mit dem eines normalen Traums vergleichbar.

Für Sigmund Freud waren Tagträume Vorstufen hysterischer Symptome und er warnte vor Neurosen, die durch zu viel Träumerei entstehen können.

Psychologisch betrachtet handelt es sich bei Tagträumen um eine leichte Bewusstseinserweiterung, die auftreten kann, wenn das Gehirn sozusagen zu wenig ausgelastet ist.


Tiefschlaf
Foto: © Wikipedia gemeinfrei

Tiefschlaf

Tiefschlaf ist „eine“ Phase des Schlafes. Der Schlaf wird - einer Konvention folgend - seit 1968 nach Rechtschaffen und Kales in 5 Stadien eingeteilt.

Die Schlaftiefe nimmt in den Schlafstadien von 1-4 zu. Die Schlafstadien 3 und 4 bezeichnet man als Tiefschlafstadien. Man geht davon aus, dass die Tiefschlafphase bei normalem Schlaf etwa 20% des gesamten Schlafes ausmacht. Der Anteil vermindert sich mit zunehmendem Alter.

In der Tiefschlafphase, in der hauptsächlich die körperliche Regeneration stattfindet ist der Körper regungslos und völlig entspannt. Der Blutdruck und Kreislauf sinken und die Stresshormone sind dieser Phase am niedrigsten. Es werden besonders viele Wachstumshormone ausgeschüttet, die unter anderem für die Stärkung des Immunsystems sowie für die Regeneration von Zellgewebe eine wichtige Rolle. Deswegen ist es auch sehr schwer, jemanden aus dem Tiefschlag aufzuwecken.

Tiefschlaf- und Traumphasen wechseln sich ca. alle neunzig Minuten ab. Viele Menschen haben das Gefühl, nachts nicht in die Tiefschlafphasen zu kommen und fühlen sich daher auch nach ausreichender Schlafdauer müde und abgeschlagen. Das kann eine gravierende Schlafstörung bedeuten.

Darüber hinaus soll der Tiefschlaf aber auch für das Lernen von besonderer Bedeutung sein.




W

Wachphasen

Unter „Wachphasen“ versteht man in der Schlafmedizin Zeiträume, in denen der Schlaf unterbrochen ist und sich dies auch im EEG durch die charakteristischen Zeichen für den Wachzustand ablesen lässt.

Nachts wach zu werden ist kein Grund zur Panik. Diese kurzen, häufig nur eine Minute dauernden Aufwachphasen sind ganz normal und sie nehmen im Alter sogar deutlich zu. Wenn sie eine bestimmte Zeitgrenze ((ca. 3- 4 Min.) nicht überschreiten erinnern wir uns in der Regel an diese wachen Momente nicht und glauben „komplett durchgeschlafen“ zu haben. Aber auch wer sich an seine Wachphasen erinnert, hat deshalb nicht automatisch „schlecht“ geschlafen.

Der Schlafforscher Jürgen Zulley findet es normal, dass wir nachts bis zu 30-mal kurz erwachen. Kritisch wird es, wenn diese Wachphasen länger als 3-4 Minuten dauern. Gerade in der zweiten ohnehin weniger "tiefen" Nachthälfte erleben schlafgestörte Menschen das häufige Kurzerwachen und die dazwischen liegenden Leichtschlafphasen als durchgehende Wachperiode. Oft reicht dann aber auch schon die Sorge und der Ärger darüber, wieder wachgeworden zu sein, dass aus dem kurzen Aufwachen tatsächlich eine längere Wachphase wird.

Der US amerikanischer Historiker und Schlafforscher Roger Ekrich (* 1950 in Washington, D.C., veröffentlichte im Jahr 2001 in einem Aufsatz eine Theorie über den geteilten Schlaf. Demnach habe in der vorindustriellen Zeit in der westlichen Welt ein anderer Schlafrhythmus vorgeherrscht, bei dem die meisten Menschen nicht, wie heute üblich, in einem durchgehenden Block von etwa acht Stunden in der Nacht schliefen. Üblich sei es stattdessen gewesen, das nächtliche Schlafpensum in zwei Phasen mit einer dazwischen liegenden Wachphase von etwa ein bis zwei Stunden zu unterteilen.

Man fand heraus, dass die Menschen damals von 21 Uhr bis Mitternacht schliefen, dann aufgewacht sind und 2 Stunden wach verbrachten. Die nächtlichen Wachphasen nutzten sie für Studium, Essen, Unterhaltungen und Sex. Danach gingen sie wieder ins Bett und schliefen bis um 6 oder um 7 in der Früh.

Längere Wachphasen können zu Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus (Dysrhythmie) führen und sollten schlafmedizinisch behandelt werden.

Siehe „Schlafzyklus


Wecken

Durch äußere Reize ausgelöster Vorgang einen Menschen aus dem Zustand des Schlafes in den Zustand der Wachheit zu überführen. Während des Tiefschlafs ist es teilweise recht schwierig, eine Person aufzuwecken, in den Schlafstadien Non-REM 1 und 2 reichen in der Regel bereits leichte Reize aus.


Winterschlaf

Gibt es einen Winterschlaf beim Menschen?

Neuesten Erkenntnissen zufolge ist Winterschlaf auch beim Menschen möglich, denn das Gen dazu haben die Wissenschaftler bei Menschen schon gefunden.

Da das Nahrungsmittelangebot, in westlichen Ländern mehr als ausreichend ist, und auch die Unterkünfte und Transportmittel ausreichend beheizt sind, gibt es jedoch keinen Nutzen eines menschlichen Winterschlafes.

Anderes kann man von einem sibirischen Volksstamm lernen, der noch vor 100 Jahren in der Gegend von Pskov gesiedelt haben soll und der wegen Nahrungsmittelknappheit mit einem Winterschlaf durch den Winter geholfen hat. Nur einmal am Tag aß jeder ein Stück Brot, trank etwas Wasser und sah nach dem Feuer, um das sich alle versammelt hatten, um danach wieder in den Schlaf zu verfallen Volle sechs Monate genoss das Volk dieses geruhsame Dasein - bis die ersten Boten des Frühlings angekommen waren. Seinen Winterschlaf nannte es "Lotska

2006 verblüffte ein Japaner die Öffentlichkeit. Er war während einer Wandertour im Oktober von einem Felsen gefallen und hatte sich schwer verletzt. Bewegungsunfähig fiel er in eine Art Dämmerzustand, den er selbst als erholsamen Schlaf bezeichnete. Nach 24 Tagen fanden ihn Retter. Zu dem Zeitpunkt hatte Mitsutaka Uchikoshi nur noch eine Körpertemperatur von 22°C. Er hat sich vollständig erholt.

Die typische Müdigkeit im Winter hat mit einem Winterschlaf nur wenig zu tun.

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und die Menschen schlafen länger.

Schlafforscher haben dafür eine einfache Erklärung, Schuld daran ist der veränderte Tagesrhythmus: Wird es draußen früher dunkel, gehen viele eben eher ins Bett herausgefunden

"Durch die geringere Lichteinwirkung im Winter wird vermehrt Melatonin ausgeschüttet. Und dieses Hormon hat schlafanstoßende Wirkung", erläutert Schlafforscher Professor Dr. Jürgen Zulley von der Universität Regensburg. Die Schlaftiefe verändert sich aber nicht. "Nur die Leichtschlafphasen sind verlängert", so Zulley. Wissenschaftler haben darüber hinaus beobachtet, dass das winterliche Schlafbedürfnis bei Frauen stärker erhöht ist als bei Männern.

Die amerikanische Weltraumbehörde NASA unterstützt großzügig: Forschungsprojekte über den Winterschlaf. Mit geballten wissenschaftlichen Bemühungen hofft die NASA, ihre Vision von bemannten Raumflügen zu "fernen Galaxien und unbekannten Zivilisationen" Wirklichkeit werden zu lassen.

 




Z

Zähneknirschen(Bruxismus)

Die ersten Veröffentlichungen zu diesem Thema gehen auf das Jahr 1934 zurück. Die zahnärztlichen Therapieversuche der 1970er Jahre mit umfangreicher „gnathologischer“ (einer zahnärztliche Fachrichtung, die sich mit der Artikulation und Okklusion der Zahnreihen befasst) Rehabilitation“ waren in der Regel nicht erfolgreich. Die eigentlich fundamentale Arbeit hierzu veröffentlichte Harold Gelb 1991.

Trotzdem ist der Bruxismus – so lautet die medizinische Bezeichnung für Zähneknirschen - wissenschaftlich vergleichsweise wenig beachtet. Es gibt in der zahnmedizinischen Literatur noch viel zu wenige Studien, um gesicherte Erkenntnisse zu verkünden. Es ist z. B. bis heute nicht klar, inwieweit eine genetische Veranlagung eine Rolle spielt oder ob der Bruxismus grundsätzlich immer eine behandlungsbedürftige Krankheit darstellt.

Zähneknirschen geschieht unbewusst vorwiegend nachts. Dabei können durchaus laute Geräusche erzeugt werden. Die Kraft, die dabei aufgebracht wird, ist durchweg höher, als bei normalem Zerkleinern von Nahrung.

Mindestens ein Drittel aller Erwachsenen knirscht im Laufe des Lebens mit den Zähnen. Weil das kaum während der Wachphase passiert, sind es häufig die Lebenspartner, die das Problem zuerst entdecken. Knirschen mit den Zähnen schadet Erwachsenen, Kindern jedoch nicht. Kleinkinder malmen so lange, bis die Kau-Flächen von Ober- und Unterkiefer zueinander passen. Möglicherweise schleifen sich die Milchzähne dadurch sogar plan. Das ist nicht schlimm, denn sie bekommen neue Zähne.

Nachts fühlt sich der Partner, ähnlich wie bei einem Schnarcher, häufig durch das laute Zähneknirschen gestört. Schlafbezogenes nächtliches Zähneknirschen gehört zu den Schlafstörungen und sollte behandelt werden.

Das Zähneknirschen oder Aufeinanderpressen der Zähne kann viele Ursachen haben, z.B.

  • schlecht sitzende Füllungen, Kronen, Brücken oder Prothesen
  • kieferorthopädische Fehlstellung
  • Verdrängte Aggressionen, Ärger und Sorgen, Trauer, Enttäuschung
  • permanenter Stress
  • Aggressionen werden häufig nicht ausgelebt, sondern unterdrückt
  • Depressionen oder soziale Vereinsamung

Die Folgen können sein, z.B.

  • Schwindel
  • Sehstörungen
  • Übelkeit
  • Ohrpfeifen
  • Zahnschmelz wird abgerieben und  reißt
  • Zahn kann auseinander brechen
  • Zahnfleisch kann schrumpfen
  • Zahnfleisch kann anfangen zu bluten
  • Kiefergelenke können schmerzen
  • Verspannungen und Schmerzen im Rückenbereich (Extremfälle)

Die zahnärztlichen Maßnahmen bekämpfen meistens nur das Symptom Zähneknirschen mit geeigneten Mitteln, nicht aber die Ursachen. Als vorbeugende Maßnahme gegen Bruxismus empfiehlt sich daher:

  • Vermeidung von chronischem Stress oder Angst
  • dauerhafte Veränderungen der Lebensweise
  • Vermeidung von Alkohol, Koffein, Nikotin
  • Vermeidung jeglicher Art von aufputschenden Mitteln
  • Behandeln von Schlafstörungen , Schlafapnoe, Schnarchen, Tagesmüdigkeit

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