Welche Unterfederungs-Varianten gibt es?Die Bett-Unterfederung24.06.2016![]() Foto © Bettkonzept Showroom Berlin Das Herz eines Bettsystems ist die Kombination aus Matratze und Unterfederung. Deren im Optimalfall aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel soll den Körper stützen und gemütliches Liegen ermöglichen. Doch welche Unterfederungs-Varianten gibt es? Und welche ist für wen geeignet? Die Schlafkampagne gibt Orientierung im Lattenrost-Dschungel. Matratzen werden immer komplexer, lassen sich mit variablen Federungen, Zonenschnitten, Gelelementen und anderen Features immer besser auf den Nutzer abstimmen – manch einer fragt sich daher, wofür eine Unterfederung überhaupt noch notwendig ist, und die Frage ist nicht unberechtigt. Sie ist aber auch einfach zu beantworten. Man kann es ja einmal ausprobieren und die Matratze für eine Nacht auf den Fußboden legen. Man wird sofort spüren, wie sich das Liegegefühl verändert. Ob zum Besseren oder Schlechteren ist letztlich Geschmacksache und hat auch mit Trotzdem bringt die Unterfederung klar benennbare Vorteile mit sich. Zum einen verbessert sie die Entlüftung der Matratze nach unten erheblich. Je geringer die Auflagefläche, desto besser kann die Luft zirkulieren und Feuchtigkeit kann nach unten abtransportiert werden. Das beugt Schimmel vor, verlängert die Lebensdauer der Matratze und sorgt für ein angenehmeres Schlafklima. Denn immerhin gibt der menschliche Körper nachts bis zu 1,5 Liter Flüssigkeit ab. Zum anderen erhöht sich die Lebensdauer der Matratze alleine dadurch, dass die Stauchung an den stark belasteten Zonen wie Schulter und Becken von der Unterfederung abgemildert wird. Außerdem kann eine gute und passende Unterfederung die ergonomischen Eigenschaften der Matratze unterstützen und verbessern. Höhenverstellbare Elemente sind ein weiteres Plus, etwa wenn man sich im Bett aufsetzen oder die Beine hoch lagern möchte (oder bei medizinischen Besonderheiten hoch lagern muss). Die Unterfederung soll die Gewichtsverteilung des Körpers ausbalancieren und ihn gut stützen, damit im Endeffekt die Wirbelsäule immer möglichst gerade liegt. Das geht mit manchem Modellen besser, mit manchen schlechter. Doch worauf kommt es an? Und welche Varianten gibt es? |
Das Standard-Lattenrost24.06.2016Die meisten Menschen kennen das Standard-Lattenrost, in dem parallele Holzlatten in einen Rahmen eingebracht sind. Darauf liegt die Matratze. Wichtig ist hierbei, dass die Latten nicht zu weit auseinanderliegen, was oft bei sehr billigen Modellen der Fall ist – und sie dürfen nicht starr fixiert sein, denn dann bringen sie kaum mehr als der harte Fußboden. Optimal ist es, wenn die Latten selbst eine gewisse Flexibilität haben, also nachgeben, wenn Druck ausgeübt wird – und wenn sie im Rahmen mit ebenfalls flexiblen Gummi- oder Kunststoffelementen befestigt sind. So kann das Lattenrost auf Druck reagieren und sich dem Körper besser anpassen. Gute Modelle haben außerdem einige doppelte oder verstärkte Elemente in jenen Zonen, wo die Stützwirkung besonders wichtig ist – analog zur Zonenaufteilung der Matratze -, die auch verstellbar sind. Der Vorteil ist, dass diese Lattenroste sich mit fast allen Matratzenarten kombinieren lassen und vergleichsweise leicht sind. Auch leicht in der Handhabung. Die Luftzirkulation nach unten ist zwar nicht optimal, aber schon recht gut. Nur dort, wo Latten und Matratzenunterseite sich berühren kann sich Feuchtigkeit sammeln. Ein Nachteil ergibt sich, wenn man nicht mittig, sondern am Rand des Bettes schläft – denn zur Seite hin werden die Latten starrer und verlieren ihre Wirkung teilweise. Außerdem kann es im Laufe der Zeit durch Materialverschleiß vor allem an den Befestigungselementen zu störenden Geräuschen kommen, wenn man sich nachts bewegt. Nutzt man eine große Matratze zu zweit, ist es trotzdem sinnvoll, zwei Lattenroste zu verwenden. Einerseits schont das die Matratze, zum anderen ist es möglich, die Haupteignung: Ideal kombinierbar mit: |
Lattenroste mit Wellenfedern24.06.2016![]() Foto © Fa. Roewa Lattenroste mit Wellenfedern sind deutlich flexibler und besser anpassbar – schon weil die Latten von einem Federsystem getragen werden und nicht fest in einem Rahmen sitzen. Bei hochwertigen Modellen kann jede Latte einzeln eingestellt werden in Bezug auf Ausrichtung und Flexibilität. Individualisten, die ihr Bett perfektionieren möchten, freuen sich hierüber. Die punktuelle Stützwirkung ist hoch und dynamisch und das Material hat eine höhere Ausdauer, sodass auch nach Jahren in der Regel kein Knirschen oder Knarzen den Schlaf stört – und man in der Regel bedenkenlos auch an der Seite des Bettes liegen kann, da die Eigenschaften zum Rand hin aufgrund des fehlenden starren Rahmens nicht abnehmen. Einzig die Durchlüftung ist nicht besser als bei der Standard-Variante, denn die Auflagefläche auf den Latten ist nahezu dieselbe, die Lebensdauer aber ein paar Jahre höher. Bedenken sollte man aber, dass die passende individuelle Einstellung nicht immer ganz einfach ist, weshalb eine intensivere Beratung notwendig ist. Auch wichtig: Federkernmatratzen passen nicht zu Wellen-Unterfederungen, da die Federn in der Matratze die Wirkung des Lattenrostes „absorbieren“. Optimal ist die Kombination mit Schaummatratzen. Normalerweise sind die Latten aus Holz oder auch Kunststoff. Manche Anbieter stellen sie aus Fiberglas her, was den Vorteil variabler Festigkeiten mit sich bringt. So kann man je nach Körperzone mehr oder weniger nachgiebige Latten einsetzen und dies auch individuell für den Nutzer konfigurieren. Fiberglas ist sehr belastbar und langlebig. Das Risiko störender Geräusche aufgrund von Materialermüdung besteht so gut wie nicht. Haupteignung: Ideal kombinierbar mit: |
Die Flügel- oder Teller-Unterfederung24.06.2016![]() Foto © Lattoflex, Bremervörde Die Flügel- oder Teller-Unterfederung bietet schon optisch einen ganz anderen Eindruck. Um die Nachteile eines reinen Flügel- oder Tellerrahmens aufzufangen gibt es auch eine Kombination dieser Techniken mit einer klassischen Lattentechnik: Dabei werden in die Flügelunterfederungen Lattenelemente eingesetzt. Vor allem an jenen Bereichen, die besonders gestützt werden müssen, ähnlich dem Zonenschnitt in der Matratze. Das Ergebnis ist ein Hybridmodell aus Flügel- und Lattenrost, das den Vorteil hat, dass es eher als reine Flügelunterfederungen auch für schwerere Personen geeignet sein kann. Haupteignung: Ideal kombinierbar mit: |
Matratzenunterfederung á la Boxspring24.06.2016![]() Foto © Boxspring-King, 71706 Markgröningen Eine besondere Variante ist die Matratzenunterfederung nach Vorbild des Boxspringbetts. Haupteignung: Ideal kombinierbar mit: |
Spiralnetzrahmen24.06.2016![]() Foto © Koninklijke Auping Deventer Ein richtiger Allrounder ist der Spiralnetzrahmen. Er besteht aus unter Spannung stehenden, miteinander verflochtenen Spiralfedern in einem Rahmen. Dieser Rahmen reagiert eher flächig und nicht punktelastisch. Außerdem ist die Durchlüftung besser als bei allen anderen bekannten Unterfederungen aufgrund der minimalen Auflagefläche der Matratze. Für Hygiene und Schlafklima also nahezu perfekt. Ebenso in Puncto Ausdauer: Das Material verschleißt kaum, man kann erwarten, den Spiralnetzrahmen gute dreißig Jahre nutzen zu können – dreimal so lange wie die meisten Matratzen. Statt eines Spiralnetzes gibt es auch eingespanntes Textilgewebe. Wie beim Spiralnetz ist die Luftzirkulation, sehr gut, da die Matratze auf textilem, durchlässigen Material aufliegt. Der Hersteller garantiert eine Lebensdauer von zehn Jahren. Hier zeigt sich die Schwäche des Textilnetzes im Gegensatz zum metallischen Spiralnetz. Wer metallfrei schlafen möchte, ist hier aber nicht an der richtigen Adresse. Denn der Rahmen besteht aus Aluminium. Für welche Variante man sich entscheidet, ist einerseits Geschmacksache, andererseits auch eine Haupteignung: Ideal kombinierbar mit: |